Sie wollen ein echter Soldat sein, dass Schlachtfeld mit all seinen Gefahren ist aber nicht das Richtige für Sie? Dann dürfte Sie die neueste Ausgabe der „Medal of Honor“-Reihe brennend interessieren. In der Rolle von Elite-Kämpfern ziehen Sie in den Afghanistan-Krieg.
Schauplatz der Kämpfe ist also Afghanistan und Sie schlüpfen in die Rolle verschiedener Tier 1 Operator, also von Spezialisten. Der Zeitraum des Spiels deckt die ersten Angriffe der US-Armee auf die Taliban-Truppen ab, wobei der Grund dazu, ganz politisch inkorrekt vermittelt wird. Nachdem Sie in der ersten Mission eine Geisel befreit haben, fleht diese Ihren Trupp an, die Taliban auszuschalten und erzählt etwas von wegen seine Tochter soll in Freiheit aufwachsen und so weiter. Wieder einmal werden die USA ins rechte Licht gerückt. Aber genug der angenommenen politischen Implikationen. Wie man uns bei einer Präsentation des Spiels im Mai bereits mitteilte, macht sich dieses Spiel keinerlei Gedanken um politische Aspekte des Konflikts, sondern es geht in erster Linie um die Erfahrungen der Soldaten im Einsatz. Es ging denn Entwicklern eher darum, den Spielern ein authentisches Kriegserlebnis zu präsentieren abseits politischer Fragwürdigkeiten. Ob das gut oder schlecht ist, soll aber nicht Thema dieses Beitrags sein. Bevor nun ausführlicher zur Story und den Gameplay-Elementen berichtet wird, zuerst ein Trailer zum Multiplayer-Part, um Sie gebührend auf die Action einzustimmen.
Ein klassisches Tutorial, wie Sie es vielleicht aus anderen Spielen kennen, bietet „Medal of Honor“ (MOH) nicht. Die Klientel, an die sich das Spiel richtet, ist mit solchen Spielen bestens vertraut und deshalb bedarf es keiner besonderen Einführung. Vielmehr werden Sie direkt in den Kampfeinsatz geworfen, ohne viel Wen und Aber.
Die Introsequenz zeigt einen Hubschrauber im Einsatz bei Nacht, der gerade abgeschossen wurde und kurz vor dem Absturz steht. Wildes Geschrei, ein paar knappe Kommandos über Funk und schon ist die Szene auch wieder vorbei. Die eigentliche Handlung beginnt nämlich sechs Monate vor diesem Zwischenfall. Genaue Jahresangaben folgen nicht, lediglich Ort und Uhrzeit werden am Beginn der Missionen immer wieder angegeben. Bevor Sie selber Hand an Gewehr und Pistole legen, folgt eine weitere Zwischensequenz. Im Bild sind Überwachungssatelliten, die um die Erde kreisen, zu sehen und Sie lauschen an jeder Menge Funksprüchen. Einsatzmeldungen, Sichtungen von gefährlichen Fahrzeugen usw., Kriegsfilme lassen grüßen. Dann betrachten Sie die Erde aus dem Blickwinkel eines dieser Satelliten. Es wird immer weiter in Richtung Boden gezoomt, bis zwei Fahrzeuge zu sehen sind, die sich auf matschiger Fahrbahn einem kleinen Dorf nähern. Arabische Musik spielt im Radio und schon befindet sich der Spieler am Beifahrersitz eines der beiden Jeeps. Ein Undercovereinsatz. Nur Sie und drei andere Männer. Sie kommen zu einer Straßensperre. Die Stimmung wird angespannt. Ihr Kollege am Steuer spricht zu den Männern mit den Maschinengewehren. Alles in Ordnung. Weiter geht es. Durch enge Straßen, links und rechts mehrstöckige Häuser. Auf einmal stoppt Ihr Wagen. Ein Mann blockiert mit seiner Ziegenherde die Straße. Das Adrenalin steigt. Nichts passiert. Doch was lauert hinter der nächsten Kurve?
Sie merken bereits. In Puncto Spannungsaufbau hat nun auch die MOH-Reihe dazugelernt und fährt ein ähnliches Programm wie die großen Konkurrenten „Modern Warfare 2“ (MW2) oder „Bad Company 2“ (BC2). Die ganze Szene, wie es hier durch die kleine Stadt geht, immer mit dem Hintergedanken, das sofort das Feuer aus den Fenstern eröffnet wird, zehrt richtig an den Nerven. Und dennoch, Spieler von MW2 wird sie irgendwie vertraut erscheinen. Sie erinnern sich vielleicht an die Mission, an deren Beginn Sie mit einem Konvoi durch einen kleine Stadt fahren. Zunächst scheint alles ruhig und auf einmal bricht die Höhle los und Sie rasen in einem Mordstempo rückwärts in Sicherheit. Nun, mit Ausnahme des großen Truppenverbandes, ist die Anfangsmission von MOH ziemlich gleich. Nur das hier die Suche nach einer Zielperson im Vordergrund steht, die sogar mit ein paar Überraschungen aufwartet. Diese Vorgehensweise muss aber nicht unbedingt als etwas negatives aufgefasst werden. Bei EA hat man gelernt, was zum Beispiel auch in Hollywood schon lange Usus ist. Einen Actionfilm beginnt man am Besten mit einem großen Knall oder zumindest mit einer Szene, die den Zuschauer aus den Socken haut. Genauso macht es "MOH". Das dabei nichts Neues gezeigt wird, bleibt nur als schaler Beigeschmack.
Die Kameraden Ihres ersten Teams, mit dem Sie zunächst in den Missionen Eins und Zwei unterwegs sind, tragen die klingenden Namen Voodoo, Mother und Preacher. Diese arbeiten gut mit Ihnen zusammen, die entscheidenden Abschüsse müssen Sie aber selbst tätigen. Besonders praktisch, Munitionsmangel herrscht nie, einer der Truppe dient sozusagen als mobile Versorgungseinheit. Nachdem Sie die Zielperson in der ersten Mission befreit haben, es war ein Nachteinsatz, folgt auf einmal grelles Licht. Ein heller Wüstentag und schon wieder mit einem Jeep unterwegs. Nur das Sie diesmal eine ordentliche Wumme in der Hand haben und feindliche Fahrzeuge, die Sie frecherweise rechts überholen wollen, zerlegen dürfen. Es findet gerade ein Angriff auf einen Flughafen der Taliban statt und obwohl darin viele Soldaten involviert sind, setzt sich Ihr Team ab, um auf eigene Faust zu agieren. Schließlich sind Sie eine Tier 1 Einheit, was nichts anderes bedeutet als: die Jungs fürs Besondere. Tier 1 sind Special Ops Teams, die vor allem für Direct Action und Hostage Rescue-Einsätze zuständig sind. Das heißt auch, dass Sie nur selten an größeren Schlachten teilnehmen, sondern immer mit Sonderaufträgen betraut werden.
So auch die nächste Truppe. Sie schlüpfen in die Rolle eines Soldaten namens Deuce und machen sich gemeinsam mit Vegas, Dusty und Panther zu einer Aufklärungsmission auf. Dusty ist jener bärtige Typ, der auf dem Cover abgebildet ist und im echten Leben den Decknamen Cowboy trägt. Dabei handelt es sich nämlich um einen echten Soldaten – der dementsprechend nicht gerade glücklich war, sein Konterfei medial verbreitet zu sehen. Aber zurück zum Spiel. Mit Dusty kümmern Sie sich um die Distanzangelegenheiten, denn Deuce hat eine M82 im Gepäck, ein Snipergewehr, das es wirklich in sich hat. Weit entfernte Ziele sind so kein Problem, berechnen Sie aber, wenn Sie jemanden ausschalten, die Flugdauer der Kugel mit ein. Ziele tendieren nämlich dazu, sich auch zu bewegen. Da der Hindukusch ein großes Gebiet ist, dürfen Sie praktischerweise mit einem ATV von einem Punkt zum Nächsten fahren. Das ist zwar alles andere als realistisch, macht aber zur Abwechslung richtig Spaß. Enge Bindungen schließen Sie zu den Teamkameraden zwar nicht, aber dennoch ist es sehr angenehm, nicht alleine unterwegs zu sein. Wobei es an manchen Stellen ein wenig komisch ist, dass Sie dann wirklich nur mehr zu viert sind. In einer Mission landen Sie per Helikopter mitten im Kriegsgebiet und arbeiten Sie entlang dutzender Soldaten zu einem Canyon vor. Hier herrscht richtige Schlachtfeldatmosphäre und dann, auf einmal, gibt es nur mehr Sie vier. Es mag schon sein, das kleine Teams auf besondere Einsätze geschickt werden, aber so abrupt muss auch nicht Ruhe einkehren.
Hier darf Kontrolle über ein wirklich üppiges Arsenal übernommen werden. Nicht nur Feuerwaffen, auch Bordgeschütze von Hubschraubern, lasergelenkte Bomben, Hellfire-Raketen und und und. Was es auch gibt, darf eingesetzt werden. Besonders gelungen sind kurze Einsätze, in denen Sie mit einem Lasermarker Ziele anvisieren und dann ausschalten. Das geschiet entweder als Schütze in einem Kampfhubschrauber, hier dürfen Sie allerdings nur Hellfire-Raketen abfeuern, oder am Boden. Von einem Flughafentower aus, nehmen Sie zum Beispiel ein kleines Dorf ins Visier. Kämpfer dürfen Sie mit einer gezielten Maschinengewehrsalve ausschalten und Fahrzeuge mit genannten Raketen und lasergelenkten sowie ungelenkten Bomben. Nach der Reihe werden die Waffen freigeschaltet. Dieses Element bietet ein wenig Abwechslung zu den sonst sehr intensiven Einsätzen und Sie kommen ein wenig zum Verschnaufen. Schade ist nur, dass hier die eher schwache Grafikleistung besonders ins Auge fällt. Die Weitsicht hätte man zugunsten ein paar mehr Details bei den Figuren ruhig runterschrauben können. Fahrzeuge wie Soldaten sehen einfach nur Pixelig aus, wenn Sie durchs Laservisier zielen, dasselbe gilt auch für die Snipereinsätze.
Vergleich
Normalerweise gibt es diese Rubrik nicht, dieses Mal hat sie sich mir aber nahezu aufgedrängt. Sehr viele Elemente von "MOH" kennt der langjährige Shooter-Spieler bereits aus anderen Spielen. Auch wenn es klar ist, dass nicht viel Neues in dieses Genre gebracht werden kann, wobei das vor allem fürs Setting, das heißt, die Story und den Schauplatz, nicht gilt, hier gäbe es nämlich noch sehr sehr viel Spielraum. Dennoch gab es Momente, die mich einfach zu stark an Shooter aus dem letzten Jahr erinnerten. Hier sollen deshalb ein paar Beispiele folgen. Die erste Mission und deren Vorbild aus MW2 habe ich bereits erwähnt. Es gibt aber weitere Übereinstimmungen. So dürfen Sie zum Beispiel gemeinsam mit Ihrem Team Türen gewaltsam öffnen. So weit so gut. Dazu stellen sich alle zur Tür, Sie in der Mitte treten diese ein und in Zeitlupe stürmen Sie den Raum. Während die Gegner noch nicht wissen, was auf sie zukommt, haben Sie schon Ihre Pistole gezückt und eröffnen das Feuer. Einziger Unterschied zu MW2 ist jener, dass Sie dort ein Päckchen Sprengstoff an die Tür geheftet haben. Selbiges gilt für gescriptete Situation, in denen ein Teammitglied per Nahkampf einen Gegner ausschaltet. Auch wenn diese Elemente nur selten vorkommen, wirken Sie für meinen Geschmack dennoch fehl am Platz. Vielleicht weil sie nicht mehr neu und überraschend sind. Das heißt aber nicht, dass sie schlecht inszeniert wurden. Wer so etwas noch nicht kennt, wird sich sehr darüber freuen. Aus anderen Spielen, und nur als Beispiel erwähne ich „Bad Company2“ dürften Ihnen die Sniper-Einsätze bekannt sein. Da wie dort, verlieren Sie beim Schießen die Kontrolle über die Bewegungen Ihres Charakters. Sie steuern nun lediglich das Gewehr. Das macht für die große Distanz auf jeden Fall Sinn passt aber nicht wirklich in den Spielfluss. "MOH" ist nämlich wirklich schnell und intensiv. Zumindest dienen die Einlagen als Verschnaufpause.
Die Liste könnte nun noch verlängert werden, worauf ich hinaus will ist aber folgendes. "MOH" macht, mit wenigen Ausnahmen, nicht wirklich was neues. Alles haben Sie vielleicht schon in dem einen oder anderen Spiel gesehen. Das muss aber auch nichts schlechtes heißen. Einige dieser Elemente sind mit Recht zu Standards dieses Genres geworden und dürfen fast gar nicht mehr fehlen. Und dann gibt es außerdem noch ein paar Feinheiten, die hervorgehoben werden müssen. In Puncto Schlachtfeldatmosphäre muss sich "MOH" auf keinen Fall verstecken. Die ständigen Funksprüche unter den Kollegen und jene Missionen, in denen Ihre Kollegen die eigentlich wichtige Aufgabe erledigen und Sie zum Beispiel zum Schützen fürs Sperrfeuer gemacht werden, bringen neuen Schwung. Außerdem sind die Soldaten, die sich im Einsatz befinden kein Kanonenfutter, wie zum Beispiel in MW2. Hier sterben sie nicht tausend Tode und werden immer wieder an bestimmten Punkten ins Spiel geworfen, sodass es aussieht wie beim Tontaubenschießen. Das ist auf der einen Seite gut, der Kriegsschauplatz wirkt ohne diese Scriptsoldaten aber auch weniger lebendig.
Grafik und Sound
Die echte Enttäuschung bei diesem Spiel ist für mich die Grafik. Sie variiert zwar je nach TV, denn Sie verwenden, je hochwertiger, desto besser das Bild, aber dennoch mangelt es an vielen Ecken und Enden. Details bei den Figuren, Fahrzeugen und generell in der Landschaft fehlen einfach. Viel wert wurde hingegen auf die Weitsicht gelegt. Der Hindukusch wird herrlich von der Sonne erhellt, aber eben nur wenn Sie in die ferne Schweifen. Sobald der Blick zurück auf die unmittelbare Umgebung fällt, wird man enttäuscht. Anstatt feiner Details gibt es grobe Texturen, irgendwie wirkt es einfach nicht einladend. Anno 2010 geht das einfach besser. Andere Spiele haben das bereits bewiesen und auch unmittelbar bevorstehende Titel werden das zeigen. Richtig ordentlich ist dafür der Soundtrack geworden. Hervorstechendstes Merkmal sind die Funksprüche. Ständig werden Sie davon begleitet und, zumindest in der englischen Sprachfassung, sie klingen auch richtig gut. Zweites Highlight sind die Waffengeräusche. Das Mündungsfeuer klingt erschreckend realistisch und fährt durch Mark und Bein. Das trägt natürlich noch einmal ordentlich zur Atmosphäre bei.
Von dieser Front kann nicht viel Besonderes berichtet werden. Im Grunde ganz normale Ego-Shooter-Steuerung, mit ein paar Abweichungen. Tastenbelegungen sind prinzipiell zwar Geschmackssache, aber das das Messer hier auf dem rechten Stick (Drücken) gelegt wurde, gefällt mir persönlich einfach besser, als wenn es auf einer der Schultertasten liegt. Ich finde diese Variante einfach schneller. Die Soldaten in MOH tragen neben dem Messer außerdem drei Waffen. Eigentlich zwei Hauptwaffen und eine Pistole. Sie müssen also nicht zwischen Schrottflinte und Pistole wählen, letztere gehört sowieso zur Grundausstattung. Als Hauptwaffen lassen sich so also immer etwas gröberes und etwas genaueres tragen. Zur Pistole gelang man schnell, durch einen Doppelklick auf die Y-Taste. Der Rest ist Standard, Left Trigger zum Zielen und Right Trigger zum Feuern. Die Steuerung des Snipervisiers und des Lasermarkers ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, gezoomt wird hier mit dem linken Stick und gezielt mit dem rechten.
Mulitplayer
Im Multiplayer gibt es drei Klassen – Schütze, Aufklärer und Sniper – die in drei Kategorien – Hauptwaffe, Ausrüstung und Erweiterungen zur Waffe können – variiert weden dürfen, sofern neues Material freigschaltet wurde. Als Spielmodi stehen dann Zufälliges Spiel, Missionen und Team Assault zur Verfügung, wobei letzterer im Prinzip normales Team-Deathmatch ist, Assault klingt halt besser. Wählen Sie Missionen, werden einzelne Einsätze gestartet, in denen Spieler auf US-Seite bestimmte Punkte einnehmen müssen, und Spieler der Opposing Force, diese verteidigen. Nach der Runde wechseln die Spieler die Seiten, sodass jeder beides spielen darf. Es handelt sich dabei um Team-Gefechte, in denen nicht das Fraghunting im Vordergrund steht, sondern das gemeinsame Vorgehen. Viele Abschüsse helfen in diesem Modus keinem, wenn nicht auch die strategischen Punkte eingenommen werden. Nach und nach werden die Ziele freigegeben, erst wenn fünf Punkte eingenommen werden konnten, ist die Runde gewonnen. Umso länger die Verteidiger standhalten können, desto besser, denn auch den Angreifern kann die Zeit ausgehen.
Beide Modi spielen sich wirklich gut. Das Balancing zwischen US-Armee und Taliban-Kämpfern, die nun aber nur mehr Opposing Force genannt werden dürfen, ist gut, die Waffen beider Parteien sind gleich stark. Richtig gelesen, es gibt nicht ein Waffenset für alle, sondern je nach Partei mit der Sie spielen ein eigenes. Das bringt nicht nur mehr Abwechslung, sondern macht den Multiplayer im Vergleich zu anderen auch authentischer. Einziger Kritikpunkt sind die hin und wieder schlecht platzierten Spawnpunkte, also jener Bereich in den Sie nach dem Ableben wieder ins Spielgeschehen einsteigen. Es geht zwar in Ordnung, dass diese zufällig gewählt werden und Ihnen so lange Märsche zum Einsatzgebiet erspart bleiben, wie sie teilweise in „Bad Company 2“ der Fall sind, so zufällig muss es aber auch nicht sein. Im Vergleich zur Beta hat DICE hier aber gut nachgebessert. Wurden Sie damals noch sehr oft mitten in Feindbeschuss wiederbelebt, passieren diese Vorfälle in der endgültigen Fassung nur mehr selten. Auch für Fleißige bietet der Multiplayer etwas. Für längere Abschussserien werden Sie mit besonderen Gadgets belohnt. Entweder Sie dürfen dann Fahrzeuge am Schlachtfeld einsetzen oder die aus dem Single-Player bekannten Bomben und Raketen anfordern. Der Multiplayer ist ein großer Pluspunkt des Spiels. Die Gefechte sind sehr intensiv und verlangen taktisches Vorgehen. "MOH" ist hier die gelungene Verbindung zwischen dem schnellen, teils unrealistischen „Modern Warfare 2“ und dem hin und wieder etwas träge wirkendem „Bad Company 2“.
Atmosphäre
Die Atmosphäre lässt sich am Besten anhand einer Mission erklären. Nachdem Sie nach oben erwähnter Helikopterlandung an verbündeten Soldaten vorbei gelaufen sind, kämpfen Sie sich mit Ihrem Team durch einen Canyon. Immer wieder tauchen rechts oder links oben Taliban-Kämpfer auf und neben Sie mit Raketenwerfern und AK's ins Visier. Zum Glück kann per B-Taste in Deckung gerutscht werden. Nach überstandener Schlucht, wartet in einem kleinen Dorf ein MG-Nest auf das Vierergespann. Sie nehmen den Schützen unter Feuer, während Ihre Jungs das Ziel markieren. Auf einmal schießt ein Kampfjet über Sie hinweg und legt die MG-Stellung in Schutt und Asche. Noch während der Staub durch die Luft wirbelt geht es weiter. Am Ende eines Abhangs erwartet Sie ein Kampf auf Leben und Tod. Zu viert müssen Sie in einem Haus ausharren und werden dabei von allem Seiten unter Feuer genommen. Das Haus bietet nicht wirklich Schutz, eine Mauer nach der anderen bröckelt vor Ihren Augen ab. Dann tauchen die Feinde auch noch direkt hinter Ihnen auf, nun ist auch dieser Weg versperrt. Dann, auf einmal, als Sie glauben alles ist aus, pfeifen Raketen über Ihre Köpfe hinweg, zwei Kampfhubschrauber sind zur Hilfe gekommen. Noch einmal Glück gehabt.
Sie haben es vielleicht bemerkt. „Medal of Honor“ hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck bei mir. Auf der einen Seite ist es grandios inszeniert, Sie schlüpfen tatsächlich in die Rolle eines Soldaten und kämpfen an vorderster Front, ohne viel Pathos. Das macht schon richtig Spaß. Aber, viele der Elemente wirken für mich einfach zu genau von anderen Spielen übernommen. Es scheint als hätten sich die Entwickler nicht die Mühe machen wollen, sie ordentlich ins Spiel einzubauen. Und außerdem bin ich ehrlich von der Grafikleistung enttäuscht. Bei so einem Titel muss einfach mehr drinnen sein. Wirklich schlecht ist das Spiel allerdings auch nicht. Vielleicht waren die Erwartungen einfach zu hoch gesteckt und der Eindruck ist deshalb ein wenig getrübt.
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