Werden Sie mit „IL-2 Sturmovik: Birds of Prey“ zum König der Lüfte und Schrecken Ihrer Feinde! Schlüpfen Sie in die Haut eines noch unerfahrenen Kampfpiloten und mischen Sie den Luftraum so richtig auf. Schön, dass Sie sich für unseren Flug entschieden haben – lesen Sie mehr in unserem Review!
Der zweite Weltkrieg ist in vollem Gange und das Deutsche Reich erstreckt sich nun in seiner vollen Größe. Einzig und allein Großbritannien hat es nun in der Hand, die Ausbreitung der größten Katastrophe in der Geschichte der Menschheit irgendwie zu verhindern! Doch just nach den ersten englischen Angriffen tritt der Weltkrieg um 1941 in eine neue Phase. Die deutschen Mächte konzentrieren ihre Luftangriffe auf Großbritannien, und nur die mutigsten Flugerfahrenen verteidigen ihre Heimat aufs Schärfste. Die RAF, bestehend aus den besten Piloten Englands und dessen Verbündeten, schickt ihre Kampfflieger gegen den übermächtigen Feind los – ein wahres Himmelfahrtskommando!
Hier steigen Sie ins Geschehen ein. Sie sind Owen Wright, ein noch unerschrockener Jungpilot und idealistischer Recke – gemeinsam mit Ihren Kollegen sollen Sie Ihr Vaterland verteidigen! Und da Sie nur wenig Flugerfahrung haben, werden Sie mit Ihrem Mentor in die Lüfte geschickt, um die Grundlagen zu erlernen – damit Sie in den folgenden Schlachten auch wirklich von Nutzen sind ...
Gameplay
Bevor Sie in „IL-2 Sturmovik: Birds of Prey“ überhaupt nur die geringste Einstellung vornehmen, sitzen Sie schon in einem Kampfflugzeug und absolvieren Ihre erste Mission – das Kennenlernen der Steuerung und den diversen Feinheiten des Flugs. Binnen Minuten hat Ihnen der Lehrer alles erklärt, und folgsam fliegen Sie ebenselbem hinterher, steuern selbständig Wegpunkte an und holen innerhalb der ersten Spielviertelstunde sogar Ihren ersten Feind vom Himmel! Im Kampagnen-Modus durchleben Sie die Höhen und Tiefen des Owen Wright, der anfangs noch naiv, aber später immer selbstbewusster auftritt und schon bald zum Hauptmann befördert wird. Sind Sie in den ersten Aufträgen noch der Flügelmann, wird Ihnen schon nach einer kurzen Einarbeitungszeit Ihr eigenes Geschwader zuteil, das Sie effizient und vor allem schnell kommandieren können.
Auffallend in diesem Spiel ist der hochgradige Realismus, der vor allem bei gewagten Manövern zum Tragen kommt: Schon im Schwierigkeitsgrad „
Arcade“ bestimmen Ihre Treffer, wie und warum Ihr Gegner Probleme bekommt. Treffen Sie beispielsweise die Flügel, kommt das Fluggerät unweigerlich ins Trudeln und der Notausgang per Fallschirm bleibt die einzige Möglichkeit für Ihre Konkurrenz, um den Exitus zu vermeiden. Erwischen Sie den Rumpf, ist es möglich, dass Sie den Öl- oder Benzinvorrat angreifen und somit ebenso große Schwierigkeiten beim Getroffenen hervorrufen – nur zeitverzögert. Und wenn Sie einmal freie Sicht auf das gegnerische Cockpit haben, schlagen Sie zu, denn ohne Pilot sind Flieger nur selten eine weitere Distanz geflogen! Nach dem erfolgten Luftschlag fahren Sie das Triebwerk aus, bremsen Ihren Motor, fliegen eine gerade Linie zur Landebahn (die Sie optimalerweise im richtigen Winkel erwischt haben) und setzen auf. Fertig!
Schalten Sie sich durch das großartige
Tutorial den Schwierigkeitsgrad „Realistisch“ frei, bleiben die vorhin genannten Fakten die gleichen – allerdings kommt nun die Sache mit dem Auftrieb hinzu. Wenn Sie also einen Looping oder eine Rolle in stümperhafter Weise versuchen möchten, wird Ihnen das mit einem „Stall“-Warnruf, also dem Hinweis für zu wenig Auftrieb, quittiert! Ignorieren Sie diesen, wird es lebensgefährlich ... nach etwa zwei Sekunden ohne Luftströmung trudeln Sie wie ein junger Gott dem Erdboden entgegen, und nur mit viel Geschick können Sie den drohenden Absturz noch verhindern!
Aber solange Sie in den Grenzen des Möglichen hantieren, verhält sich Ihr Flieger sehr stabil. Dies allerdings wird bei Verfolgungsjagden und Luftgefechten so manches Mal zur Geduldsprobe: Da im Prinzip jeder Teilnehmer versucht, sich hinter seine Kontrahenten zu manövrieren, erinnert ein Gefecht zwischen vier oder mehreren Flugzeugen an ein großes Karussell, und wenn Sie einmal einen Feind im Visier haben und kurz davor sind, ihn endgültig vom Himmel zu holen, ist es schon durchaus möglich, dass Sie von hinten in Bedrängnis kommen oder durch einen unbedachten Kurvenkratzer ins Trudeln geraten ... und von der Landung nach den Missionen wollen Sie erst gar nichts wissen.
Es ist gut möglich, dass Sie Ihren ersten Luftkampf auf „Realistisch“ ohne Ableben überstehen – Sie können auf beliebig viele Versuche zurückgreifen –, aber Ihre erste Landung auf diesem
Level wird unter Garantie fehlschlagen. Die feinen Gaslupfer, die nötig sind, um das „Stall“ zu vermeiden, der richtige Aufsetzwinkel der Reifen (die natürlich bei jeder Maschine anders sind), und viele kleine Feinheiten mehr machen die Landung – sofern Sie sie geschafft haben – zu einem Erlebnis, an das Sie sich lange erinnern werden!
Haben Sie „Realistisch“ freigeschaltet, haben Sie in der Einführung auch die Option, sich den Modus „Simulation“ zu aktivieren. Eine Mission später können Sie ebenselbe anwählen – und während „Realistisch“ auch für Gelegenheitsflieger mit viel Übung zu meistern ist, sollten Sie für „Simulation“ zumindest schon ein abgeschlossenes Studium in Physikwissenschaften vorweisen können! Gut, ganz so schlimm ist es auch wieder nicht, doch da schon die normale Flugstunde zur großen Herausforderung wird, fragen Sie besser nicht, wie es dann mit Luftkampf steht ... es sei denn, Sie sind der Veteran aller Flugsimulationen – dann wird dieser Schwierigkeitsgrad genau das Richtige für Sie sein!
„IL-2 Sturmovik: Birds of Prey“ ist in sechs Kampagnen unterteilt, die wiederum 20 Aufträge für Sie bereithalten – und pro Auftrag fliegen Sie garantiert mehr als nur eine Mission. Das heißt, dass die anfänglichen zehn Minuten pro Mission schon bald einer halben Stunde weichen, wenn nicht noch mehr – doch dieses Spiel belohnt Ihre Geduld mit jeder einzelnen Situation.
Steuerung
Die Steuerung ist sehr angenehm gelöst, auf der PS3 sieht sie wie folgt aus: Mit dem linken Stick manövrieren Sie den Flieger selbst, Sie rollen nach links, nach rechts, ziehen die Schnauze nach oben oder nach unten. Mit dem rechten Stick stellen Sie mit einer Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung den Schub ein, während Sie mit Rechts/Links die Seitenruder steuern und so ohne Rolle eine Kurve fliegen. Mit der Dreieck-Taste schalten Sie zwischen drei hervorragenden Ansichten (Cockpit/Schnauze/Dritte Person) um, und mit der X-Taste schalten Sie zwischen Ihren Zielen um.
Per gehaltenem L2-Trigger verfolgt die Kamera Ihr visiertes Opfer, mit R2 heißt es „Feuer frei!“ und Sie lassen Ihr Bordmaschinengewehr sprechen. R1 lässt Sie Bomben abwerfen, und die Richtungstasten stellen die Befehle für Ihr Geschwader dar – anfangs mag diese Vielfalt an Optionen noch erschlagend wirken, doch drei Kampfeinsätze später geht die Steuerung in Fleisch und Blut über.
Im „
Arcade“-
Level spielt sich jeder
Level erstaunlich leicht, die Gegner lassen sich dementsprechend austricksen und zerstören, doch spätestens im „Realistisch“-Modus trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Fluggeräte steuern sich noch immer so gut wie im leichten „
Arcade“, allerdings sorgen die einigen wenigen Veränderungen an der Physik deutlich dafür, dass Sie nicht mehr so leichtes Spiel haben wie zuvor! Und „Simulation“ ist sowieso nur den Flug-Cracks unter den Spielern vorbehalten – genau so, wie es sein soll.
Grafik und Sound
Die Grafik ist sehr nett anzusehen, allerdings muss man dazu sagen, dass die Standbilder mit den perfekten Flugzeugen nur wenig aussagen. Die
Engine spielt ihre Stärken erst dann aus, wenn mindestens fünf Kontrahenten verbittert ihre Salven verschießen, die Löcher reihenweise in den Flügeln prangen (was auch die Flugeigenschaften empfindlich vermindert!), zwei Flieger eine Rauchwolke hinter sich herziehen, dass es schon fast unter Tarnmöglichkeit fällt und herabfallendes Öl Ihre Cockpit-Scheibe kurz bedeckt ... schade allerdings, dass kurz vor Explosionen und Treffern, die ein Feuer verursachen, die
Framerate kurzzeitig auf Null fällt – pro Stunde fällt dies etwa drei bis vier Mal auf. Auch, wenn es kaum merklich ist und nicht oft passiert – sein müsste so ein Fauxpas wirklich nicht! Ansonsten hat „IL-2 Sturmovik: Birds of Prey“ eine klasse Leistung abgeliefert, auch das Wasser sieht sehr gut aus – man geht auch nicht in Flammen auf, stürzt man ins Meer –, genauso wie die Städte, die man manches Mal überfliegt.
Soundmäßig gibt es ebenfalls nichts zu klagen – ein passend untermalter Soundtrack von Jeremy Soule trifft auf dröhnende Motoren, quietschende Fahrwerksgestelle, satte Bombeneffekte, authentische Funksprüche und natürlichen Gewehrsalven. Einzig und allein gewöhnungsbedürftig ist die Stimme in der Einführung, die mit einem solch englischen Akzent Deutsch spricht, dass Sie vermutlich in der ersten Minute genauso puzzeln müssen, ob der Sprecher nun wirklich Deutsch oder doch nicht Englisch aus seinem Mund herauslässt ...