Mit „Men of War“ schaffte es 1c Company einen Echtzeit-Strategie-Action-Mix auf den Markt zu werfen, der vor allem mit der Direktsteuerung der Einheiten und den abwechslungsreichen Missionen punkten konnte. Wie viel Spaß das allein lauffähigen Add-on „Red Tide“ macht und ob die Story es wieder so abwechslungsreich gestaltet wurde, lesen Sie in unserer Review.
Ähnlich dem Hauptprogramm, bietet „Red Tide“ jede Menge abwechslungsreiche und anspruchsvolle Missionen. Generell gilt, dass Sie den feindlichen Truppen in Schlagkraft und Anzahl unterlegen sind. Sie steuern meist nur eine Hand voll Einheiten der russischen Marine-Infanterie. Ein aus Originalaufnahmen bestehendes Intro-Video stimmt Sie zu Beginn auf die bevorstehenden Schlachten ein.
Gameplay
In Ihrem ersten Auftrag erhalten Sie das Kommando über eine überschaubare Anzahl von Soldaten, mit denen es gilt einen bewachten Pier mitsamt Leuchtturm unter russische Kontrolle zu bringen. Jede der unterschiedlich bewaffneten Einheiten verfügt dabei über ein eigenes Inventar, das Sie mit weiteren Waffen, Munition und Ausrüstungsgegenständen von gefallenen Widersachern vollstopfen dürfen. Dies ist sogar nötig, da die eigenen Munitionsvorräte nicht annähernd reichen um die Aufgabe, alle Deutschen Soldaten zu vertreiben, zu bewältigen.
Kurz nachdem Ihre Gefolgsmänner am steinernen Steg gelandet sind, werden diese von den ersten Feinden unter Beschuss genommen. Dank des hervorragenden Deckungs-Systems, das es Ihnen ermöglicht Ihre Soldaten hinter nahezu allen in der Spiele-Welt zu findenden Objekten, Häusermauern oder in Kratern Schutz zu suchen zu lassen, gelingt es rasch, die Angreifer auszuschalten und selbst in die Offensive überzugehen.
Um Feinde zu erledigen, die ein Stück entfernt sind, wählen Sie am besten den Scharfschützen Ihres Teams aus, mit dem Sie dank der Direkt-Steuerung den Großteil der deutschen Streitkräfte zwischen Ihnen und dem Leuchtturm, dem ersten Missionsziel, aus sicherer Entfernung ausschalten während die restlichen Soldaten unter Ihrem Kommando Angriffe in den Rücken abwehren.
Der Direkt-Steuerungs-Modus ist eine der absoluten Stärken von „Men of War: Red Tide“. Nach einem einfachen Tastendruck dürfen Sie nämlich die zuvor gewählte Einheit, egal ob einfacher Soldat oder tonnenschwerer Kampfpanzer, wie in einem Action-Game mit den Pfeil-Tasten auf Ihrem Keyboard steuern. Das Zielen und Feuern erfolgt mittels Maus.
Nach einiger Zeit entdecken Sie weitere Wehrmachts-Soldaten und Befestigungen an den restlichen Piers. Nach erspähen werden diese von einem Sie unterstützenden russischen Schiff aus mit Granaten beschossen und vernichtet was den Anschein erweckt die Mission sei vorüber. Mit Nichten!
Ein weiterer Teil der Karte wird aufgedeckt und offenbart Ihnen das nächste Ziel. Feindliche Mörser- und Haubitzen-Stellungen, bewacht von einem Panzerwagen und schweren Maschinengewehren. Da weitere Truppen zu Ihrer Unterstützung gesandt werden, haben Sie nun ein wenig mehr Spielraum was Experimentierfreude anbelangt.
Sie könnten sich zum Beispiel mit einem einzelnen Soldaten an das Fahrzeug heranschleichen, mit einer panzerbrechenden Granate, oder einem Panzer-Abwehr-Gewehr den Turm außer Funktion setzen und die aus dem Wagen flüchtenden Truppen mit zwei im Hintergrund positionierten Maschinengewehren beharken. Während diese kämpfen, gibt der Panzerwagen ein leichtes Ziel ab und lässt sich im Austausch für das ein oder andere Leben eines Polygonsoldaten erobern und anschließend reparieren um fortan auf Ihrer Seite das Geschehen zu unterstützen.
Sämtliche Fahrzeuge und Waffensysteme besitzen mehrere Trefferzonen, die sich realistisch auf die Einsatzfähigkeit eben dieser auswirkt. So braucht es zwar des Öfteren einige Versuche mit einer kleinen Anzahl an Truppen einen großen Panzer, wie etwa den deutschen „Tiger“ zu erledigen, aber lassen Sie Vorsicht walten und zerstören die Hülle und den Motor nicht, dürfen Sie das Ungetüm mit Ihren eigenen Truppen besetzen.
Die Fahrzeuge und Geschütze verfügen ebenfalls über ein eigens Inventar in welchem sich Benzin, Reparaturkisten, Ausrüstung für Infanteristen und zwei verschiedene Munitionsarten befinden. Es können nur Geschosse mit dem passenden Kaliber verwendet werden und für taktischen Tiefgang sorgt.
Die Anzahl der der Items die in „Men of War: Red Tide“ enthalten sind, scheint schier unendlich. Angefangen bei Handgranaten, Helmen und Mützen über Ferngläser, Med-packs, Tarnbüschen bis hin zu Mienen-Detektoren und natürlich die große Menge an Waffen, verursachen trotz der, oder gerade wegen der Realitätsnähe leider einiges an Mikromanagement.
In der darauffolgenden Mission handelt es sich bereits um eine der spannenden Abwehr-Schlachten, die das Inventar und sämtliche Schleicheinlagen überflüssig machen. Hier geht es ums pure Überleben. Eine Welle nach der anderen prallt von Ihrer Verteidigungslinie ab,… oder auch nicht.
Die Steuerung funktioniert einwandfrei mittels Maus und Tastatur. Sie werden allerdings nicht darum herum kommen, zumindest einige der Kurztasten auswendig zu lernen, um nicht bei jedem Befehl, vor allem in den größeren Schlachten, in den Zeitlupenmodus wechseln zu müssen.
Grafik und Sound
Die Schlachtfelder im Spiel sind sehr detailreich gestaltet worden, kommen jedoch ohne große Licht- und Schatteneffekte im etwas antiquierten Look daher. Außerdem mangelt es ein wenig an Weitsicht.
Die Sounds sind auch nicht gerade der Überhammer, schaffen es aber trotzdem die richtige Schlachten-Stimmung zu vermitteln.
„Men of War: Red Tide“ setzt das Spielprinzip des Hauptprogramms mit einigen neuen Einheiten, aber ohne großen spielerischen Veränderungen fort. Wenn Sie „Men of War“ mochten, kann es Ihnen nicht schaden auch einen Blick auf „Red Tide“ zu werfen. Für Hau-drauf-Strategen ist der Titel hingegen nicht geeignet, denn für dieses Game ist vor allem eines von Nöten: Zeit.
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