Das Warten hat ein Ende! Endlich ist es soweit! Blizzard bringt die langersehnte Fortsetzung des Echtzeit-Strategie-Blockbusters „StarCraft“. Ob der Titel das Zeug hat, wie auch der Vorgänger, Spielerinnen und Spieler weltweit jahrelang an den PC zu fesseln, erfahren Sie im folgenden Review.
Wir befinden uns im Jahre 1998 als Blizzard neben der Echtzeit-Strategie-Marke „Warcraft“ mit „StarCraft“ ein neues Franchise aufbaut. Im Gegensatz zu „Warcraft“ wurde „StarCraft“ im Weltall situiert. Auch die Rassen unterschieden sich von „Warcraft“. Es erwarteten Sie in „StarCraft“ neben den Terranern die Zerg und die Protoss. Jede dieser Rassen hatte eigene Fähigkeiten und Einheiten. Diese war neben den gutem Balancing und dem Gameplay eines der Erfolgsgeheimnisse von „StarCraft“. Während der Titel in Europa schon ein wenig die Bedeutung verlor, entwickelte sich in Asien ein wahrer Hype.
Hier ein Video dazu, wie in Asien „StarCraft“ gespielt wird:
Nun 12 Jahre nach dem Release von Teil 1 folgt nun die Fortsetzung und was diese zu bieten hat, möchten wir Ihnen auf den folgenden Seiten präsentieren.
Starten möchten wir gleich mit dem offiziellen Launch-Trailer zum Spiel:
Bei „StarCraft II: Wings of Liberty“ handelt es sich allerdings nur um den ersten Teil des dreiteiligen Releases, der die Geschehnisse und Kampagnen der Terraner beinhaltet. Die weiteren Ableger in denen die Zerg- und Protoss-Missionen spielbar sein werden, folgen in den nächsten Jahren. Gleich vorweg, während bei „StarCraft“ rund 10 Missionen pro Rasse warten, erhält nun jede Rassen einen Kampagnenumfang von rund 30 Missionen, wovon jede rund 30 bis 60 Minuten dauern soll.
Genug zu den Keyfacts, legen wir die Spieldisc endlich ins Laufwerk. Gleich bei der Installation des Titels muss man die Aktivierung durchführen. Das System erkennt dann automatisch, ob es sich um die Collector‘s Edition oder die Standardversion handelt. Weiters werden gleich die Hardware- und Softwarekomponenten überprüft. Beispielsweise benötigt der Titel unter Windows XP das Service Pack 3. Auch die Grafikkarte wie kurz überprüft, und man wird gelegentlich auf ein Update des Grafikkarten-Treibers hingewiesen.
Während die Installation sehr lange dauert, können Sie sich die Zeit vertreiben, indem Sie der Geschichte aus Teil 1 folgen beziehungsweise sich diese nochmals in Erinnerung rufen, denn die Geschehnisse werden während der Installation nochmals erzählt und zwar akustisch, in Text- sowie in Bildform und das natürlich komplett in Deutsch! Ein gelungener Start, würde ich mal sagen.
Gameplay
Nach dem Spielstart wartet gleich ein spannendes Intro-Video, das schon vor einiger Zeit veröffentlicht wurde. Hier das Intro zum Selbstansehen:
Wer dieser Kerl in dem Video ist beziehungsweise warum er in diesen Anzug gesteckt wird, erfahren Sie noch früh genug. Kurz vorweg, sein Name ist Tychus Findlay und er ist ein alter Bekannter von Jim Raynor, der allen noch bestens aus Teil 1 in Erinnerung sein sollte.
Sollten Sie ein Kenner von „StarCraft“ sein, können Sie im Spiel die angebotenen Tutorials überspringen. In denen werden die Steuerung, der Ressourcenabbau und vieles mehr erläutert. Diese Tutorials sind rein optional. Neulinge sollten allerdings einen kurz Blick in die Tutorials werfen, da Sie nicht lange dauern und einige spannende Infos bereithalten.
Singleplayermodus:
Im Singleplayermodus stehen Ihnen zwei Optionen offen. Sie können den Story-Modus spielen oder ein Spielchen gegen den Computer (in weiterer Folge als Gefechts-Modus bezeichnet) auf einer vorgewählten Karte spielen. Im Gefechts-Modus können Sie je nach Karte gegen einen oder mehr Computergegner antreten. Dabei gibt’s im Vergleich zum Vorgänger keinerlei nennenswerte Neuerungen. Jeder beginnt mit dem Aufbau einer Basis, sammelt in weiterer Folge Ressourcen, baut eine Armee auf und macht sich auf die Jagd nach dem Gegner. Wie auch aus dem Vorgänger bekannt, sollten die Ressourcenquellen im Auge behalten werden, um nicht auf einmal auf dem Trockenen zu sitzen.
In diesem Gefechts-Modus sind, im Gegensatz zum Storymodus, alle drei Rassen spielbar. Jede Rasse verfügt über eigene Einheiten und Fähigkeiten und spielt sich daher komplett anders.
Kommen wir nun zum Story-Modus. Hier erwartet Sie eine wirklich gelungene und vor allem zusammenhängende Geschichte, wie ich sie persönlich noch in keinem anderen Echtzeit-Strategie-Spiel erlebt habe. Dank vieler Zwischensequenzen und Dialoge werden Sie derart tief in die Story hineingezogen, dass unbedingt noch ein Level und noch ein Level und noch ein Level spielen wollen. Schade, dass der Tag nur 24 Stunden hat und der menschliche Körper Schlaf benötigt. Die Missionen an sich sind zu Beginn recht kurz, werden dann aber immer schwieriger und länger. Insgesamt warten 26 Missionen auf Sie, die von normalen Kampfeinsätzen, über Eskort- bis hin zu Verteidigungsmissionen einiges zu bieten haben.
Doch nun zurück zum eigentlichen Spiel. Wie nicht anders bei einem Echtzeit-Strategie-Spiel zu erwarten, steht der Ressourcenabbau als zentraler Punkt auf der Tagesordnung. Dazu verwenden Sie bei den Terranern das Mädchen für alles, genannt WBF (dt. Weltraumbaufahrzeug). Diese Einheit errichtet Gebäude, repariert Panzer sowie Flugzeuge und baut vor allem Ressourcen ab. Wie auch im Vorgänger gibt es zwei Arten von Ressourcen: auf der einen Seite die Kristalle und auf der anderen Seite das Vespingas. Während der Abbau von Kristallen keine Schwierigkeit darstellt, muss für das Sammeln von Vespingas eine Raffinerie errichtet werden. Aus dieser können dann die WBFs das Vespingas holen und direkt zum Hauptgebäude transportieren.
Zum Aufbau von mächtigen Einheiten gilt es, einen Technologiebaum zu erfüllen. Sie müssen teilweise Produktionsstätten errichten und diese mitunter mit Upgrades versehen, um die gewünschten Einheiten bauen zu können. Neben den normalen Einheiten gibt es im Vergleich zum Vorgänger eine weitere Möglichkeit, an Streitkräfte zu kommen. Im Spielverlauf können Sie Söldner anwerben, die nach verstreichen einer Cool-Down-Phase auf das Feld geschickt werden können. Diese kosten zwar auch Ressourcen, sind aber oft eine gute Alternative, wenn schnell Einheiten benötigt werden, wie zum Beispiel zur Basisverteidigung.
Im Kampf an sich gibt’s für Strategie-Freunde wenige Überraschungen. Es gibt Spezialfähigkeiten, die es sich lohnt auszunützen, wobei diese oft etwas Geschick in Punkto Timing verlangen. Einheiten können gruppiert werden und auch mit verschiedenen Aufgaben wie Bewegen, Angreifen oder Patrouillieren, versehen werden.
Im Zuge des Story-Modus entdecken Sie im Spielverlauf einen Arcade-Automat. Der ist allerdings nicht nur zum Spaß im Spiel, sondern zum Absolvieren eines Minispiels. Darin gilt es, in 2D-Manier mit einem Flugschiff auf Highscore-Jagd zu gehen. Bei den Screenshots sehen Sie ein Bild dazu.
Ein weiteres Highlight ist der Karten-Editor, der wie auch in Teil 1 ein fixer Bestandteil ist. In diesem Editor können Sie mit sehr vielen Möglichkeiten eigene Karten erstellen und Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Möglichkeiten übersteigen meiner Meinung noch die Editorfunktionen von Customization-Titel wie „ModNation Racers“.
Alles in allem gibt’s in Punkto Gameplay keine nennenswerten Schwächen. Auch Gameplay-Probleme wie das Einschließen von eigenen WBFs bei Bau von Versorgungsdepots wurden abgeschafft, da man diese nun im Boden versenken kann.
Grafik und Sound
Grafisch wurde der Titel im Vergleich zum Vorgänger, wie nicht anderes zu erwarten, ordentlich aufgewertet. Es gibt vor allem spannende und sehr schön anzusehende Videosequenzen.
Hier ein kleiner Vorgeschmack:
Auch die Animationen im Spiel selbst können voll überzeugen, wie auch die abwechslungsreichen Gebäude und Einheiten. Auch die Spielwelten wurden mit NPCs wie Fabelwesen oder ähnlichem gefüllt, um noch mehr Atmosphäre zu erzeugen.
Soundtechnisch gibt’s ebenfalls ausschließlich Lobeshymne. Alle Dialoge in den Videosequenzen sind voll lokalisiert. Durch die Vielzahl an Videosequenzen wird vor allem eine mitreißende Story aufgebaut. Auch die Sprüche der Einheiten wirken ganz ok, wenn Sie auch – nicht weiter verwunderlich – auf Dauer etwas langweilig werden.
Die Musikuntermalung ist einfach fantastisch. Es erwartet Sie genialer Soundtrack, der teilweise Erinnerungen an Teil 1 weckt. Die Melodien sind meiner Meinung nach aufwändig in Szene gesetzt worden und alles andere als 0815 Zahnarztmusik! Echt klasse!
Steuerung
Gesteuert wird genretypisch mit Maus und Tastatur mit Ausnahme des Arcade-Minispiel, bei dem Sie nur mit der Tastatur spielen. Die Steuerung wird in optionalen Tutorials sehr gut erklärt und auch eine Vielzahl von Shortkeys wurde von Teil 1 übernommen, weshalb Fans von Teil 1 gleich in gewohnter Manier loslegen können. Die Steuerung wirkt präzise und ist für jeden Echtzeit-Strategie-Fan schnell und vor allem leicht zu erlernen.
Kommen wir nun zu einem weiteren Herzstück von „StarCraft II“. Was wäre aus „StarCraft“ geworden, wenn es da nicht den spannenden LAN- und Online-Modus gegeben hätte. Vermutlich wäre der Titel nach 1 bis 2 Jahren in der Versenkung verschwunden. Diesen Fehler möchte man auch bei Teil zwei nicht machen, weshalb ein umfangreicher Multiplayer-Modus integriert wurde. Gespielt wird ausschließlich über das bekannte Battle.net. Ein LAN-Support ist derzeit nicht enthalten. Es gibt eine Vielzahl an Modi, sowie ein gutes Matchmaking. Je nach Erfahrungslevel treten Sie gegen gleichstarke Gegner an, was den Spielspaß weiter in die Höhe treibt.
Es ist einfach nur genial! Ich habe bisher noch nie ein Echtzeit-Strategie-Spiel erlebt, das so eine dichte Atmosphäre aufweist. Die Schauplätze wirken wie auch die Gebäude und Einheiten abwechslungsreich und detailliert. Auch die vielen Videosequenzen sowie die packende Geschichte, die in drei Teilen, wovon „StarCraft II: Wings of Liberty nur der erste Teil ist, erzählt wird. Die Geschehnisse von Teil 1 samt Expansion werden super aufgenommen und weitergeführt!
Die Wartezeit hat sich absolut gelohnt. Wieder einmal scheint Blizzard alles richtig gemacht und ein Weltklasse-Spiel auf den Markt gebracht zu haben. Wieder einmal scheint es sich ausgezahlt zu haben, den Entwicklern ein Arbeiten ohne Stress zu ermöglichen, um ein wirklich perfektes Spiel abzuliefern. Für mich ist der Titel schon jetzt das Echtzeit-Strategie-Spiel des Jahres und bis jetzt das beste Spiel seiner Art, das ich bis jetzt gespielt habe.
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