Namco Bandai veröffentlichte nun ein mit Spannung erwartetes Action-Adventure auf der PlayStation 3 sowie der Xbox 360. Die Rede ist „Enslaved“, der neuesten Titel aus der Spieleschmiede Ninja Theory. Wenn Sie erfahren möchten ob sich das Warten auf das Abenteuer von Monkey und Trip gelohnt hat oder nicht, sollten Sie unbedingt weiterlesen.
Setting
Der Actionkracher „Enslaved“ spielt rund 150 Jahre in der Zukunft. Ein Weltkrieg hat nahezu die gesamte Menschheit vernichtet und nun herrschen die Roboter über das Land. Überall sieht man die Überreste der heutigen Zivilisation, die von der Natur wieder in Anspruch genommen wurden. Wolkenkratzer, Strommasten und sogar die Freiheitsstatue sind mit Ranken und anderem Grünzeug überwachsen. Ein sehr spezielles Setting für ein Spiel, das allerdings von Beginn an zu überzeugen weiß.
Hier ein kurzer Trailer in dem die Entwickler über die Erschaffung des Terrains sprechen:
Los geht es, wie nicht anders zu erwarten mit dem ersten Kapitel. Man sieht in einem Video ein Raumschiff in dem ein Bilderbuchheld in einer Zelle eingeschlossen ist. Der Held, der übrigens den Namen Monkey trägt, ist ein muskelbepackter, mit Narben übersähter und vom Kampf gezeichneter Kämpfer, der mit einer Kriegsbemalung im Gesicht jedem Gegner das Fürchten lehrt. Leider trifft er in diesem Abenteuer auf Mechs und Roboter, die für solche Abschreckungsmittel eher unempfindlich sind. Zurück zum Intro. Er scheint etwas wütend und verwirrt zu sein und blickt deshalb aus dem Guckloch der Zelle. Gegenüber sieht er eine attraktive Frau, die es auf einmal schafft zu fliehen und ihn eiskalt zurücklässt. Sie rennt zu einer Steuerungskonsole drückt wild auf den Knöpfen herum und auf einmal leuchten überall Alarmsignale. Nach einem kurzen Alarm gibt es einige Explosionen und Monkey kann sich endlich aus der Zelle befreien.
Hier das Intro zum Selberansehen:
Daraufhin startet das Spiel. In einer Einführungsmission, die den Namen „Die Flucht“ trägt erfahren Sie die Steuerungsgrundlagen, wie Rennen, Springen oder auch Kämpfen. Los geht es mit einigen gewagten Sprüngen über Abgründe, Feuerstellen oder Ähnliches. Kurz darauf geht es dann so richtig los! Wie bei einem Action-Adventure nicht anders zu erwarten, gilt es auch Kampfpassagen mit Bravur zu bestehen. Am Anfang kann Monkey noch nicht gegen die Mechs und Roboter kämpfen, da er ja als Gefangener aller Waffen entledigt wurde. Während der Erkundung des abstürzenden Raumschiffs findet Monkey seine Power-Handschuhe sowie eine mächtigen Kampfstab. Ab jetzt können die Gegner kommen. Das tun sie auch! Ein schießwütiger Mech mit einer Minigun oder ähnlichem Geschütz bestückt eröffnet das Feuer. Gut, das Monkey einen kleinen Schutzschild hat, der ihn für eine kurze Zeit Deckung verschafft. In typischer Bruce Willis Manier rennen wir auf den Mech, trotz des immerwährenden Kugelhagels, direkt auf den Gegner zu und verpassen ihm mit den Power-Handschuhen gleich eine volle Breitseite. Lange kann der Mech dem Trommelfeuer von Monkey Faustschlägen nicht standhalten und er zerbröselt in seine Einzelteile.
Im restlichen Teil dieser Einführungsmission müssen Sie die bis jetzt gelernten Fähigkeiten kombinieren, um zur letzten Rettungskapsel zu kommen. Ist diese letzte Kapsel Monkey Rettung? Nachdem er sich nun durch das ganze Schiff gekämpft hat, kann ja nicht alles vorbei sein? Monkey springt rauf zur Rettungskapsel und sieht beim Fenster hinein. Doch was ist das? Es sitzt schon jemand drinnen! Es ist Trip, die attraktive Zellennachbarin, die das Schiff zum Absturz bewegt hat! Wird Sie Monkey mit in die Freiheit nehmen? Finden Sie es raus!
Gameplay
Im Prinzip erwartet Sie ein typisches Action-Adventure. Für diese Art von Spielen ist Ninja Theory auch bestens bekannt. Sie müssen in einer guten Balance Kampf- und Geschicklichkeitspassagen meistern und auch oft die grauen Zellen einsetzen, denn im weiteren Spielverlauf müssen Sie die zur Verfügung stehenden Fähigkeiten optimal einsetzen, um der Roboter- und Mech-Armee die Stirn bieten zu können.
Um die Spieler bei Laune zu halten, werden ständig neue Fähigkeiten freigeschalten und auch Tech-Orbs in der gesamten Spielwelt verteilt, die neue Upgrades freischalten. Genial finde ich dabei auch die unzähligen Felsvorsprünge, Laternen und ähnliches, die es Monkey erlauben noch nicht erkundete Orte zu erforschen. Dabei kann man sich auf eine kleine Autohilfe verlassen, die Ihnen beim gewagten Herumspringen in schwindelerregender Höhe unter die Arme greift. Diese Geschicklichkeitspassagen sorgen für die nötige Abwechslung. Dabei kann man auch mehr von der perfekt in Szene gesetzten Landschaft erkunden.
Kommen wir nun zum Kampf-Modus. Beim Kampf-Modus wurde vor allem auf brachiale Action Wert gelegt. In allen Kampfanimationen sieht man Explosionen, akrobatische Einlagen von Monkey und auch einen verbissenen Gesichtsausdruck des Helden. Das Kampfsystem an sich macht auch richtig Laune. Mit verschiedenen Angriffsoptionen, die Ihnen unter anderem auch erlauben Gegner zu betäuben, können Sie frei entscheiden, ob Sie lieber offensive (ohne Blocken) oder etwas defensiver (mit gezieltem Blocken) zu Werke gehen. Besonders der Einstieg ins Kämpfen wird sehr human vollzogen, womit auch Action-Neulinge keine Probleme damit haben sollten.
Grafik und Sound
Kommen wir nun zu den Grafik- und Soundeffekten. Das Setting des Titels mit der Fusion aus Natur und den Überresten der Zivilisation sieht schon mal wirklich Klasse aus. Auch die Gesichtszüge des Helden wirken atemberaubend. Man sieht sogar die Hautporen im Gesicht. Schade, dass allerdings der Großteil des Grafik-Etats in die grafische Aufmachung des Gesichts von Monkey gesteckt wurde, denn schon die Haare des Helden sehen sehr lieblos aus. Auch die Texturen in der Umgebung sieht sehr matschig und teilweise sehr detailarm. Doch damit nicht genug. Auch die Grafik-Engine dürfte nicht ganz ausgereift sein. Denn von der Ferne sehen die Texturen sehr matschig aus und erst wenn man sich dem Ganzen nähert wird die Textur verfeinert. Doch dies geht oft sehr langsam von Statten, dass man oft auch zusehen kann wie die Grafik schrittweise verbessert wird. Echt schade! Doch es ist nicht alles so negativ. Zum Beispiel gibt es gelegentlich sehr detailreiche Objekte, wie zum Beispiel ein gigantischer Baum im Herzen der zerbombten Häuser, zu bewundern. Auch die Licht- und Schatteneffekte wirken sehr gelungen.
Dafür wurde beim Sound alles richtig gemacht! Es erwarten Sie volllokalisierte Gespräche gepaart mit authentischen Soundeffekten. Wirklich klasse!
Die Steuerung wird, wie bereits erwähnt, in einer Einführungsmission sehr gut und ausführlich erklärt. Damit können wirklich auch Neulinge in diesem Genre einen behutsamen Einstieg in das Spiel vorfinden. Die Tastenbelegung wurde meiner Meinung nach auch sehr gut durchdacht. Auch die Präzision und die Handhabung der Steuerung funktionieren sehr gut.
Leider wurde auf einen Mehrspielermodus verzichtet, doch gebe ich persönlich die Hoffnung nicht auf, dass Ninja Theory und Namco Bandai eventuell in einem DLC Stoff für Multiplayerfans verpacken.
Atmosphäre
Die Atmosphäre ist beeindruckend. Das Setting des Titels sowie die Story sind wirklich klasse! Man kann sich von der ersten Minute weg mit dem Helden Monkey identifizieren und nicht mehr so schnell loslassen.
Alles in allem wurden meine Erwartungen fast vollkommen erfüllt. Neben einer coolen Story, einer guten Balance aus Kampf-, Geschicklichkeit-, und Nachdenkeinlagen, einem fantastischen Setting sowie abwechslungsreichen Missionszielen. Einzig in puncto Grafik bin ich ein wenig enttäuscht, denn anscheinend wurde hier nicht zu Ende gearbeitet.
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