Ich hatte bereits die Ehre, das 3D-Puzzle-Adventure „Twin Sector“ für Sie vorab zu testen. Jetzt, nachdem der Titel offiziell im Handel erhältlich ist, werfen wir erneut einen Blick auf das Spiel, um eventuelle Veränderungen feststellen zu können. Ob sich was verändert hat beziehungsweise was sich verändert hat, lesen Sie im folgenden Review.
Gleich zu Beginn sehen wir einen langen, unterirdischen Gang und bemerken bei einem kurzen Rundumblick, dass wir nur mit zwei Handschuhe bewaffnet sind. Ohne blassen Schimmer, was auf uns zukommt, bewegen wir uns durch diesen Flur, bis uns das Überwachungssystem O.S.C.A.R. erste Tipps zur Steuerung gibt. Wie wir dank des Überwachungssystems erfahren, handelt es sich bei den vorher erwähnten Handschuhen um High-Tech-Handschuhe, mit denen man Gegenstände heranziehen beziehungsweise wegschleudern kann. Weiters kann man mit diesen Handschuhen auch auf die Bewegung der Heldin, Ashley, Einfluss nehmen. So kann man beispielsweise mit der „Wegstoß-Kraft“ der Handschuhe sehr hoch springen oder tiefe Stürze abfedern. Das Ziel des Spiels ist es, in der Rolle von Ashley zum Generatorraum vorzudringen, um die lebenserhaltenden Systeme wieder in Gang zu bringen, wobei wir nur mit unseren Handschuhen sowie der Hilfe des Überwachungssystems O.S.C.A.R. auskommen müssen.
Gameplay
Das Tutorial wurde im Vergleich zu unserer Preview-Version gewaltig verbessert, wobei es sich beim Titel noch immer um ein 3D-Puzzle-Adventure handelt und deshalb nicht alles lang und breit erklärt wird. Doch wäre ein wenig mehr Hilfe, gerade zu Beginn, sehr wichtig. Ansonsten erfährt man per „Learning by Doing“ hunderte Varianten, wie man nicht zum Ziel kommt und stattdessen in die ewigen Jagdgründe eingeht. Schon am Beginn des Spiels ist die Steuerung zwar bekannt, doch hat man keinen blassen Schimmer, was man mit der Umgebung so alles machen kann. Beispielsweise müssen wir auf unserer Reise zum Generatorraum blockierte Türen überwinden. Um dieses Unterfangen mit Erfolg zu krönen, müssen wir die blockierte Tür mit Gasflaschen aufsprengen. Man könnte jetzt sagen, dass das sowieso klar ist, aber nachdem man mehrmals eine Flasche gegen diese Tür geworfen hat, merkt man, dass man das Ganze eventuell anders angehen sollte.
Kaum hat man diese Hürde überwunden, wartet schon die nächste Challenge auf Ashley. Der Lösungsweg der „Rätsel“ ist meistens nicht so einfach herauszufinden. Man muss oftmals Knöpfe drücken, ohne zu wissen, warum man diesen Knopf jetzt eigentlich drücken soll beziehungsweise was die Funktion dieses Knopfes ist. Weiters müssen Sie beispielsweise Glasscheiben zertrümmern. Klar ist der erste Gedanke: „Hmmm... ich werfe einfach etwas dagegen!“. Auch O.S.C.A.R. gibt Ihnen den hilfreichen Tipp: „Ashley, wirf etwas Schweres gegen die Glasscheibe!“. Doch einfache Ölfässer reichen da nicht aus! Sie müssen schon die riesigen Kisten nehmen, die irgendwo versteckt sind! Eine solche Art von Rätsel finde ich persönlich nicht wirklich witzig und auf Dauer ein wenig nervig. Daran ändert auch die sehr gute Physik-Engine nichts, die das Aufheben, das Transportieren sowie das Wegschleudern von Gegenständen simuliert. Mit dem Mausrad kann man Gegenstände auch drehen, was in gewissen Sitationen unumgänglich ist.
Steuerung
Die Steuerung wird von O.S.C.A.R. eigentlich gut erklärt. Man bekommt Hinweise, dass man die High-Tech-Handschuhe auch für mehrere Sachen als nur zum Aufheben und Wegschleudern von Gegenständen verwenden kann. Wie bereits vorher erwähnt, kann sich Ashley damit zum Beispiel vom Boden abstoßen, um sehr hoch zu springen oder einen tiefen Sturz abzufedern. Die Steuerung ist nichtsdestotrotz trotz einiger Verbesserungen im Vergleich zur Preview-Version für Anfänger nicht geeignet. Die Steuerung ist eigentlich einfach, aber man kann recht schnell sterben, worum ich Anfängern vom Titel eher abraten würde. Für Profis sollte die Steuerung nach wenigen Gaming-Sessions keinerlei Hindernis darstellen.
Grafik und Sound
In puncto Grafik und Sound überzeugt der Titel voll und ganz! Sound und Grafik sorgen dafür, dass man ein richtig atmospährisches Feeling erlebt. Die Flure, in denen man sich bewegt, wurden mit viel Liebe zum Detail erstellt. Auch der Sound passt sich den Aktionen, die man vollführt, hervorragend an. Beim Sprung zum Beispiel hört man ein Beschleunigungsgeräusch. Was jedoch ein wenig nervt, ist die Stimme von O.S.C.A.R., die wie eine verzerrte Computerstimme klingt. Sollte Ihnen die deutsche Stimme von O.S.C.A.R. nicht gefallen, würde ich Ihnen die englische Sprachausgabe empfehlen. Dabei klingt O.S.C.A.R. meiner Meinung nach viel erträglicher.
Wie bereits erwähnt, spielt „Twin Sector“ in einem unterirdischen Bunkersytem, das von der Atmosphäre her sehr beeindruckend und authentisch wirkt, doch vermisse ich ein wenig die Abwechslung. Ständig sehen wir diese Flursysteme, die auf Dauer ein wenig depressiv machen.
Der Titel wirkt auf den ersten Blick sehr gelungen, doch nach einigen Spielminuten wird das Ganze etwas langweilig. Das Überwachungssystem O.S.C.A.R., das dem Spieler mit Rat und Tat zur Seite steht, hat mehr oder weniger nur sinnlose Informationen für den Spieler parat. Meist handelt es sich dabei um Hinweise wie „Ashley, der Lift geht nicht“, „Ashley, es gibt Probleme“ oder „Ashley, du musst einen anderen Weg finden". Man muss mühseelig jeden Lösungsweg selbst ergründen und oftmals einfach nur alles versuchen. Beispielsweise kann man eine Glaswand mit einer überdimensionalen Kiste, jedoch nicht mit einem Ölfass zerstören?!? In puncto Grafik und Sound wirkt „Twin Sector“ jedoch sehr ausgereift.
Alles in allem kann man nur sagen, dass der Titel für Spieler, die viel Geduld mitbringen und auf 3D-Puzzle-Adventures stehen, absolut zu empfehlen ist. Spielern, die jedoch sehr actionlastige Spiele bevorzugen, würde ich den Titel nicht ans Herz legen.
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