„Abgetaucht und losgefahren“. Dies könnte der Slogan zum U-Boot-Spiel „Naval Assault – The Killing Tide“ sein. Doch abtauchen sollten besser die Entwickler dieses durch und durch schlecht gelungene Spiel. Doch um sich ein genaueres Bild davon zu machen – lesen Sie unser Review.
Es ist 1943 und Sie befinden sich während des 2. Weltkriegs als U-Boot Kommandant auf Ihrem Schiff. Nachdem Sie gerade das äußerst langweilige Tutorial durchlaufen haben, wissen Sie nun, wie man ein U-Boot steuert und können sich in die erste Mission stürzen. Schon bald stellt sich heraus, das Tutorial war erst der Anfang.
In der ersten Mission müssen Sie die Stadt New York vor dem deutschen Fliegerangriff beschützen. Dazu können Sie bei Ihrem U-Boot, von denen es im ganzen Spiel nur vier verschiedene gibt, in die Flak-Ansicht wechseln. Nun müssen Sie die daherfliegenden Bomber und Kampfflieger mit ihrem Flakgeschütz ins Visier nehmen. Doch anstatt dass diese ausweichen, fliegen sie stur ihren vorgegeben Weg weiter und ignorieren das feindliche Feuer völlig. Stattdessen treten sie in immer größer werdendem Geschwader auf und bombardieren alle U-Boote im Wasser. Das Absurde dabei ist, dass man zwar mit anderen U-Booten im Hafen steht, aber als einziges mit Dauerfeuer auf die Flieger ballert um die Stadt zu beschützen.
Auch die folgenden Missionen überbieten sich in Ihrer Einfachheit und monotonen Aufgabenstellung. Meistens müssen Sie nur von A nach B fahren um irgendein Schiff zu versenken, feindliche Informationen abzuhorchen oder eine der oben genannten Fliegerschlachten durchführen. Haben Sie dies geschafft, müssen Sie nur noch abhauen und die Mission, von denen es insgesamt 30 gibt, ist geschafft.
Grafik und Sound
„Naval Assault – The Killing Tide“ wurde im April diesen Jahres noch als Xbox LiveArcade Titel mit Release im Juni angekündigt. Daraus wurde dann jedoch ein Vollpreisspiel. Ob damit nur der Preis oder auch der Inhalt geändert wurde ist fraglich. Denn was das kanadische Entwicklerstudio „Artech Studios“ hier abliefert, hat mehr den Charakter eines etwas besseren Arcadegames, wie es sie am Xbox 360 Marktplatz um 10 Euro gibt. Dementsprechend ist auch die Grafik im Spiel. Hat man das eigene Schiff noch gut animiert und mit halbwegs guter Grafik versehen, so hört es außerhalb des Bootes schon wieder auf damit. Die Umgebung und Objekte sehen verpixelt und unscharf aus. Die Animationen beim Versenken von anderen Schiffen ist hingegen halbwegs gelungen. Als Dämpfer bekommt das eigene Schiff dafür keinen sichtbaren Schaden ab. Selbst wenn es versinkt, ist es noch in seiner ganzen Pracht zu sehen. Abendmissionen haben dank der guten Gestaltung des Sonnenuntergangs der sich im Wasser spiegelt einen kleinen Grafikbonus.
Die Soundkulisse wirkt anfangs gut gelungen, sobald man aber bemerkt, dass es nur vier Kulissen, für vier verschiedene Szenarien gibt, wird das Ganze dann doch noch sehr eintönig und öd. Die Musik ändert sich bei einer der drei Tauchhöhen und beim durchfahren von Minengebieten.
Steuerung
Wer sich bei „Naval Assault – The Killing Tide“ eine U-Boot Simulation erwartet, der wird mehr als nur enttäuscht sein. Denn das Spiel ist sehr arcadelastig und hat mit einer richtigen U-Bootfahrt nur wenig zu tun. Das Wichtigste ist wohl das Abtauchen unters Wasser. Hier kann man nicht die genaue Tiefe angeben, sondern nur durch drücken des Steuerkreuzes nach oben oder unten auf drei vorgegebene Tiefen tauchen. Richtig tief nach unten kommt man selbst mit der tiefsten Stufe nicht.
Ähnlich verhält es sich mit dem Steuern des Bootes. Mit dem linken Stick steuern Sie das U-Boot während Sie sich mit dem rechten Stick umsehen.
Wir würden Ihnen hier gerne berichten wie spannend der Multiplayer ist. Wie motivierend das Rangsystem ist und wie unterschiedlich die einzelnen Onlinemodi sind. Obwohl das Spiel erst vor kurzem erschienen ist, konnten wir leider während des Testzeitraums keinen einzigen Mitspieler in der Onlinelobby finden. Nach langer Suche fanden wir dann doch noch eine Spiellobby mit einem Spieler. Bevor das Spiel jedoch startete wurde die Verbindung zum Host getrennt. Liest man sich die Spielanleitung durch, so soll es im Multiplayer darum gehen, so schnell wie möglich feindliche Informationen zu beschaffen und dabei so viel wie möglich gegnerische Schiffe zu versenken. Beides war uns aufgrund der oben genannten Probleme leider nicht möglich.
Wer sich schon gefreut hat, als U-Boot Admiral spannende Seeschlachten zu bestreiten, der wird wohl sehr enttäuscht sein. Statt einer guten U-Boot Simulation bekommt man hier ein mangelhaftes U-Boot-Arcadegame geliefert. Weder die Schleichfahrten noch die Luftangriffe schaffen es einen richtigen Weltkriegsflair zu vermitteln.
Zusammenfassung
505 Games hätte „Naval Assault – The Killing Tide“ wohl doch besser, wie angekündigt, als Arcadegame veröffentlichen sollen. Denn mehr ist es nicht geworden. Für ein Vollpreisspiel ist „Naval Assault – The Killing Tide“ zu plump und bietet zu wenig Abwechslung.
Die Vorteile für registrierte User auf GamingXP werden nach Abschluss der Beta-Phase noch weiter ausgebaut. Helfen Sie mit, das beste GamingXP aller Zeiten zu bauen!
Melde dich gleich jetzt für die Closed Beta des XP Clubs an! Es erwarten sich coole Community-Aktiväten und attraktive Preise! Hier geht's zum XP Club!