Es gab einmal ein Spiel, da flogen 2D-Hühner horizontal durch die Landschaft, und die Aufgabe des Spielers war es, sie mit einem Gewehr, das lediglich durch ein Fadenkreuz symbolisiert wurde, abzuschießen. Es verging einige Zeit und von dem Spiel erschienen noch ein zweiter und dritter Teil. Der Mythos der Legende "Moorhuhn" war perfekt. Doch leider gab es noch ein anderes Programmierteam, das neidisch auf den Erfolg des Moorhuhns blickte und sich dachte, ein ähnliches Spiel produzieren zu müssen - und so entstand das "Sumpfhuhn".
Und wieder verging einige Zeit und dann war die Kanzlerwahl in Deutschland nahe, und das zweite Team beschloss, nochmals solch einen Titel in Angriff zu nehmen. Als der Geniestreich von einem Spiel fertig war, bekam es den Namen "Wahlschlacht 2002"!
Der sinnlose Inhalt
Sie wählen zu Beginn aus, für welchen der beiden Kandidaten Sie spielen möchten - zur Auswahl stehen Schröder und sein Herausforderer Stoiber. Danach beginnt das Spiel, in dem Sie den jeweils anderen Kanzlerkandidaten mit interessanten Gebrauchsgegenständen abschießen sollen. Schröder schießt mit Zigarren, Stoiber mit Weißwürsten. Schröders Kopf sitzt auf einer fliegenden Limousine, Stoiber flattert wie ein Engel herum. Für jeden Abschuss des gegnerischen Kandidaten gibt es Prozente, wenn man über 50% der Stimmen kommt, hat man die Wahl gewonnen. Wenn man den eigenen Kandidaten abschießt, hagelt es logischerweise Minuspunkte.
Ansonsten sind noch einige Gimmicks, mit denen man Plus- oder Minuspunkte, mehr Zeit oder ähnliches, inkludiert. Mehr als ein Szenario haben sich die Entwickler leider nicht einfallen lassen. Die Grafik ist scheußlich und erinnert an eine Flashanimation. Der Sound klingt fast wie auf einem 386er - mit PC-Lautsprecher.
Sie werden sich sicherlich noch an diese furchtbaren Piepstöne erinnern - ähnlich klingt "Wahlschlacht 2002". Zur reinen Maussteuerung kann man nicht viel sagen, denn bei einer dermassen simplen Steuerung kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Im Multiplayer kann man entweder zusammen oder gegeneinander spielen - sehr einfallsreich! Außerdem wird das LAN- und Internet-Spiel unterstützt.
Zusammenfassung
"Wahlschlacht 2002" ist ein vollkommen übeflüssiges Spiel, das in diesem Fall nicht einmal irgendeinen besonderen Hype hinter sich hat, durch einen Film zum Beispiel, sondern lediglich dazu da ist, im Regal zu verstauben. Und nichts anderes als das wird geschehen, denn niemand will sein Geld für so etwas ausgeben. "Moorhuhn" machte eine zeitlang Spass, "Wahlschlacht 2002" ist sofort und von Anfang an todlangweilig. Wer auf die abstruse Idee gekommen ist, die Kandidaten mit Zigarren und Weißwürsten schießen zu lassen, weiß ich nicht - aber ich will es auch gar nicht wissen. Wenn Sie schon unbedingt eine stupide Fadenkreuzballerei haben möchten, kaufen Sie sich "Moorhuhn 3" oder laden Sie es sich gratis herunter - aber verschwenden Sie kein Geld für "Wahlschlacht 2002".