„UFC“ - über kaum einen anderen Kontaktsport wird dermaßen diskutiert wie über die Ultimate Fighting Championship. Doch vieles von den negativen Aspekten wird einfach nur übertrieben dargestellt, wodurch die Kämpfe zwar brutaler als etwa beim Boxen sind, dennoch keineswegs mit einer Kneipenschlägerei vergleichbar sind.
Stattdessen regiert Taktik die Matches. Durch die unterschiedlichen Kampfstile der Kämpfer wird kaum ein Match gleich bestritten wie ein anderes. Dass dabei schon mal ein Beinbruch oder Rippenquetschungen passieren können, bleibt unbestritten, doch durch die beinharten Regeln der UFC artet dies nie in sinnloser Prügelei aus.
Zum Beispiel sind Kopfstöße, Beißen, an den Haaren ziehen, Anspucken oder auch Tiefschläge verboten. Ebenso nicht mehr erlaubt sind Tritte auf den Kopf eines am Boden liegenden Kontrahenten, oder auch Angriffe während der Pause. Unzählige sinnvolle Verbote mehr haben den Katalog der UFC erweitert, doch nun von der Realität zum Spiel.
Gameplay
Ebenso sicher, wie jedes Jahr ein neues Wrestlingspiel erscheint, kann THQ auch mit dem Titel „UFC Undisputed“ im Jahr 2010 auftrumpfen. Diesmal sind sogar mehr als 100 Kämpfer inkludiert, worunter natürlich auch einige Legenden verfügbar sind. So kämpfen Sie etwa mit „Chuck Liddell“, „Brock Lesnar“ oder auch „Josh Barnett“ gegen andere Persönlichkeiten aus dem realen Leben.
Das Mixed-Martial-Arts Prinzip der Vorgänger sowie der realen Sportart spielt natürlich eine entscheidende Rolle. Die meisten der Kämpfer besitzen zwei Hauptkampfstile, wobei gerne mal „Ringen“ mit „Boxen“ kombiniert wird, oder auch Brazilian Jiu-Jitsu auf Muay Thai trifft. Die unterschiedlichen Stile sind hierbei hervorragend umgesetzt.
Wenn Sie nicht mit einem vorgegebenen Charakter starten möchten, so können Sie sich im umfangreichen Editor einen eigenen Kämpfer erstellen. Hier ändern Sie etwa die Größe, das Gewicht, Haare, Augen, Kleidung und vieles mehr. Jeder Kämpfer kann noch dazu mit Tattoos individualisiert werden, um noch mehr Persönlichkeit zu erhalten.
Generell ist der Karrieremodus für Einzelspieler empfehlenswert, da dieser die meisten Möglichkeiten bietet. In diesem Modus spielen Sie eine komplette UFC-Karriere mit einem selbst erstellten Kämpfer, erhalten Erfahrungspunkte für gute Kämpfe sowie fürs Trainieren Ihres Charakters und können hautnah miterleben, wie es in der UFC abläuft.
Tolle Atmosphäre, gute Steuerung
Die Kommentare des Ringsprechers gehen sogar auf vorangegangene Aktionen aus vorherigen Kämpfen ein, was den Realismus und die Atmosphäre deutlich erhöht. Doch auch die Gegner sollten nicht unterschätzt werden, denn „UFC Undisputed 2010“ ist alles, nur kein simpler Buttonsmashing-Titel.
Taktik, Ausdauer und das Vertrauen auf die eigenen Kräfte sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein realer Kämpfer ebenso besitzen muss, wie ein virtueller. Wenn Sie immer nur im Vorwärtsgang agieren, liegen Sie schnell mal auf der Matte. Verteidigen Sie jedoch geschickt und nützen den einen oder anderen Move des Gegners zum Kontern, können Sie auch die schwierigsten Kämpfe gewinnen.
Ohne die richtige Einarbeitung im Tutorial werden Sie nicht sehr weit kommen. Zwar ist die Steuerung an sich gegenüber dem direkten Vorgänger um einiges intuitiver, leicht ist jedoch etwas anderes. Jeder Knopf sowie die beiden Analogsticks der PS3 sind für unterschiedliche Aktionen reserviert, wobei zum Beispiel X,O,Quadrat und Dreieck für die einzelnen Gliedmaßen zuständig sind.
Dies kombinieren Sie nochmals mit den Schultertasten, um weitere Aktionen auszuführen, richten sich für jede Entfernung einen eigenen Schlag her und kämpfen danach noch am Boden weiter. Wie gesagt, einfach ist anders, aber erlernbar ist „UFC Undisputed 2010“ auf alle Fälle.
Die Gestaltung des Ringes und die Leistung der Kommentatoren gehören mit zum Besten, was auf der PS3 bislang als Kampfsportart erschienen ist. So leitet zum Beispiel der legendäre Ringsprecher „Bruce Buffer“ die Begegnungen während „Joe Rogan“ und „Mike Goldberg“ die Kämpfe annähernd fehlerfrei kommentieren.
Generell sind auch die Moves der Charaktere absolut gelungen und sehen nicht mehr so abgehackt wie bei „UFC Undisputed 2009“ aus. Ein einziger Kritikpunkt ist dennoch anzubringen, und zwar der, dass es keine Einmärsche gibt. Dies trübt die Atmosphäre wiederum ein wenig, am Spiel an sich ändert sich dadurch aber nichts.
Wie beinahe jedes Kampfspiel lebt auch „UFC Undisputed 2010“ stark vom Mehrspielermodus. Dieser ist besonders gelungen, da Sie eigene Fight-Camps erstellen können, Ligen beitreten und mit anderen Kämpfern gemeinsam im Team trainieren. Hierbei sollten Sie aber aufpassen, kein bereits registriertes Spiel zu erwerben, da sich auf jedem Spiel ein eigener Code für den Multiplayermodus befindet.
Sobald dieser einmal registriert ist, müssen Sie für eine neuerliche Aktivierung Geld bezahlen. Ob dies zu wünschen ist oder nicht, bleibt danach den Spielern ebenso überlassen, wie die Möglichkeit, dies zu unterstützen oder nicht.
Zusammenfassend kann THQ zum neuesten Teil der „UFC Undisputed“-Reihe nur gratuliert werden. Tolle Atmosphäre, unzählige Kämpfer und ein sehr guter Editiermodus überzeugen wieder aufs Neue. Die Detailverbesserungen sind sinnvoll eingesetzt worden, während die Präsentation wirklich gelungen ist.
Generell wird es kaum einen UFC-Fan mit PS3 geben, der dieses Spiel nicht sofort erwerben wird. Spielspaß pur ist im Einzelspieler-Modus ebenso vorhanden wie im umfangreichen Multiplayer. Wenn Sie also die härteste Liga der Welt selbst erleben möchten, so können wir Ihnen „UFC Undisputed 2010“ wärmstens ans Herz legen.
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