Der Medienrummel rund um das Privatleben des weltbesten Golfers Tiger Woods klingt schön langsam ab, doch der über die neue Golfsimulation aus dem Hause Electronic Arts fängt gerade erst an. Wir haben „Tiger Woods PGA Tour 11“ für Sie gespielt und präsentieren Ihnen hier unser Review.
Worauf es beim Golfen ankommt, dürfte weithin bekannt sein. Trotzdem will ich kurz die Gelegenheit nützen und das grundlegende Ziel erklären. Sie treten entweder in der Haut eines selbst erstellten, oder in der eines wirklich existierenden professionellen Golfers an, um auf verschiedensten Plätzen den Ball mit möglichst wenigen Schlägen einzulochen. Was Sie als Wii-Spieler in diesem Game erwartet veranschaulicht der folgende Trailer (das am Ende zu sehende Release-Datum gilt für die USA):
Während den Partien müssen Sie auf viele Dinge Rücksicht nehmen. Die Wahl des richtigen Clubs ist von entscheidender Bedeutung. Zusätzlich muss auch der Wind im Auge behalten und die für die entsprechende Ausgangslage passende Schlagart gewählt werden. Je nach Schwierigkeitsgrad stehen Ihnen unterschiedliche Hilfen zur Seite.
Auf den niedrigen Stufen etwa können Sie Ihren mit Wii MotionPlus ausgestatteten Controller noch so schräg halten, der Ball wird trotzdem keine ungewollte Kurve fliegen. Stellen Sie aber sämtliche Einstellungen auf die höchste Stufe, passiert eben dies. Außerdem wird dann nur in der Ego-Perspektive gespielt – sehr cool!
Auch inhaltliche Neuerungen haben es in den neuen Titel geschafft. Neben dem Ryder Cup, in dem Sie entweder für das US-amerikanische oder das europäische Team antreten, erwartet Sie eine umfangreiche Sammlung an Minispielen und Arcade-Varianten.
Der von diesen am meisten hervorstechende Modus ist unserem Erachten nach Minigolf. Auf vier unterschiedlichen Themen zugeordneten Kursen dürfen Sie im Einzel- oder Mehrspieler-Modus zeigen, wie geschickt Sie mit dem Golfball umgehen können. Ebenfalls sehr unterhaltsam ist das Scheiben-Golf, in dem Sie den Schläger bei Seite legen und stattdessen ein Frisbee über den Platz schleudern.
In Sachen Grafik kann der Wii-Titel wie gewohnt nicht mit der PS3- und der Xbox360-Variante mithalten. Trotzdem stimmt bis auf die pixeligen 2D-Zuschauer so gut wie alles. Im Wasser spiegelt sich die Umgebung und die verschiedenen Terrains sind gut zu erkennen. Da die Minigolf-Kurse wesentlich kleiner sind als die großen Golfplätze, sehen sie auch um einige Nuancen besser aus. Vor allem die sich bewegenden Gegenstände können hier überzeugen.
Auch die zu hörenden Soundeffekte vermitteln die Atmosphäre sehr gut. Besonders nett ist das Geräusch des Schlägers, wenn dieser auf den Ball trifft, was aus dem Controller zu vernehmen ist. Bei jedem knapp am Loch vorbei geschossenen Ball geht ein Raunen durch das Publikum und die beiden Kommentatoren (auf Wunsch deaktivierbar) geben ebenfalls bei jedem Schlag ein Statement ab.
Steuerung
Nun kommen wir zur absoluten Stärke der Simulation. „Tiger Woods PGA Tour 11“ ist schlichtweg das am realistischsten zu steuernde Golf-Spiel aller Zeiten. Schon alleine durch eine schräge Haltung des Controllers beim Abschlag kann der Ball in eine komplett andere Richtung fliegen als beabsichtigt. Besonders in der Ego-Perspektive kann nach Lust und Laune experimentiert werden.
Die Buttons an sich wurden sinnvoll mit Funktionen belegt. Mit der A-Taste wechseln Sie zum Beispiel direkt zum Ziel, bei gedrückter B-Taste führen Sie einen Schlag aus. Um sich alle Features der Steuerung anzueignen, empfehle ich auch Golf-Veteranen das ausführliche Tutorial zu spielen.
Eine weitere Stärke des Games ist der Mehrspieler-Part. Mit bis zu vier Spielern messen Sie sich in klassischen Spielmodi wie Stroke oder Match Play, können sich aber auch an spannenden Team-Spielen versuchen. Natürlich fehlt auch eine Online-Unterstützung nicht.
Atmosphäre
Im Fernsehen ein Golf-Turnier zu verfolgen, gehört ja nicht unbedingt zu meinen Hobbies. Wesentlich spannender ist es da schon selbst – wenn auch nur virtuell – auf dem Green zu stehen und den vermeintlich sicheren Birdie aufgrund einer unbeachteten Bodenwelle doch noch aus der Hand zu geben. Da können schon mal die Emotionen Überhand gewinnen. In Sachen Präsentation sorgt vor allem die bereits erwähnte Ego-Perspektive für ein packendes Spielgefühl.
Auch der neue Teil der „Tiger Woods PGA Tour“-Reihe kann in Sachen Gameplay überzeugen. Aufgrund der Neuerungen wie etwa der Ego-Perspektive, den Arcade-Modi und den Minispielen kann ich sogar ruhigen Gewissens an Besitzer des Vorgängers eine Kaufempfehlung aussprechen.
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