Seit 25. März fliegen Dreamworks' Drachen in „Drachenzähmen leicht gemacht“ über die Kinoleinwand. Auch für Nintendos DS wurde eine Spielumsetzung veröffentlicht. Für Sie haben wir in unserem Review die Drachen fliegen lassen!
Der kleine Wikingerjunge Hicks lebt auf der Insel Wattnlos mit seiner Familie, dem Stamm, seiner Freundin Astrid und den Drachen. Sie werden sich nun fragen: Drachen? Ja, genau! Denn auf Wattnlos werden Drachenkämpfe ausgetragen. Jeder richtige Wikinger braucht seinen eigenen Drachen, um in der Arena gegen andere Wikinger und ihre Drachen anzutreten. Und justament kündigt sich das Thor-Tag-Donnerstag-Drachenzähmturnier an! Hicks und Astrid müssen auf der Insel Wattnlos jede Menge Aufgaben erfüllen, dabei gegen Drachen kämpfen und Rüstungen schmieden, um Meister der Drachen auf der Insel zu werden.
Das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört, denn jeder Drache verfügt über verschiedene Aktionen und Angriffe. Es liegt an Hicks und Astrid, mit ihren Drachen zusammenzuarbeiten, um den Sieg davonzutragen.
Also bekommt auch Hicks zu Beginn unserer Geschichte seinen eigenen Drachen. Diesen muss er nun trainieren, ihm in vielen Nebenmissionen eine gute Rüstung beschaffen, füttern, pflegen, eben alles, was man für seinen eigenen Hausdrachen erledigen muss. Nur gut gepflegte Drachen haben gute Attribute und somit eine Chance, in der Arena die anderen Drachen zu besiegen, um am Ende bis zum Drachenchampion aufzusteigen.
Bevor das Spiel losgeht, steht die Charakterauswahl bevor. Zur Auswahl stehen entweder der kleine Wikingerjunge Hicks oder seine Freundin Astrid. Diese Auswahl ändert jedoch nur den Namen und das Aussehen des Drachens, nichts an der Geschichte oder am Ablauf der Handlung. Astrids Drache heißt „Tödlicher Nadder“ und Hicks Drache „Nachtschatten“. Diese können Sie zu Beginn individualisieren. Wechseln Sie Zahnpartien, wählen Sie verschiedene Augen, Hörner, Flügel, Klauen, Stachel, Schwanz und Farbe, bis Sie Ihren Wunschdrachen erstellt haben und ihn benannt haben.
Im ersten Turnier werden Ihnen anhand eines Tutorials die grundlegenden Schritte eines Kampfs gelehrt. Während man sich auf der Wii, PS3 und Xbox 360 für eine Beat'em'Up Variante entschieden hat, wurde für den DS eine rundenbasierte Turnierart, wie man sie aus diversen Rollenspielen kennt, gewählt.
Jeder Drache hat eine Aktionsleiste mit den selben Aktionspunkten. Abwechselnd wählen Sie einen Angriff aus, der jeder eine verschiedene Anzahl an Aktionspunkte benötigt. Nachdem beide Drachen einen Angriff ausgeführt haben, werden die beiden Aktionsleisten wieder gleich schnell aufgefüllt. Jener Drache, dessen Aktionsleiste als erstes wieder voll ist, darf den nächsten Angriff starten. Kluge Krieger können also auch zwei Angriffe hintereinander starten.
Einige Aktionen bringen positive oder negative Statuseffekte mit sich. Das Ergebnis und eine aktuelle Übersicht der Statuseffekte werden auf dem Topscreen angezeigt.
Im Angriffsarsenal können sechs Angriffe gleichzeitig platziert werden. Angriffe, die im späteren Spielverlauf freigeschalten werden, können während des Kampfes eingetauscht werden. Dies benötigt ebenso Aktionspunkte.
Für erfolgreiche Angriffe und Kombos lädt sich eine Spezial-Angriffleiste auf. Ist diese voll, können Sie diese mittels eines kleinen Minispiels aktivieren und Ihren Angriff für nächste Runde mit einem Feuerbonus versehen.
Am unteren Bildschirm des NDS sehen Sie die Karte der Insel, auf der mit einem goldenen Stern das nächste Missionsziel eingezeichnet wird. Bei jeder Bewegung der Spielfigur auf der Karte bewegen sich auch die Drachen zu zufälligen Plätzen. Landet man gemeinsam mit einem Drachen auf einem Punkt, kommt es zu einem – oft ungewollten – Drachenkampf.
Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie nun kämpfen wollen oder versuchen wollen, wegzulaufen. Bei der Wahl der zweiten Möglichkeit müssen Sie in einem Minigame verschiedene Punkte auf dem unteren Display schnell antippen. Misslingt Ihnen dies, zählt die Runde als Angriff, und Sie können es erst in der nächsten Runde nochmal versuchen.
Am Ende jedes Kampfes erhalten Sie Gold, Kräuter, Beeren und jede Menge andere Gegenstände, mit denen Sie Ihren Drachen füttern können oder im Laden Rüstungsteile für ihn kaufen. Mit gewonnenem Erz, Gold oder Silberstücken können Sie in der Schmiede bei Grobian eigene Rüstungsteile schmieden. Dies funktioniert mittels einfachen Minispielen, und je nachdem, wie gut Sie diese meistern, ist am Ende die Qualität des Rüstungsteils.
Doch das Spiel wäre ja zu langweilig, wenn es nur aus Kämpfen und Schmieden bestehen würde. Hicks Freund namens „Fischbein“ baut immer wieder spannende Hindernisparcours, in denen Sie sich mit dem Drachen durch die Lüfte schwingen können. Hier wird der Drache entweder mit dem Steuerkreuz, dem Touchscreen oder den Tasten A,B, X und Y gesteuert. Mit den beiden Schultertasten kann Feuer gespuckt werden, um lästige gegnerische Drachen und ungepanzerte Nervensägen zu Fall zu bringen. Im Parcours sind jede Menge Goldmünzen verteilt, und es gilt, möglichst alle zu erwischen.
Dreamworks' wunderschöne Animationen aus dem Film wurden für DS-Verhältnisse gut umgesetzt. Die Drachen sind liebevoll animiert und auch die Charaktere aus dem Film werden ihren Filmvorbildern gerecht. Eine eigenartige Wendung im Spiel gibt es aber bei der Sprachausgabe der Hauptcharaktere. Gibt es in den ersten drei Dialogen noch wunderbare Sprachausgabe, so ist diese dann plötzlich verloren gegangen und man muss die Texte selbst lesen. Eine konsequente Fortführung der Sprachausgabe hätte mich hier mehr überzeugt. So wirkt es eher unvollständig und fehlerhaft.
Steuerung
“Drachenzähmen leicht gemacht” wird fast ausschließlich über den Touchscreen gesteuert. Nur bei den Flugmissionen ist es Ihnen freigestellt, die Steuerung über das Steuerkreuz oder die Tasten vorzunehmen.
Da die Kämpfe rundenbasiert sind und Ihnen keine Zeit vorgegeben wird, haben Sie in Ruhe Zeit, mit dem Stylus Ihren gewünschten Angriff auszuwählen. Stylusschwächen gibt es ebenfalls keine.
In den zwei Mehrspieler-Modi treten Sie mit Ihrem Drachen direkt gegen einen Freund an. Entweder als Downloadspiel für Freunde ohne „Drachenzähmen leicht gemacht“ (hier spielen beide mit dem Nachtschatten), oder im Drahtlosspiel – hier kann jeder Spieler seinen eigenen Drachen aus dem Spielstand der Story wählen.
Die Kämpfe sind wie auch im Hauptspiel leider nicht sehr abwechslungsreich und machen nur am Anfang Spaß. Für die Langzeitmotivation gibt es leider nichts, und nach ein paar Kämpfen wird der Spaß schon wieder vorbei sein.
Atmosphäre
Die Hauptcharaktere, die auch im Film vorkommen, haben fast alle auch einen Auftritt im Spiel. Durch die Synchronstimmen, die leider nach wenigen Spielminuten abhanden kommen, wird man in die Spielwelt zu Beginn hineingezogen.
Eine seichte Story und wenig Abwechslung machen das Spiel dann leider doch nur zur Durchschnittskost. Wer jedoch den Film im Kino gesehen hat, der wird erfreut sein, seine Kinohelden nun auch selbst steuern zu können.
Positiv zu erwähnen ist, dass man sich für den DS nicht für eine Beat'em'Up Variante wie auf den Next-Gen Konsolen entschieden hat. Die rundenbasierten Kämpfe sind für den Stylus besser geeignet als schnelle Gefechte, in denen es zu Steuerungsschwierigkeiten kommen kann. Nichtsdestotrotz werden die Kämpfe schnell eintönig und die Motivation sinkt. Selbst das Freispielen neuer Angriffe ist kein Ansporn, da die meisten Angriffe ähnliche Auswirkungen haben und es nicht all zu viel Abwechslung gibt. Wem aber die 92 Filmminuten im Kino zu kurz waren und nochmal in die fabelhafte Wikingerwelt von Hicks und seinen Freunden eintauchen möchte, der wird mit diesem Spiel noch ein paar weitere Stunden seine Freude haben.
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