Der bekannte Publisher Purple Hills, der für eine Vielzahl von hochwertigen Casualgames bekannt ist, erweiterte nun sein Portfolio um einen weiteren Titel. Dieser geht unter dem klingenden Namen "Vampire Saga: Pandora's Box" exklusiv für den PC an den Start. Ob dieser brandneue Wimmelbildtitel ein wahrer Insidertipp ist oder nur Mittelmaß, erfahren Sie im folgenden Review.
Werfen wir gleich zu Beginn auf die Rückseite der Verpackung. Die Screenshots sowie die Spielbeschreibung lassen den Eindruck entstehen, dass es sich bei dem Titel um ein gruseliges Wimmelbildabenteuer handelt. Die Rede ist von Vampiren und auch die Screenshots wirken ein wenig schaurig. Wenn man den Titel des Spiels ("Vampire Saga: Pandora's Box") betrachtet und dann noch die USK Kennzeichnung sieht (Ab 6 Jahren freigegeben), wird dieser Ersteindruck noch gestärkt. Doch ist der Titel wirklich so gruselig?
Starten möchten wir gleich mit einem Übersichtstrailer, der nahezu alle Facetten des Titels vorstellt.
Wir lassen uns vom ersten Eindruck nicht beirren und legen gleich nach dem Spielstart ein Profil an. Unter diesem Profilnamen wird der Spielfortschritt gespeichert, womit sich der Titel sehr gut für lange sowie kurze Gaming-Sessions eignet. Danach startet eine kurze Introsequenz, die anhand von Standbildern mit Untertiteln realisiert wurde. Im Intro sieht man einen jungen Mann, der nichtsahnend zu Hause sitzt. Er hat ein komisches Gefühl in der Magengegend, und auf einmal läutet das Telefon. Es ist der Großvater des jungen Mannes. Der Großvater stammelt verwirrtes Zeug und beendet das Gespräch mit dem Wortlaut: "Ich habe Sie getötet!". Voll verwirrt macht sich der junge Mann auf den Weg zum Haus des Großvaters. Dort angekommen, gilt es gleich, das erste Wimmelbild zu lösen, um einen Stein zu finden, mit dem man die Scheibe zu Großvaters Haus einschlagen kann. Danach gilt es noch, ein Minispiel (Schloss knacken) sowie weitere Wimmelbilder zu lösen, bevor man den Großvater zum ersten Mal zu Gesicht bekommt. Der Großvater hatte offenbar einen Herzinfakt und der junge Mann begibt sich, warum auch immer, auf die Suche nach Aspirin und Wasser? Meiner Meinung nach wäre ein Anruf bei der Rettung besser gewesen, aber egal. Vermutlich sollte die Blutverdünnung auf diese Weise angeregt werden ... An dieser Stelle sollte noch erwähnt werden, dass das gesamte Haus des Großvaters auf den Kopf gestellt wurde. Es scheint, als wäre eine Gruppe Vandalen in das Anwesen eingebrochen und hätte alles zerstört und beschädigt. Was ist hier passiert? Wird der Großvater wieder zu Bewusstsein kommen? Finden Sie es selbst heraus!
Gameplay
Gameplaytechnisch gibt es nicht viel Atemberaubendes zu berichten. Es erwartet Sie klassisches Wimmelbildgameplay gepaart mit einigen Minispielen. Für diejenigen, die noch keine Erfahrung mit Wimmelbildspielen gesammelt haben, möchte ich das Spielprinzip derer kurz erklären. Bei Wimmelbildspielen muss der Spieler spezielle Gegenstände auf komplett überfüllten und überladenen Bildern entdecken und diese anklicken. Beispiele hierfür wären ein Stein, zwei Löffel, drei Dosen, ein Schlüsselbund, zwei Flaschen und vieles mehr. Im Gegensatz zu manch anderen Wimmelbildspielen wurde hier die Größe der gesuchten Objekte nur minimal verändert. Riesengroße Kugelschreiber oder ähnliches bleiben Ihnen also erspart. Neben diesen Wimmelbildeinlagen gilt es, einige Minispiele zu meistern und auch ein Hauch von Adventurefeeling ist im Spiel zu finden. Man muss beispielsweise Gegenstände, die man entdeckt hat, mit anderen Objekten kombinieren. Beispielsweise muss man eine Rolle Klebeband dazu verwenden, um die Stromversorgung im Haus wieder herzustellen. Das gibt dem Spiel einen weiterschichtigeren Touch, der aber über das meiner Meinung nach schwache Gameplay kaum hinwegtäuscht.
Die Minispiele sind sinnlos und auch viel zu einfach. Das Knacken des Schlosses am Anfang des Spiels ist ein gutes Beispiel. Man muss ähnlich wie bei "Fallout 3" mit einer Haarnadel das Schloss knacken. Dabei muss man allerdings nicht wie bei "Fallout 3" vorsichtig vorgehen, um das Schloss zu öffnen, sondern kann nach Belieben die Haarnadel "herumdrehen" bis das Schloss offen ist. Ich habe die Haarnadel fast durchgehend nicht bewegt, und das Schloss ging trotzdem auf? Vielleicht hatte ich auch einfach nur Glück. Außerdem gibt es laut der Verpackungsrückseite nur fünf verschiedene Minispiele. Dies ist meiner Meinung nach sogar für einen Budgettitel sehr wenig. Auch die Anzahl der Schauplätze ist mit elf wenig berauschend. Im Spiel mag man die einzelnen Wimmelbildschauplätze, spätestens nach dem fünften Besuch nicht mehr aufsuchen. Auch die Kombination der Gegenstände ist hin und wieder etwas realitätsfremd. Beispielsweise muss man, um einen Hebel, der in einem Lampenschirm versteckt ist, zu bekommen, Folgendes tun: Ein Gewehr laden und damit auf den Lampenschirm schießen. Wäre der Großvater fit, würde er dies wohl kaum gut heißen. Das Witzige dabei ist allerdings, dass man, um den Hebel aus dem Lampenschirm zu holen, nicht einfach die Leiter, die nur max. zwei Meter neben den Lampenschirm steht, verwendet.
Auch bei der Lokalisierung dürften einige Fehler passiert sein. So sind Schrauben und Muttern beide als Schrauben bezeichnet. Man muss auch beispielsweise an einem Schauplatz einmal zwei Kellen und zusätzlich eine Kelle suchen, anstatt gleich drei Kellen im Suchfeld anzuführen. Als Kellen werden auch unter anderem Pfannenwender bezeichnet? Babelfisch lässt grüßen. Sollten Sie im Spiel Probleme haben, voran zu kommen, können Sie auf eine gute Hilfefunktion zurückgreifen. Diese hilft Ihnen beim Auffinden von Gegenständen und erleichtert so das Vorankommen im Spiel. Auch die Möglichkeit des Minispiel-Überspringens vereinfacht das Vorankommen.
Auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass die Entwickler das nervöse und ziellose Herumklicken auf dem Bildschirm mit einer kurzen Cool-Down Phase unterbunden haben.
Alles in allem kann man sagen, dass Sie ein typisches Wimmelbildspiel erwartet, wobei Purple Hills schon viel bessere veröffentlicht hat.
Es gibt jedoch auch einige Highlights im Spiel. Der Hauptvorteil des Spiels ist die sehr gute Darstellung der Wimmelbildschauplätze und Objekte. Die Objekte sind sehr gut zu erkennen, und auch die Darstellung derer ist so gut, dass man keine Unterschiede zwischen der Umgebung und den gesuchten Objekten sieht. Das macht die Suche spannender und unterhaltsamer. Auch die Minispiele wurden mit viel Liebe zum Detail erstellt, doch wie bereits erwähnt hätten es ruhig ein paar mehr und vor allem sinnvollere sein können. Das Intro und die Zwischensequenzen könnten zwar noch etwas besser gestaltet werden, doch das Gezeigte ist für einen Budgettitel ganz in Ordnung.
Soundtechnisch siehts nicht ganz so gut aus. Die Soundeffekte sowie die Melodie im Hintergrund ist etwas abwechlsungsarm und maximal mittelmäßig. Während dem Spiel hört man dann oft schaurige Stimmen, die zwar für die Atmosphäre ganz zweckdienlich sind, doch für das Zielpublikum (ab 6 Jahren freigegeben) doch etwas zu gruselig.
Steuerung
Gesteuert wird genretypisch ausschließlich mit der Maus. Ganz egal, ob es das Navigieren durch die Spielwelt oder das Auffinden von Objekten betrifft, alles wird mit der Maus vollführt. Auch die Eingabe von Tresor-Codes wird über ein Zahlenrad vollzogen. Die Steuerung ist derart einfach und intuitiv, dass sie für jung und alt bestens geeignet ist. Auch das Tutorial am Anfang erläutert das Ganze nochmals.
Atmosphäre
Die Atmosphäre stimmt absolut. Es wird dank der Schauplätze und der gruseligen Soundkulissen eine Gänsehautstimmung erzeugt.
"Vampire Saga: Pandora's Box" ist ein typisches Wimmelbildspiel, das eine gruselige Atmosphäre sowie eine absolut gelungene Darstellung beinhaltet, allerdings muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass bei der Lokalisierung sowie beim Gameplay und der Variation der Schauplätze und Minispiele Schwächen existieren. Gerade diese Schwächen mindern den Spielspaß ungemein.
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