Im Kino ist die Welt in Ordnung, denn dort läuft seit kurzer Zeit der zweite Teil von „Iron Man“. Wie Sie und ich wissen, erscheint gleichzeitig mit einem solchen Film meist auch ein passendes Spiel. So ist es auch im Fall von „Iron Man 2“. Warum Sie sich besser den Film ansehen sollten, lesen Sie in unserem Review.
Tony Stark, der ja bekanntlich Iron Man ist, hat es nicht leicht als Superheld. Andauernd tauchen irgendwelche Terroristen auf, die Unheil über die Welt bringen wollen. Da kann man sich doch schon mal beschweren, was Tony während dem Intro auch tatsächlich macht. Die Szene soll vermutlich in irgendeiner Art und Weise witzig sein, oder den Packen-wir-es-an-Willen beim Spieler wecken, aber sie tut es nicht. Wie das Spiel sein sollte, zeigt der offizielle Trailer.
Story
Die Geschichte an sich klingt ja eigentlich nicht schlecht. Die bösen Männer von Roxxon haben es geschafft, bei einem Überfall geheime Daten über den Anzug des Iron Man zu ergattern. Nach kurzer Recherche erfahren Tony und sein Freund Rhodey, also der Superheld War Machine, dass auch die russische Armee in den Vorfall involviert ist. Das zuvor genannte „eigentlich“ bezieht sich darauf, wie die Geschichte erzählt wird, nämlich nicht unbedingt in Hollywood-Manier. Langweilige Videosequenzen, die obendrein schlecht synchronisiert sind, klären darüber auf, warum die nächste Mission an einem bestimmten Ort spielt und weshalb Sie welches Ziel erfüllen müssen.
Wäre nur die Machart enttäuschend, könnte man doch ein Auge zudrücken, aber leider ist dem nicht so. Während den Missionen bewegen Sie sich von einem Punkt zum nächsten, um an jedem von diesen manchmal eine Hand voll oder noch mehr Gegner zu bekämpfen. Dabei soll ein Zielerfassungs-Modus helfen, der per Tastendruck aktiviert wird, aber immer wieder aussetzt.
In Sachen Entscheidungsfreiheit wird Ihnen die Wahl gelassen, ob Sie als Iron Man oder vielleicht doch lieber als War Machine ins Feld ziehen. Das war es dann auch schon. Spielerisch macht diese Entscheidung keinen Unterschied, denn außer der Bewaffnung ändert sich dadurch nichts. Apropos Bewaffnung:
Im Prinzip ist es egal, welche Waffen Sie ausrüsten oder erforschen (ist durch in den Missionen gesammelte Punkte möglich), denn schlussendlich läuft alles auf ein wildes Herumgedrücke auf den Schultertasten des Controllers hinaus, weil die Zielfunktion ohnehin nicht ordentlich mitspielt und die Nahkampfangriffe ebenfalls überflüssig sind.
Grafik und Sound
Das Schönste am Spiel ist das Hauptmenü. Das lässt wirklich kurz die Hoffnung aufkeimen, dass einen ein grafisch akzeptabler Titel erwartet. Doch die Enttäuschung folgt sogleich. Hässliche Texturen, detailarme Umgebungen und schlechte Charaktermodelle prägen das Bild. Wenigstens sind einige Gebäude – wenn auch nur rudimentär – zerstörbar.
Über den Sound würde ich am liebsten kein Wort verlieren, denn hierzu zählt schließlich auch die zuvor erwähnte Synchronisation. Weil der Bericht an dieser Stelle sehr leer wirken würde, wenn hier nichts steht, erwähne ich kurz, dass ich zu Hause eine Katze habe, die auf den Namen Crazy hört. Das bringt mich auf das Wort Katzenjammer. So, jetzt habe ich doch etwas dazu gesagt.
Die aktivierte Zielfunktion stellt sich immer wieder von selbst ab, und die Nahkampfangriffe sind auch zu vergessen, denn die Kamera scheint sich lieber auf Sinnlosigkeiten denn auf die Gegner zu fokussieren. Außer einer einem Anfall ähnelnden Drückorgie bleibt quasi keine Alternative, um die Geschichte bis zum Ende zu erleben, falls Sie das denn wollen. Kurz: Die Steuerung ist ein Witz, der mich nicht zum Lachen bringt.
Atmosphäre
Der Pluspunkt ist, dass „Iron Man 2“ auf einem Marvel-Comic basiert. Die Umsetzung, die Präsentation und die Steuerung überschatten diesen Aspekt aber um ein Vielfaches. Außerdem ist die Geschichte nach vier bis fünf Stunden zu Ende. Für 45 Euro wünscht man sich eindeutig mehr, obwohl ich mir in diesem Fall nicht sicher bin.
Der positive Aspekt an „Iron Man 2“ ist, dass es nach knappen vier Stunden überstanden ist. Der Rest ist einfach zum Vergessen. Weder die Steuerung, die Grafik oder sonst etwas wissen zu überzeugen.
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