Ich muss gestehen, dass ich ein kompletter Neuling in der „Summer Athletics“-Spielserie bin und den Titel deshalb vorurteilsfrei für Sie unter die Lupe nehmen konnte. Ob der Titel auch Neulinge im virtuellen Sport am PC überzeugen kann oder doch nur den letzten Platz einnimmt, lesen Sie im folgenden Review.
Wer erinnert sich nicht an seine Kindheit in der „Summer Games“ oder „California Games“ noch auf der Tagesordnung standen? Ich persönlich war echt gespannt, welche Fortschritte in der Zwischenzeit im virtuellen Sportbereich auf dem PC erzielt wurden und ob diese Sportspiele am PC mit denen auf der Nintendo Wii mithalten können. Ob diese Spielumsetzung meiner Meinung nach geglückt ist, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.
Gameplay
Wie bereits eingangs erwähnt, bin ich ein fast kompletter Neuling im virtuellen Sport am PC. Ich habe bisher nur diverse Sportspiele auf der Nintendo Wii, sowie in meiner Kindheit „Summer Games“ oder „California Games“ gespielt und war deshalb sehr gespannt ob eine zeitgemäße Sportspiel-Umsetzung am PC funktioniert. Nach der Installation von „Summer Athletics 2009“, welche übrigens relativ lange dauert, können Sie eigentlich schon loslegen. Dabei können Sie mehrere verschiedene Modi auswählen. Sollten Sie alleine spielen, würde ich Ihnen den Karriere-Modus empfehlen. Sie erstellen in diesem Modus zuerst ein virtuelle Abbild von sich und suchen sich noch eine Nation aus für die Sie an den Start gehen wollen. Nachdem Österreich auch als Nation zur Auswahl steht, habe ich mich als Patriot natürlich für Österreich entschieden. Danach gilt es den Charakter zu skillen. Klingt jetzt kompliziert ist aber eigentlich sehr einfach. Sie haben am Start der Karriere eine gewisse Anzahl von Fähigkeitspunkten. Diese können Sie nach eigenem Ermessen auf die Charkatereigenschaften Geschwindigkeit, Technik, Kraft, Sprungkraft und Ausdauer verteilen. Am Anfang würde ich Ihnen empfehlen einen ausgeglichenen Charakter zu entwerfen der in keinem Bereich Stärken beziehungsweise Schwächen aufweist. Die folgenden Disziplinen, die es zu absolvieren gilt sind derart verschieden, dass Sie mit einem ausgelichenen Charakter die besten Chancen haben, halbwegs mithalten zu können. Bei diesem Modus wäre als Vorteil zu erwähnen, dass man auch mehrere Spieler parallel anlegen und somit mehrere Karrieren seperat starten kann.
Dann geht es eigentlich schon ans Eingemachte. In der ersten Disziplin, die unserem Test der 100m Sprint war, konnte problemlos der erste Platz erkämpft werden, obwohl es genügend Gegner gibt die sicher einen höheren Schnelligkeitswert als unser Charakter aufweist. Naja egal, gewonnen ist gewonnen. Ein weiterer Nachteil ist die Steuerung der in dieser Disziplin noch recht dankbar ist, aber zum Beispiel beim Turmspringen auf der Tastatur nur Handkrämpfe hervorruft. Doch dazu kommen wir noch später. Beim 100m Lauf müssen Sie nur abwechselnd die linke und die rechte Pfeiltaste drücken und schon läuft Ihr Charakter. Danach warten noch Bewerbe wie Kugelstoßen, bei dem die Kraft und das Timing enorm wichtig sind, der 800m Lauf, bei dem man in diesem Karriere-Modus meiner Meinung nach keine Chance hat, Bogenschießen und viele weitere Disziplinen auf Sie. In jedem dieser Bewerbe sammeln Sie fleißig Punkte, die am Ende des Bewerbes zusammengezählt werden. Der Athlet mit den meisten Gesamtpunkten gewinnt diesen gesamten Wettkampf. Bei unserem Test hat sich herausgestellt, dass es besser ist in allen Disziplinen mittelmäßig zu sein anstatt in manchen Disziplinen die Gegner hintersich zu lassen und dafür selbst in anderen Disziplinen am Ende des Feldes zu landen. Zwischen den einzelnen Disziplinen können Sie trainieren um ihre Fähigkeiten weiter zu steigern. Dabei gilt, das Selbe wie beim erstellen des Charakters. Sie sollten also auch beim Training versuchen die Ausgewogenheit ihres Athleten beizubehalten.
In unzähligen weitern Spiel-Modi können Sie die insgesamt 28 Disziplinen, die teilweise sehr abwechslungsreich sind, spielen. Das Spiel verfügt aber nicht nur über einen Einzelspieler- sondern auch über einen Mehrspieler-Modus. In diesem können Sie einige Spiel-Modi gegeneinander oder miteinander absolvieren. Dabei können Sie, aufgrund des fehlenden Online-Modus, nur auf die Hot-Seat oder die Split-Screen Variante zurückgreifen.
Steuerung
Die Steuerung des Spiels ist alles andere als für jung und alt bestens geeignet. Im Gegensatz zur Nintendo Wii bei der auch Erwachsene, die noch nie einen Joystick oder eine Tastatur in der Hand hatten, nach einer kurzen Einführung mitspielen können, ist dies bei „Summer Athletics 2009“ auf dem PC nahezu unmöglich. Wie bereits erwähnt gibt es Disziplinen bei denen die Steuerung sehr einfach gehalten wurde, aber die Mehrheit der Disziplinen ist bezüglich dem Handling mehr als fragwürdig. Als Beispiel für eine solche Disziplin möchte ich stellvertretend das Turmspringen anführen. Zwar wird die Steuerung am Anfang jeder Disziplin erklärt, aber auch mit diesem Tutorial wird man kaum über den letzten Platz im Turmspringen hinauskommen. Die Disziplinen werden ausschließlich mit der Tastatur gespielt und die Navigation in den Menüs wird mit der Maus erledigt.
Die Atmosphäre in den Stadien wirkt auf den ersten Blick äußerst gelungen. Wenn man diese jedoch ein wenige genauer unter die Lupe nimmt, werden einige Schwäche deutlich. Der Stadionsprecher ist nicht nur emotionslos sondern vor allem auch inkompetent. Sie hören richtig! Ein virtueller Stadionsprecher der eigentlich nur vorgefertigte Sound abspielt ist inkompetent. Als Beispiel möchte ich einen selbst erlebten Wettkampf anführen. Beim Hammerwurf habe ich die Höchstweite aller Athleten erzielt und der Stadionsprecher kommentiert dies wiefolg: „Ein entäuschendes Ergebnis“. Solche Kommentare sind meiner Meinung nach ein wenig fehl am Platz und demotivieren den Spieler zusätzlich. Weiters sind die Stadionbesucher, ich glaube es gibt fünf Verschiedene, sehr lieblos im Stadion platziert. Oftmals ist die ein und dieselbe Person gleich fünfmal nebeneinander im Stadion zu bewundern!
Grafik und Sound
In puncto Grafik und Sound kann man eigentlich nichts Besonderes erwähnen. Bis auf die vorher genannten Schwächen im Bezug auf den Stadionsprecher sowie die lieblos erstellen Zuschauer ist der Titel eigentlich ganz in Ordnung. Die Animationen der Sportler wirken hin und wieder ein wenig unnatürlich aber in den meisten Fällen wirken die Bewegungen sehr authentisch.
Ich persönlich bin doch ein wenig von diesem Titel enttäuscht. Die Atmosphäre sowie der Mehrspieler-Modus sind meiner Meinung nach nicht auf dem neuesten Stand der Technik und die Disziplinen sind mit der Tastatur teilweise unspielbar. Oder sagen wir so, sie ist spielbar aber ohne den nötigen Spielspaß. Die Steuerung wird zwar am Anfang jeder Disziplin erklärt, doch trotzdem ist Sie, besonders für älter Menschen, weder einfach noch intuitiv.
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