Endlich ist es so weit, "Sid Meier's Civilization V" ist erschienen. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen und den Titel gleich einmal getestet. Wie sich die Fortsetzung der Strategiehitserie schlägt, lesen Sie in unserem Review.
Seit 1991 erfreuen sich Computerspieler an der "Civilization"-Reihe, und nun gibt es den neuen Teil der Reihe, "Sid Meier's Civilization V" zu bewundern. Der neue Teil der Reihe wurde mit einer ganzen Menge an Features angekündigt, darunter waren hexagonale Felder, welche neue strategische und taktische Züge sowie eine bessere Ausnutzung des Terrains ermöglichen sollten. Wie auch, dass nur mehr eine Einheit pro Feld positionierbar ist, und unabhängige Stadtstaaten existieren. Auch die Berater wurden wieder eingeführt, mehr zu den neuen Features können Sie hier nachlesen. Bevor wir nun stärker auf den neuen Titel eingehen, hier noch der Trailer zum Spiel.
Da "Sid Meier's Civilization V" durchaus ein komplexes Spiel ist, fangen wir hier, vor allem für die jenigen die noch keinen Titel der "Civilization"-Reihe gespielt haben, einfach damit an, das Spielprinzip zu erklären.
"Sid Meier's Civilization V" ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, wenn Sie ein neues Spiel starten fangen Sie, sofern Sie dies nicht in den erweiterten Einstellungen verändert haben, in dem Zeitalter der Antike mit einer Siedler- und einer Kriegereinheit an. Ihr Ziel ist es nun, ein fruchtbares Stück Land zu finden, auf dem Sie Ihre erste Stadt bauen.
Ihre erste Stadt erhält nun, wie auch später noch folgende, abhängig davon, auf was für einem Feld sie denn steht, und was für Felder um sie herum zur Verfügung stehen (diesen muss jedoch auch jemand aus der Bevölkerung Ihrer Stadt zugewiesen sein), bestimmte Ressourcen. Diese "Ressourcen" sind genau genommen "Geld", "Produktivität", "Nahrung", "Kultur" und "Wissenschaft", wobei Sie Kultur und Wissenschaftspunkte eher selten über Felder erhalten können. Produktivität zeigt an, wie schnell Ihre Stadt neue Gebäude oder Einheiten bauen kann, Nahrung wird benötigt um Ihre Siedler zu ernähren, und sorgt bei einem Überschuss zur Bildung von neuen Einwohnern. Erzeugt eine Stadt viel Kultur, wird der Radius, in dem diese Felder bewirtschaftet werden können, schnell größer, und Sie können schneller neue Politiken freischalten, auf Politiken gehen wir später noch genauer ein. Zu guter Letzt gibt es noch die Wissenschaft, diese benötigen Sie, um neue Technologien zu erforschen, erforschte Technologien erlauben es Ihnen, mehr Gebäude und Einheiten zu produzieren und bieten Ihnen auch sonst eine ganze Menge an Vorteilen, doch auch dazu noch mehr.
Nun können Sie Ihre Stadt ausbauen, eventuell neue Siedler produzieren um neue Städte zu gründen, Bauarbeiter erschaffen um Straßen zu bauen, und Krieger erstellen um feindliche Zivilisationen zu erobern.
Ab in die Zukunft
An dieser Stelle werden wir uns etwas genauer mit den Herausforderungen beschäftigen, die Sie nach den ersten paar Runden, und das restliche Spiel über begleiten werden.
Beginnen wir hier am besten einfach bei der Forschung. Wie schon erwähnt erhalten Sie Forschungs- und Kulturpunkte eher selten, so wie Sie zum Beispiel Nahrung durch den Abbau von Feldern um Ihre Stadt herum erhalten können. Für diese müssen Sie meistens neue Gebäude erzeugen, welche Ihnen dann regelmäßig Kultur- und Forschungspunkte einbringen. Die Erforschung an sich läuft dann schon ganz von alleine ab, Sie müssen lediglich noch bestimmen, welche Technologie denn erforscht werden soll. Erforschte Technologien schalten in den meistens neue Gebäude, Einheiten, zu erforschende Technologien oder Modifikationen für die Landkarte frei.
Die bereits angesprochenen Kulturpunkte ermöglichen Ihnen, wenn Sie genug gesammelt haben, neue Sozialpolitiken freizuschalten. Von diesen gibt es insgesamt zehn unterschiedliche Kategorien, mit jeweils sechs freischaltbaren Boni. Jede dieser Kategorien bietet sehr unterschiedliche Vorteile, wobei einige davon durchaus sehr gut miteinander kombiniert werden können.
Doch es geht in "Sid Meier's Civilization V" nicht nur darum, ein paar Städte zu bauen, das Gelände um die Stadt mit Straßen, Bauernhöfen und Plantagen zu verbessern, Technologien zu erforschen und Politiken freizuschalten. Denn einen wichtigen Punkt haben wir bis jetzt vorweg gelassen, die anderen Zivilisationen. Denn diese bringen erst die nötige Spannung mit ins Boot, diese zwingen uns erst dazu Militäreinheiten zu bauen, Kriegstechnologien zu erforschen und Diplomatie zu treiben.
Im Spiel können Sie den Sieg auf fünf unterschiedliche Arten erlangen. Sie können einen Zeitsieg erringen, indem Sie nach Ablauf der vorgegebenen Rundenanzahl die meisten Punkte für sich beanspruchen können. Einen Kultursieg erlangen Sie, indem Sie fünf der zehn Politikbäume vollständig aufgedeckt haben. Sollten Sie Ihren Feinden aller Hauptstädte enteignet haben, haben Sie einen Herrschaftssieg geschafft. Zwei weitere Möglichkeiten sind der Wissenschaftssieg und der Diplomatiesieg. Diese können Sie erringen indem Sie entweder alle Technologien erforschen, damit dann ein Raumschiff bauen, und dieses an einem Planeten ankommt bevor ein anderer Spieler eine Siegbedingung erfüllt hat, oder Sie können auch die "Vereinten Nationen" ins Leben rufen, hier gibt es immer wieder eine Abstimmung, wenn Sie hier die benötigten Stimmen erhalten, haben Sie ebenfalls gewonnen.
Doch nun mehr zur Diplomatie selbst. Sobald Sie eine Stadt einer anderen Zivilisation oder einen Stadtstaat gefunden haben, können Sie mit dem Herrscher von diesem in Verbindung treten. Ob Sie dann den Krieg erklären, einen Geheimpakt schließen, miteinander handeln, oder sonst etwas machen, liegt dann ganz an Ihnen, und dem Herrscher des anderen Reiches.
Sollte es nun so weit sein, dass Sie jemandem den Krieg erklären, oder er Ihnen, brauchen Sie ein paar militärische Einheiten. Diese können Sie dann ganz einfach zu dem Feld schicken, von dem aus sie angreifen sollen und dann auf das Feld klicken, das sie angreifen sollen. Wenn dann zwei Einheiten gegeneinander kämpfen, gibt es eine ganze Menge an Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Ist eine der Einheiten von derem Gegner flankiert, hat sie durch frühere Kämpfe und die dabei gewonnene Erfahrung bereits neue Fähigkeiten, die ihr helfen, wie stark sind die beiden Einheiten, und wie sind die Terrainbedingungen? All diese Faktoren beeinflussen den Ausgang des Kampfes, und können damit das restliche Spielgeschehen beeinflussen.
Grafik und Sound
In punkto Grafik weiß "Sid Meier's Civilization V" zu beeindrucken. Denn der Strategiehit weiß mit einer Vielzahl an toll modellierten Einheiten, Landstücken, Städten und sogar Anführern zu überzeugen.
Hier muss auch angemerkt werden, dass es eben nicht fünf Landkarten, gibt die ständig gleich bleiben, sondern jedes Mal, wenn Sie ein neues Spiel starten, eine komplett neue Landkarte generiert wird, die durchaus überzeugend und realistisch aussieht, und auf jeden Fall eine Menge Spaß bietet.
Individuelle Hintergrundmusik samt Orchesteraufnahmen, so wie speziell auf die einzelnen Einheiten angepasste Sounds lassen kaum etwas zu wünschen übrig.
Die Steuerung ist für solch ein komplexes Spiel mehr als einfach. Denn absolut alle Aktionen können durch Zuhilfenahme der Maus ausgeführt werden. Ein schlankes Userinterface bietet auf einfache und leicht übersichtliche Weise alle Möglichkeiten die es da gibt. Natürlich können Sie einige der Aktionen, wie auch die Steuerung der Karte über die Tastatur handhaben, jedoch reicht eine Maus vollkommen aus.
Im Multiplayer haben Sie die Möglichkeit, entweder einem Spiel beizutreten oder ein Spiel für bis zu zwölf Personen zu eröffnen. Dieses können Sie natürlich im Vorfeld noch beliebig modifizieren, egal ob Sie nun das Zeitalter in dem Sie starten, oder die Vielfalt der Rohstoffe am Feld verändern wollen. Der einzige für mich ersichtliche Negativpunkt dabei, dass die Spieler immer warten müssen bis alle anderen Ihren Zug beendet haben, was vor allem im späteren Verlauf des Spiels ziemlich lange dauern kann.
Atmosphäre
Damit sind wir nun bei dem wohl wichtigsten Punkt in "Sid Meier's Civilization V". Denn wie bereits bei früheren "Civilization" - Titeln, lässt Sie das Spiel, hat es Sie einmal in Ihren Bann geschlagen, nicht mehr los. Ich selbst habe mir mehrere Male gedacht, eine Runde noch, und dann waren schon wieder ein paar Runden vorbei. Mich persönlich beeindruckt dabei, dass auch wenn mich im Vergleich zum Beispiel eine Partie "FIFA 11" sicher auch fesselt, ist es wesentlich einfacher, diese einfach kurz zu pausieren, oder danach aufzuhören, während einen "Sid Meier's Civilization V" Runde für Runde erneut in seinen Bann schlägt, und das ohne musikalische Höhepunkte oder viele Special Effects. Hier fesselt wirklich nur die Spielmechanik, und als Bonus gibt es noch tolle Grafik und schöne Hintergrundmusik oben drauf.
Abschließend bleibt nur zu sagen, dass "Sid Meier's Civilization V" definitiv ein würdiger Nachfolger ist, und allen bisherigen Fans mehr als genug Stoff bietet, um einen Kauf zu rechtfertigen. All jenen die noch keinen Titel der "Civilization"-Reihe gespielt haben, ist vielleicht bereits aufgefallen, dass der fünfte Teil der Reihe ein sehr komplexes Spiel ist, hierbei ist jedoch wichtig noch einmal zu erwähnen, dass es trotz der Komplexität und der enormen Möglichkeiten, die sich über die Zeitalter bieten, von welchen ich hier gar nicht alles erwähnen konnte, da das ansonsten wohl den Rahmen sprengen würde, dennoch ein relativ leicht handzuhabendes Spiel ist. Um hier und jetzt jedoch zu einem Schluss zu kommen, "Sid Meier's Civilization V" ist auf jeden Fall eine Überlegung wert und für mich eines der Top-Spiele 2010.
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