Ein neues MMORPG macht sich auf, die Onlinewelt zu erobern. Ob dies „Final Fantasy XIV“ gelingen kann, lesen Sie in unserem Review...
Finale bedeutet nicht dasselbe wie „Final“. Dies beweisen uns die Entwickler von „Final Fantasy“ immer wieder aufs Neue. Auch wenn alle Spiele ein Ende besitzen, so dürfen wir dennoch mit den Charakteren mitzittern und bei Lovestories auf ein „Happy End“ hoffen. Doch „Final Fantasy XIV“ geht auf den ersten Blick einen Weg, der mit „Final Fantasy XI“ schon einmal schief gegangen ist.
Hoffen wir, das dem neuesten Ableger der populären Reihe nicht dasselbe Schicksal blüht, denn diesmal haben sich die Entwickler wirklich angestrengt, ein sinnvolles MMORPG auf die Beine zu stellen und gerade im technischen Bereich neue Maßstäbe gesetzt. Doch alles der Reihe nach ...
Im Reiche Eorzea auf dem Kontinent Eldenard geht es heiß her. Nicht nur, dass sich die drei Metropolen Limsa Lominsa, Ul´Dah und Gridania lange Zeit harte Schlachten lieferten, so ist auch noch eine dunkle Macht aufgezogen, die mit der Unterstützung von mysteriösen Monstern die Herrschaft an sich reißen will.
Doch was wäre eine epische Geschichte ohne einen wahren Helden. Eben diesen dürfen Sie nach Lust und Laune anhand eines großzügigen Editors erstellen und in die Schlacht senden. Doch bis es soweit ist, dass Ihr Held auch als solcher verstanden wird, bedarf es einige Zeit und unzählige Spielstunden, um genügend Erfahrung zu sammeln.
Eine Seefahrt, die ist lustig?
Zu Beginn Ihres Abenteuers sind Sie nämlich bei weitem noch nicht bereit, auch wirklich aktiv allzu viele Monster zu besiegen. So starten Sie erstmals auf einem riesigen Schiff und sind nicht sehr gut ausgerüstet. Dies zeigt sich umso mehr, als plötzlich etliche Monster angreifen und Ihnen teils nicht viel anderes zu tun bleibt als zuzusehen.
Allerdings macht gerade dieses zusehen Lust auf mehr. Die orchestrale Musik und die wunderschönen Sequenzen bei diesem Angriff sollte jeder Spieler einmal gesehen haben. Viel schöner geht es nämlich gar nicht. Dass Ihr erstellter Charakter noch dazu mit all seinen Details ebenfalls zu sehen ist, steigert die Atmosphäre natürlich.
Doch dieser Kampf sollte erst der Anfang Ihres Abenteuers sein. Natürlich überleben Sie hier den Schiffskampf gegen scheinbar übermächtige Gegner, allerdings bleibt dies bei weitem nicht die einzige Herausforderung, die Sie in „Final Fantasy XIV“ erwartet. Gleich nach dem Kraken dürfen Sie nämlich Ihre Heimatstadt besuchen und mit etlichen anderen Charakteren ein wenig plaudern.
Viel Zeit für eine richtige Unterhaltung bleibt jedoch nicht, denn ununterbrochen versuchen die bösen Mächte bis in den Stadtkern vorzudringen, was Ihnen aber glücklicherweise dank der Wachen nicht gelingt. Um jedoch wirklich effektiv vorgehen zu können, bedarf es natürlich neben Erfahrung auch guten Waffen und Ausrüstungsgegenständen.
Der Alleskönner
Vielleicht fragen Sie sich nun, wann Sie sich auf eine Charakterklasse festlegen sollen. Dies ist eben der große Unterschied zu den meisten anderen MMORPGs, denn Sie legen sich nicht fest, sondern können immer wieder die Klasse wechseln, um etwa ein Tier zu jagen, auszuweiden, um es danach bei einem Festmahl zu kochen.
Jäger, Krieger, Magier, egal was auch immer Sie sein möchten, Sie müssen nicht jedes Mal von Neuem beginnen, wenn Sie einmal nicht zufrieden sind. Natürlich wird aber dadurch auch die Zusammenstellung von Gruppen einfacher, sobald sich alle Mitglieder einig sind. Zufällige Zusammenkünfte werden aber schwieriger.
Bei schwierig sind wir auch schon beim bislang einzig erkennbaren Minuspunkt bei „Final Fantasy XIV“. Dies betrifft zwar nicht das Spiel an sich, jedoch die Steuerung. Das neueste MMORPG ist nämlich ausgesprochen benutzerunfreundlich. Besonders die Tastenbelegungen, Shortcuts etc. sind einigermaßen verwirrend und erst nach sehr langer Einarbeitungszeit wirklich bedienbar.
Zwar erhalten Sie ein kurzes Tutorial, dieses kann aber nicht ansatzweise erklären, welche Möglichkeiten es gibt, um die Kämpfe erfolgreich zu bestreiten. Maus und Tastatur werden jedenfalls ans Äußerste gefordert und wir sind uns nicht ganz klar, wie dies im März auf der PS3 möglich sein soll.
Grafik? Wow!
Besonders die Technik von „Final Fantasy XIV“ kann absolut überzeugen. Selten haben wir solch schöne Wellengänge gesehen, solch eine orchestrale Hintergrundmusik gehört und (besonders in einem MMORPG) eine generell wunderbar designte Welt betreten. Hier wirkt wirklich alles wie aus einem Guss, was sich in der Atmosphäre niederschlägt.
Wer „Final Fantasy XIV“ einmal gesehen hat und sich durch die komplexe Steuerung gekämpft hat, wird kaum wieder aus Eorzea flüchten wollen. Dadurch ist die Motivation, um diesen Kontinent zu kämpfen auch dementsprechend hoch. Die Klassenunabhängigkeit ist ebenfalls ein großes Plus, da Sie so jederzeit etwas Neues ausprobieren können.
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