Nun kommen wir leider zum großen Minuspunkt des Spiels: die Grafik. Die grafische Präsentation von „Risen“ auf der Xbox 360 liegt unter allen Normen der NextGen-Grafik von heute. Die Screenshots der letzten Monate beinhalteten leider nur die halbe Wahrheit, zwar waren es natürlich „Risen“-Screenshots, jedoch von der PC-Version.
Die Personen im Spiel sind noch einigermaßen gut dargestellt, auch wenn nicht mit Schwerpunkt auf Details. Wenn man sich dann die Umgebung und Gebäude näher anschaut … Sagen wir es lieber so, die möchte man sich nicht näher ansehen. Felswände und Hausfassaden erinnern ihrer matschigen Textur nach fast an die grafische Umsetzung von „Gothic 2“. Pflanzen möchte man mit der In-Game-Kamera auch nicht näher kommen, weil man da auch erkennen kann, wie bei Ästen und Blättern geschlampt wurde.
Teilweise ruckelt das Spiel auch ein wenig in schnell dargestellten Situationen wie z.B. in Kämpfen. Ein Lag, den man durchaus tolerieren kann, ist der der automatischen Speicherpunkte.
Einbisschen überraschend kommt es auch manchmal wenn man einen Weg entlang geht und erst ein paar Schritte vorher von einem Strauch oder Baum überrascht wird, das muss auf einer NextGen-Konsole nun wirklich nicht sein.
Durch den Tag-Nacht Zyklus von „Risen“ spielt sich auch sehr viel in der Nacht ab, weiters befindet man sich ja auch oft und viel in diversen Höhlen und Dungeons. Leider ist all dies grafisch viel zu dunkel gehalten und man erkennt fast nichts. Es ist schon klar, dass die Dunkelheit nur passend zur düsteren Atmosphäre von „Risen“ gedacht war. Aber wenn man, nach Verwendung der letzten Fackel, Angst haben muss ein Dungeon nie wieder verlassen zu können, ist da wohl einiges zu dunkel geraten.
Zu wenig befasst hat man sich anscheinend auch mit dem Interface. Start-Up Screen, sowieso Einstellungen sind sehr spartanisch gehalten und sehen schlicht und einfach nicht nach Konsole, sondern nach PC-Einstellungen aus.
Zufrieden kann man jedoch mit dem Sound sein. Umgebungsakustik trägt gut zur Atmosphäre bei. Die Charaktere sind gut synchronisieren und die Dialoge sind teilweise sehr witzig und überzeugen. In-Game Musik passt großteils auch sehr gut zur Atmosphäre des Spiels und beinhaltet, was wichtig für sehr atmosphärische Videospiele ist, keine Ohrwurm Melodien sondern unauffällige, aber passende Untermalungs-Musik.