Sie lieben Strategiespiele und „Civilization V“ ist Ihnen nicht genug? Dann haben wir hier vielleicht genau das richtige Spiel für Sie! Lesen Sie mehr über „Victoria 2“ in unserem Review.
Mit „Victoria 2“ tauchen Sie in ein Spiel ein, das eine Komplexität und eine Spieltiefe aufbringt, mit der kaum ein Spiel mithalten kann. Bedienen Sie sich aus über 200 Ländern, mit denen Sie von 1835 bis zum Anbruch des zweiten Weltkrieg um den Titel der stärksten Nation der Welt kämpfen können. Doch hier noch einen kurzen Trailer, der Ihnen das Spiel bereits ein wenig vorstellen wird.
Wie Sie im Trailer vielleicht schon bemerkt haben, gibt es immer wieder einige Fenster zu öffnen, doch die, welche Sie im Trailer gesehen haben, sind nebenbei bemerkt noch harmlos, und nicht annähernd alle, die Sie in „Victoria 2“ kennen lernen werden. Der Titel bringt Ihnen eine Vielzahl an Möglichkeiten, die ich schon lange bei keinem Spiel mehr gesehen habe. Ihnen stehen während des Spiels acht kleine Fenster zur Verfügung, die Ihnen grobe Informationen zu Ihrem jeweiligen Thema geben, und sich beim Anklicken in große Fenster mit einer Vielzahl an Informationen und Möglichkeiten verwandeln. Die acht Reiter sind: Produktion, Budget, Technologie, Politik, Bevölkerung, Handel, Diplomatie und Militär. In den Kategorien können Sie vom Steuersatz der unterschiedlichen Klassen über Ausgaben für Bildung und Heer, die Diplomatie mit einzelnen Ländern, bis hin zur Rekrutierung neuer Einheiten so ziemlich alles einstellen, erforschen oder darauf warten, dass Sie die nötigen Voraussetzungen für etwas Neues erfüllen.
Doch nun erst mal einen Schritt zurück, denn um ein neues Spiel zu beginnen, müssen Sie sich erst einmal für Ihr neues Reich entscheiden, dazu haben Sie eine Auswahl aus 125 Ländern, mit einer Auflistung der jeweiligen Stärken und Schwächen dieser. Wenn Sie sich dann für ein Land entschieden haben, können Sie damit beginnen, Feineinstellungen vorzunehmen, oder direkt einem anderen Land den Krieg zu erklären. Auch wenn Sie in „Victoria 2“ durchgehend Befehle an Ihre Einheiten verteilen können und am System Ihres Landes Änderungen vornehmen können, so werden diese immer erst nach einer gewissen Zeit ausgeführt, wie sich auch Soldaten erst von einer Stadt zur nächsten bewegen, wenn der „Bewegungsbalken“ voll ist. (Entfernt zu vergleichen mit dem Active Time Battle-System aus „Final Fantasy XIII“.)
Das große Problem in puncto Gameplay ist, dass auch, wenn alle Aktionen für sich leicht auszuführen und in sich schlüssig sind, kann es schon eine Weile dauern, bis Sie einmal dahinter kommen, wie was funktioniert, und warum Sie was machen sollten. Doch genau hier liegt neben seiner offensichtlichen Schwäche auch die wahrscheinlich größte Stärke des Titels. Denn eben gerade durch seine extreme Komplexität, die in diesem Fall leider auch einiges an Eingewöhnungszeit voraussetzt, ist dieser Titel für mich so interessant geworden. Denn gerade wegen seiner Komplexität macht es einigen Spaß, den Titel von 1835 bis zum Anbruch des 2. Weltkrieges durchzuspielen.
Grafik und Sound
In Sachen Grafik haben sich die Macher von „Victoria 2“ wohl etwas weniger Mühe gemacht, da Sie, egal, was für Einheiten Sie haben, eigentlich immer die selbe 3D-Figur auf der Karte stehen sehen, und diese auch sonst nicht allzu beeindruckend ist. Ansonsten ist die Karte ziemlich leer, diese kann zwar nach einiger Zeit zum Beispiel mit kleinen Fabriken gefüllt werden, aber auch hier wurde mit grafischen Reizen eher gespart.
Der Sound zu „Victoria 2“ besticht großteils mit der Hintergrundmelodie, da es ansonsten nur kurze Sounds für unterschiedliche Aktionen auf der Karte gibt. Was die Hintergrundmelodie angeht, bekam ich dafür bei jedem Start mit einer anderen Nation auch einen anderen Sound serviert, die meistens ziemlich entspannend und ruhig sind.
Zur Steuerung gibt es nicht sehr viel zu sagen, aber vor allem nichts Negatives, da die Steuerung nur mit der Maus angegangen werden kann, und es hier keine Probleme gab.
Hier haben Sie die Möglichkeit, mit bis zu 32 Spielern miteinander und gegeneinander anzutreten. Da jedoch leider keine weiteren Spieler online waren, war es uns nicht möglich, den Multiplayer genauer unter die Lupe zu nehmen.
Atmosphäre
Die ziemlich gute Atmosphäre des Titels ergibt sich meiner Ansicht nach vor allem aus den vielen Möglichkeiten des Spiels zusammen mit einem hinnehmbaren Schwierigkeitsgrad und einer sehr guten Umsetzung des Spielmechanik. Es gibt kaum Hindernisse in der Bedienung des Spiels, sofern Sie erst einmal die Grundlagen erforscht haben, und zusammen mit dem gemütlichen Sound kann es schon leicht vorkommen, dass Sie tief im Spiel versinken werden.
Zusammenfassung
„Victoria 2“ ist ein sehr gut gelungenes Strategiespiel, dem es zwar an ein paar Stellen noch an dem nötigen Feinschliff fehlt, das aber ansonsten dank seiner Komplexität und seiner Spieldichte kaum zu wünschen übrig lässt. Der Titel ist zwar vermutlich eher interessant für Sie, wenn Sie mit „Civilization V“ unterfordert sind, da Sie damit rechnen sollten, dass einiges an Zeit alleine dafür draufgehen wird, damit Sie verstehen, was Sie im Spiel überhaupt alles machen können, danach wird der Titel aber wirklich spannend, auch wenn es bei mir hin und wieder zu „was mache ich hier eigentlich?“-Momenten gekommen ist.
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