"Vielen Dank für die Blumen ..." - der Titelsong der "Tom & Jerry"-Serie von Udo Jürgens ist sicherlich jedem noch bekannt. Tom jagt Jerry, Jerry stellt eine Falle, Tom kriegt eine auf den Deckel. Dieses Bild dominiert die Zeichentrickserie der 30er und 40er Jahre. NewKidCo schafft aus diesem Prügel-Prinzip ein eigenes Videospiel mit dem Namen "Tom and Jerry in Fists of Furry" und ersetzt die liebevoll 2D-handgezeichneten Charaktere durch plumpe 3D-Figuren.
Gameplay
Und darum geht's: Es ist wirklich ganz einfach! Hau deinem Gegner einfach die @%&*# Grütze aus der Rübe! Dieser Auszug aus dem Handbuch beschreibt bestens den Sinn des Spiels und das damit erreichte Niveau. Zwei Kontrahenten jagen sich gegenseitig in einer Art Arena, wie zum Beispiel dem Garten, schnappen sich herumliegende Gegenstände und werfen diese auf den Gegner. Hat einer der Spieler zwei Runden gewonnen, wechselt entweder die Location oder der Gegner. Je mehr Gegner man besiegt, umso mehr Locations und Spielfiguren werden freigeschaltet.
Schon nach den ersten paar Minuten verärgert das Spiel durch langweiliges und primitves Gameplay. Falls sich tatsächlich ein Zweiter finden lässt, um in eine mißglückte Umsetzung der "Tom & Jerry"-Figuren zu schlüpfen, lässt es sich auch im VS-Modus zu zweit prügeln.
Grafik
Der Versuch Tom und Jerry in eine 3D-Umgebung zu setzen, ist leider nur sehr eingeschränkt gelungen. DIe Arenen sind teilweise zwar ganz nett gestaltet, die Figuren wirken aber farblos und plump. Dass es durchaus möglich ist, ein Comic erfolgreich in 3D zu adaptieren, zeigte "Donald Duck: Qu@ck Att@ck" für PC.
Sound
Obwohl diese Kategorie leichte Hoffnungsschimmer für "Fists of Furry" zeigt, lassen sich auch hier einige Mängel feststellen. Die nervigen Schreie und Grunzer der Kontrahenten bei der Begrüßung vor jedem Kampf kratzen schon ziemlich stark an der Toleranzgrenze. Die jazzige Hintergrundmusik macht einen ganz netten Eindruck. Schade nur, dass diese Musik als Audio-Tracks von der CD-ROM gelesen werden und bei jeder Wiederholung einige Sekunden lang gar keine Musik zu hören ist.
Steuerung
Erste Versuche, die Prügelei mit der Tastatur zu steuern, schlugen fehl - diese Art von Spiel verlangt auf jeden Fall ein Gamepad. Springen, ducken, Gegenstände aufheben, Gegenstände werfen: Das sind neben den Richtungstasten die wichtigsten Funktionen. Man fühlt sich zwar nie wirklich ganz wohl mit der Steuerung, doch die wichtigsten Anforderungen werden erfüllt - die Steuerung ist einfach und leicht zu merken.
Zusammenfassung
Leider hat der Entwickler NewKidCo vollkommen übersehen, dass die Beliebtheit der "Tom & Jerry"-Serie nicht auf bloßen Prügeleien basiert, sondern vielmehr durch die ausgeklügelte und witzvolle Situationskomik, die nun einmal Prügeleien mit sich bringt, Erfolg bei den Zuschauern brachte. Neben dieser Genre-Verfehlung wurde die Umsetzung leider sehr schlampig durchgeführt. Die plumpe Grafik und das miserable Gameplay kann auch die an sich nette Hintergrundmusik nicht wieder gut machen. Dass es durchaus möglich ist, eine gelungene Videospiel-Umsetzung zu schaffen, zeigt - wie bereits erwähnt - Disney's "Donald Duck: Qu@ck Att@ck".