Es ist schön böse zu sein! Leider befriedigte der alte Teil von „Overlord“ das Verlangen, Verderben über die Menschheit zu bringen nur bedingt, hatte der Spieler doch die Wahl zwischen „Gut“ und „Böse“. Das wurde schonmal geändert und nun erhalten Sie die Wahl zwischen „Böse“ und „Sehr Böse“, doch Änderungen gibt es noch mehr….
Um die Story komplett zu erfassen, muss man einen kurzen Blick zurück werfen und die Geschehnisse des ersten Teils mit einbeziehen. Nachdem der alte Overlord die Welt unterjochte und so den Sieg errang verfiel im Laufe der Jahre sein Glanz und seine Macht schwand. Irgendwann endete seine Karriere als dunkler Lord und sämtliche Relikte seiner Präsenz zerfielen in der Erschaffung eines großen Ödlandes.
Doch das war nicht das Ende, versteckten sich doch die treuen Schergen unter der Führung des Schergenmeisters Gnarl und warteten auf die Ankunft eines neuen Overlords und somit auf den Beginn von Teil 2.
Sie starten als kleiner knuffiger Mini-Overlord und werden über ein herrlich gemachtes Tutorial in das Spiel eingeführt. Nach dem Einstieg ruht der neue Herrscher erst, ehe er sich, nunmehr Erwachsen und mächtiger denn je, um die Eroberung seines einstigen Reiches kümmert und den Menschen wahlweise Versklavung oder Tod bringt. Eine tragende Entscheidung, wie Sie später feststellen werden.
Am Spielprinzip hat sich nichts verändert, es wurde angesichts des Ergebnisses nur verbessert. Um es am ehesten zu verdeutlichen, wäre ein Auszug aus dem Tutorial wohl am Besten geeignet.
Wie erwähnt starten Sie als kleiner misanthropischer Knabe vor der Stadt Nordberg und machen Ihre ersten Gehversuche. Kurz darauf werden Sie von den einheimischen Kindern, wohl aufgrund des recht finsteren Gesichtsausdruckes des kleinen Lords, gemobbt und mit Schneebällen beworfen. Ein perfekter Moment um die neue Kampfengine Ihres Helden zu entdecken.
Wie im ersten Teil hat der Overlord nämlich die Möglichkeit, Gegner höchstpersönlich zu verkloppen nur dieses Mal macht er es bedeutend effektiver. Je nach gewählter Waffe schwingen Sie sich anders animiert durch die Heerschaaren, haben zudem noch Auflade- und Rundumangriffe und lehren diese vermaledeiten Kindern was Angst ist.
Nun verschwinden die Blagen schleunigst und man sperrt Sie aus der Stadt. Dieses Szenario wird Ihnen noch öfter begegnen, denn jedes Gebiet ist unterteilt in begehbare und gesperrte Bereiche. Diese Bereiche erreichen Sie erst, wenn Sie genug Schergen haben um die Blockade zu zerstören oder die Roten haben um das Feuer zu löschen. Auch als kleiner Stummel benötigt der Overlord die Schergen um in die Stadt zu kommen und so hopsen diese auch gleich aus dem Gebüsch um Ihnen zu helfen.
Da die kleinen Teufel allerdings nicht unbedingt vertrauenswürdig aussehen, müssen Sie natürlich einen kleinen Umweg gehen. Dabei lernen Sie wie Sie Schergen manövrieren, welche erweiterten Wege diese beschreiten können und wie lustig sie anzusehen sind beim Zertrümmern von Zeugs. Einige Irrwege später finden Sie das „Clubhaus“ der örtlichen Bälger und nach kurzem Intermezzo mit den Schergen haben sie eine wunderbare Verkleidung für diese. Als Kinder getarnt lässt man Sie nun passieren und die Storywege nehmen ihren Lauf.
Im Grunde spielt sich der neue Overlord wie der alte. Schergen werden ausgesendet und verhalten sich durchaus klug. Sie nehmen neue Gegenstände um sich zu verbessern, sie bringen Herrscher Items zu Ihnen und bedienen Kriegsmaschinen und Schalterräder. Die Möglichkeit, die Schergen getrennt voneinander zu positionieren ist zwar taktisch gut gemeint, im Eifer des Gefechts kommt es allerdings zu leichten Problemen mit mangelnder Präzision.
Wie gehabt. Der Overlord wird leichtfüßig manövriert und der Kampf selbst ist, nachdem Sie Ihre Schergen ausgesendet haben, sehr actionlastig. Da die Schergen relativ schlau agieren können Sie sich ruhig auf sich konzentrieren oder von etwas weiter hinten zuschauen. Die taktischen Steuerelemente hätten etwas einfacher gestrickt werden können, da man wirklich Zeit braucht um alles so zu postieren wie man es gerne hätte.
Grafik und Sound
Viele Details schmücken die Welt von Overlord. Grafisch betrachtet misst man nichts, da sich auf dem Bildschirm sehr viel tut. Wenn die Schergen, die übrigens sehr gut aussehen und animiert sind, so richtig loslegen, dann fliegen wahrlich die Fetzen. Durch den Einbau einer Menge zerstörbarer Objekte bietet sich so gut wie jederzeit ein Spektakel fürs Auge.
Auch der Sound passt zum Spiel. Das Gekreische und Geseier der kleinen Helfer ist durchaus unterhaltsam, die Musik erhebend und die Vertonung des Gesprochenen hochwertig. Sehr gut gemacht!
Atmosphäre
Durch die wunderbar erzählte Geschichte, die vielen humorvollen Momente und die sehr schön gezeichnete Welt sehr dicht. Man kehrt immer wieder gerne zurück!
Der Mehrspielerpart leidet, zumindest auf der PS3, unter mangelnden Spielern. Sollte man Online niemanden treffen, kann man sich zu Zweit auf einem Schirm prügeln, nimmt aber sehr viel von der Übersicht bzw. dem Sinn des Gegeneinander.
Sie messen sich in verschiedenen Disziplinen die sich grob in Deathmatch und Goldraub definieren. Miteinander geht’s auch, so müssen Sie zu Zweit eine feindliche Legion aufarbeiten oder möglichst lange in der Arena überleben. Ohne Zusammenarbeit kommt man hier allerdings nicht weit.
Ein würdiger Nachfolger, der hier von den „Triumph Studios“ gestrickt wurde. Sie erleben den erneuten Aufstieg des gefallenen Helden in der Haut seiner Reinkarnation, dürfen böser sein als je zuvor und haben für eine Weile lang wirklich Spaß daran. Leider trübt der mäßige Umfang den Spaß ein bisschen, denn das Durchspielen dauert aufgrund der wenigen Quests nicht lange und die Langzeitmotivation scheitert an dem relativ einfachen Schwierigkeitsgrad. Wer allerdings den ersten Teil gerne spielte kommt mit Teil 2 sicher auf seine Kosten.
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