Wird das „Schach“ ausgerufen, beginnt Scion erst, überhaupt aktiv zu handeln. Und dann meist mächtig - der Drache Ouroboros (Biolith-Element) erleidet nämlich auf keinem Feld einen Lebensabzug, hat eine Unmenge an Leben, eine geringfügige Verteidigung und eine massive Angriffskraft von 7. Wenn Sie dieser Zahl das durchschnittliche Leben Ihrer Monster (drei, fünf oder sechs Lebenspunkte) gegenübersetzen, wird Ihnen schnell klar, wieso diesem Drachen eine eigene Sequenz spendiert wurde. Der gewiefte Stratege mag nun sagen: Wenn das Monster so unbesiegbar ist, warum nicht einfach ausweichen und ihm aus der Reichweite gehen? Die Antwort ist so einfach wie bedrückend: Es bringt nichts. Das optimal zusammengestellte Deck des Lords beinhaltet auch einige Zauberkarten, die es ihm ermöglichen, ohne Manaverlust den Drachen auf ein anderes Feld zu setzen, oder fiese Monsterkarten wie die Stachelfliege. Diese Fliege hat keine Angriffskraft, besitzt aber die Fähigkeit, nach einem erfolgten Angriff die Stellplätze mit dem Opfer zu tauschen - die Fliege steht neben Ouroboros, greift Ihren Feuerkrieger an, und schwupps: Der Drache hat ein neues Opfer.
Ebenfalls noch zu beachten: Wenn eines Ihrer Monster angegriffen wird und die Attacke überlebt, rächt es sich mit einem Angriff seinerseits - allerdings in sämtliche Richtungen, die Ihre Kreatur erreicht! Und wenn sich dann in ebendieser Reichweite eine Ihrer anderen gesetzten Kreaturen befindet, bekommt diese ebenso ihr Fett ab wie der Feind. Was sich anfänglich noch unter der Kategorie „pass ich halt drauf auf“ wiederfindet, wird sich im späteren Verlauf unweigerlich in das Standard-Repertoire der ziemlich harten Computergegner schummeln! Vorsicht ist also geboten - der Kampf ist erst vorbei, wenn Sie (oder Ihr Widersacher) die fünfte Kreatur auf das Feld setzt.
Wenn Sie zu den strategieaffinen Arcade-Spielern gehören, die einfach eine Menge Action genießen wollen, ist dieser Titel sicher kein Fehlkauf, da auch ohne großes Deck-Basteln einige Erfolge möglich sind. Doch wie erwähnt, es würde nicht schaden, und es hat sicherlich nicht jeder die Geduld, die Unmenge an Karten miteinander auszuprobieren und zu sehen, was seiner Taktik am Besten entspricht ...Grafik und SoundDer Grafik-Stil dieses Titels ist wagemutig, und kann doch vollends überzeugen: Artworks mit Sprechblasen treiben Sie durch die Story voran, bebilderte Zwischensequenzen spielen die Dialoge nach, und die Sequenzen im Kampf lassen Ihnen schon bei einigen Kreaturen (Ouroboros!) die Macht der beschworenen Monster erahnen. Sehr gut gemacht, und genug Effekte für ein Kartenspiel!
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