Weltraumpioniere aufgepasst! Mit „Armada 2526“ möchten die Entwickler zurück zu den Wurzeln der Weltraumsimulation kehren und das gleichzeitig so einfach wie möglich für Genre-Einsteiger gestalten. Ob ihnen dieses Vorhaben gelungen ist, erfahren Sie in unserem Review.
Es gibt viele Genres unter den Videospielen, die sich mit einer extrem eingeschränkten Zielgruppe am Leben erhalten. Da wären zum Beispiel die zahlreichen Landwirtschaft-Simulationen oder auch die kniffligen Wimmelbildspiele, die auf ein eher kleines Publikum zugeschnitten sind. Und dann gibt es da natürlich noch die Weltraumsimulationen, die in den 90ern ihren Höhepunkt feierten und danach immer mehr in Vergessenheit gerieten. Mit „Armada 2526“ möchte der Gamedesigner R.T. Smith, der unter anderem an der erfolgreichen „Total War“-Serie beteiligt war, das Genre zu neuem Leben erwecken und gleichzeitig einfacher für Neueinsteiger gestalten. Ob das gut geht, ist zweifelhaft, denn seit jeher sind die Zielpersonen dieses Genres Hardcore-Strategiefans und eine Vereinfachung des Spielprinzips zieht meistens leider auch einen Verlust an Komplexität und Handlungsfreiheit nach sich.
In „Armada 2526“ übernehmen Sie zu Beginn des Spieles die Kontrolle über eine der insgesamt 12 spielbaren Alien-Rassen. Das Spiel gehört zu den so genannten 4X-Strategiespielen. Das „X“ steht dabei für „explore“, „expand“, „exploit“ und „exterminate“, was auf Deutsch erkunden, expandieren, ausbeuten und vernichten bedeutet. Und damit wäre auch schon das Ziel des Spiels erklärt. Rundenbasiert gilt es, den zu Beginn zugewiesenen Heimatplaneten auszubauen, um später Kolonien zu besiedeln, Handel mit anderen Völkern zu betreiben und zu guter Letzt eine Kriegsflotte aufzustellen um die alleinige Herrschaft in den unendlichen Weiten zu bekommen.
Grafik und Sound
Sie spielen „Armada 2526“ zum größten Teil auf einer zweidimensionalen Weltraumkarte die in Unmengen von Sonnensystemen aufgeteilt ist auf denen Sie jeweils einen Überblick über alle Planeten bekommen. In dieser Ansicht findet der rundenbasierende strategische Teil von „Armada 2526“ statt. Sobald Sie auf die erste feindlich eingestellte Alienrasse treffen und die Situation eskaliert, wechselt das Spiel in einen taktischen Echtzeitmodus, in dem alle Einheiten auf dem Schlachtfeld als 3D-Modelle dargestellt werden. Sehr gut ist das martialisch wirkende Interface gelungen, das zu jeder Zeit übersichtlich bleibt und sehr aufgeräumt wirkt. Begleitet werden die Runden und Kämpfe von einem spannenden Soundtrack, der jedoch auf Dauer eintönig wirkt.
Steuerung
Gesteuert wird „Armada 2526“ in erster Linie mit der Maus. So können Sie dank des komfortablen Interfaces bequem zwischen Ihren Flotten, Planeten usw. wechseln und kommen jeweils mit nur wenigen Klicks zu der gewünschten Tätigkeit. Die größten Probleme bei der Steuerung machen hier noch immer die Weltraumschlachten, bei denen ab einer gewissen Größe schnell die Übersicht verloren geht. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sich die unzähligen Einheiten, die alle einen eigenen Zweck erfüllen, ab einer gewissen Zoomentfernung zum Verwechseln ähnlich sehen. Gott sei Dank können Sie das Spielgeschehen jeder Zeit pausieren, um in Ruhe über die nächsten Schritte nachzudenken.
Einen richtigen Online-Mehrspielermodus besitzt „Armada 2526“ leider nicht. Es ist jedoch möglich über die integrierte Hotseat-Funktion auch gegen einen menschlichen Gegner anzutreten. Dies bedeutet, dass beide Spieler am selben Computer sitzen und der, der gerade am Zug ist, die nur für ihn relevanten Daten angezeigt bekommt. Hat ein Spieler seine Runde beendet, wird gewechselt.
Atmosphäre
Vor allem die zwölf verschiedenen Rassen tragen sehr zur Atmosphäre von „Armada 2526“ bei. Jedes gewählte Volk besitzt nämlich unterschiedliche Boni auf Faktoren wie zum Beispiel Bevölkerungszahl, Wirtschaftskraft oder Größe des Imperiums. Die menschliche Rasse bekommt als Beispiel besonders viele Siegpunkte, wenn ihre Untertanen zufrieden sind und sie viel militärischen Ruhm besitzen. Dadurch müssen sie je nach Volk ihre Taktik dementsprechend anpassen und auch versuchen, jene der sehr guten KI zu durchschauen, wodurch der Wiederspielwert extrem ansteigt.
Zusammenfassung
„Armada 2526“ ist eindeutig ein Spiel, das an Genre-Neulinge gerichtet ist. Nach der Absolvierung des komfortablen Tutorials kann man das beiliegende Handbuch getrost zur Seite legen und los spielen. Die gute KI entschädigt Sie einigermaßen für den fehlenden Mehrspielermodus und gerade in der Anfangsphase entwickelt das Spiel einen extremen Suchtfaktor, da in jeder Runde etwas Interessantes passiert. Ich selbst darf mich ebenfalls zu den Neulingen im Bereich der Weltraumsimulationen zählen, und konnte zum eigenen Erstaunen feststellen, wie locker die Führung eines ganzen interstellaren Imperiums nach einiger Eingewöhnungszeit von der Hand geht. Experten in diesen Bereich, die auf ausgeklügelte Taktiken und kompliziertes Micromangement abfahren, werden aber wie zu Beginn angekündigt etwas zu kurz kommen.
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