Nach fast acht Jahren gibt es nun die Fortsetzung des Action-Shooters: „Mafia II“ ist seit Freitag erhältlich, und wenn Sie wissen wollen, ob sich der Kauf lohnt, oder ob Mafiosi doch Schnee von gestern sind, lesen Sie unser Review.
Wenn Sie „Mafia II“ starten, erfahren Sie mittels einer Videosequenz, die schon den hohen grafischen Detailgrad erkennen lässt, die Hintergrundgeschichte. Vito Scaletta, unser Charakter, ist als kleiner Junge mit seiner Familie nach Amerika ausgewandert. Nachdem er einige Jahre später bei einem Diebstahl erwischt wird, stellt sich ihm die Wahl, ins Gefängnis zu gehen oder der Armee beizutreten und in seiner ursprünglichen Heimat, in Italien das Naziregime zu zerschlagen. Hier steigt das Spiel zum ersten Mal ein und überlässt uns das Steuer. Doch bevor wir genauer darauf eingehen, noch ein grober Überblick über die Story des Spiels.
Im Krieg verletzt, kehrt unser Held zurück nach Amerika, wo er dahinter kommt, dass bei seiner Familie auch nicht alles ganz so glatt läuft. Denn nachdem sein Vater gestorben war, hatte dieser Schulden von 2.000 Dollar hinterlassen, und wenn Mutter und Schwester nicht bald zahlen können, würden die Schulden noch mehr werden. Hilfesuchend wendet sich Vito an seinen alten Freund Joe, der bereits gute Kontakte zu den kriminelleren Schichten der Stadt pflegt. Bevor wir direkt in die Unterwelt abtauchen, hier ein Trailer für Sie:
Während ich „Mafia II“ gespielt habe, musste ich immer wieder an Titel wie „GTA IV“ denken. Denn im Prinzip haben Sie in beiden Spielen ähnliche Möglichkeiten: Autos klauen und fahren, Waffen und Kleidung kaufen, Leute abknallen, und natürlich Essen, sowie auch Schlafen. Doch in so gut wie all diesen Punkten unterscheiden sich die Titel dann auch wieder, was „Mafia II“ eben gerade so spannend macht.
Beginnen wir einfach einmal bei den Autos: Jeder Mann freut sich über ein schönes Auto, und Vito Scaletta kann sich so gut wie jedes Auto besorgen. Ob die Scheibe eingeschlagen, das Schloss mit einem Dietrich geknackt oder der Fahrer aus dem Wagen geworfen wird, alles kein Problem. Sie sollten lediglich immer ein Auge auf patrouillierende Polizisten haben, denn denen gefällt es natürlich ganz und gar nicht, wenn Sie sich fremde Autos zu eigen machen. Wenn Sie sich dann einen Wagen geschnappt haben, können Sie diesen ganz einfach herumkutschieren, wobei Sie jedoch vor allem bei dem vielen Schnee auf der Straße gut aufpassen sollten, nicht zu schnell zu fahren. Sollten Sie vielleicht doch von der Polizei beim Stehlen des Autos erwischt worden sein, ist das jedoch auch kein Problem, einfach schnell in die nächste Werkstatt gefahren und das Kennzeichen ausgetauscht.
Wenn wir schon dabei sind, sprechen wir doch gleich einmal über die Ordnungshüter in „Mafia II“. Diese müssen, um eine Straftat zu bemerken, in der Nähe von Ihnen sein und Sie auch sehen. Sollten Sie auf der Flucht vor der Polizei sein, gilt auch hier, verfolgen kann Sie nur, wer Sie sieht, denn es fahren und gehen zwar einige Polizisten quer durch die Stadt, doch diese müssen Sie auch erst einmal bemerken, bevor sie etwas tun können.
Ein weiterer großer und sehr wichtiger Punkt des Spiels ist natürlich das Kämpfen. Ihnen wird meistens mehr als eine Möglichkeit in der Konfrontation geboten. Sie können einfach Ihre Pistole oder sonstige Waffe schnappen und wild drauflos ballern, aber Sie können auch versuchen, sich an Ihre Gegner anzuschleichen und diese von hinten und lautlos zu erledigen. Öfters gebraucht werden auch Ihre Fähigkeiten im Nahkampf, denn es kommt schon hin und wieder vor, dass sich jemand für zu wichtig nimmt und Sie ihm eine direkte Lektion erteilen müssen.
Nachdem wir nun wissen wie alles funktioniert können wir uns eigentlich einmal ein paar Missionen ansehen.
Wie Sie hier sehen können wird eine Mission erst einmal durch eine kleine, oder in diesem Fall etwas längere Sequenz begonnen die Ihnen die Geschichte etwas näher bringt. Nach diesen Sequenzen geht es dann meist direkt mit der eigentlichen Mission los. Wobei es hier die Missionen gibt, die wie in diesem Video sehr actionreich sind, in denen Sie ordentlich herumballern können oder sich mit ein paar Typen prügeln, und dann gibt es die Missionen in denen Sie zum Beispiel mit einem Truck herumfahren und Zigaretten verkaufen. Was dann nicht ganz so prickelnd ist.
Grafik und Sound
Was die Grafik angeht, konnte mich „Mafia II“ bereits in den ersten Sekunden für sich gewinnen, denn sowohl die erste Videosequenz wie auch der darauf folgende Sprung nach Italien, in der Sie als amerikanischer Soldat kämpfen, sehen umwerfend aus und haben mich überzeugt. Die Charaktere sehen realistisch aus und die Texturen, Schatten und sonstigen grafischen Spielereien sind ein Augenschmaus. Auch die Animationen wirken sehr gelungen, denn egal, was wir Vito machen lassen, er tut es in flüssigen Bewegungen.
Der Sound zum Spiel hat es zwar sicher nicht leicht, mit den restlichen Punkten mitzuhalten, ist aber dennoch ziemlich gut gelungen. Egal, ob Sie auf jemanden einprügeln, wie wild auf Ihre Gegner ballern oder einfach nur aufs Gas steigen, es hört sich gut an. Doch ansonsten setzt der Titel hier eher auf das Prinzip „Weniger ist mehr“, und stellt uns zwar im Auto noch ein Radio zur Verfügung, während der Missionen müssen wir uns aber die meiste Zeit mit den Geräuschen vieler schnell hintereinander abgefeuerter Pistolen begnügen.
Eine eingängige Steuerung ist das Um und Auf eines guten Spiels, wie uns manche Titel leider immer wieder nur allzu deutlich machen. Doch die Entwickler von „Mafia II“ dürften dies bereits wissen, und so ist es von Anfang an nicht schwer, sich zurecht zu finden. Die Tastenbelegung wird bereits beim ersten Schritt im Spiel erklärt und lässt keine Fragen offen. Auch während des Spiels gibt es immer wieder Hilfstexte, damit wir Spieler uns auf jeden Fall zurecht finden.
Doch auch die Umsetzung dieser Steuerung in die Bewegungen im Spiel funktioniert mehr als einwandfrei. Egal, ob Sie mit Ihrem Auto herumfahren, zu Fuß unterwegs sind, gerade jemandem Vernunft einprügeln oder sich eine Schießerei gönnen, hier gibt es nichts zu beanstanden. Ein weiterer Vorteil ist, dass nur wenige Tasten ausreichen, um sich im Spiel zurechtzufinden. Denn ob Sie nun mit der rechten Maustaste zielen und mit der linken schießen, mit den eben genannten Tasten schnelle und harte Schläge austeilen und sich mit Space verteidigen, oder mit W.A.S.D. herumlaufen, und sich mit C ducken und mit Strg in Deckung gehen - alles wird ihnen extra erklärt und ist leicht anzuwenden.
Atmosphäre
Die Atmosphäre zum Spiel ist einfach nur gut gelungen. Hier stimmt einfach alles, von der guten Grafik, über alte Autos, die verschneiten Straßen, genau die richtigen Lieder im Radio, um die passende Stimmung zu erzeugen. Dann gibt es außerdem immer noch die sehr gelungenen Videosequenzen, die die Geschichte vorantreiben, und noch viele weitere Kleinigkeiten, die Ihnen, sollten Sie das Spiel spielen, sicher nicht entgehen werden. Daraus kann ich nur schließen, wer anfängt „Mafia II“ zu spielen und sich wirklich auf das Spiel einlässt, wird sich sicher bald wie ein echter (hoffentlich nur virtueller) Mafiosi fühlen.
Zum Abschluss bleibt somit eigentlich nur noch zu sagen, sollten Sie Spiele mit einer guten Story, viel Action, tollen Grafiken sowie einzigartigen Charakteren oder auch Spiele wie „GTA IV“ und „Red Dead Redemption“ mögen, sind Sie hier genau richtig. Wenn Sie sich jetzt noch nicht sicher sind, sind Sie sicher auch nicht allzu falsch, denn der Titel ist wirklich gut gelungen und weiß, vor den Bildschirm zu fesseln.
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