Pubertierender LarrySeit zwanzig Jahren ist Larry Laffer eine fixe Größe bei den Adventure-Spielen und möchte nun wieder mit „Leisure Suit Larry – Box Office Bust“ mitmischen. Mit provokant-erotischen Anspielungen und witzigen Dialogen konnte Larry bisher immer punkten, doch kann ich vorwegnehmen, dass der Charme der Spielereihe seit dem Ausstieg von Al Lowe nicht mehr derselbe ist. Er war Gamedesigner von „Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards“ (1989) bis „Leisure Suit Larry 7 – Love For Sail“ (1996).
Larry Laffer, der Held der ursprünglichen „Leisure Suit Larry“-Saga, hat in „Box Office Bust“ nur noch einen Gastauftritt. Wie auch im letzten Teil spielt man hier wieder Larry Lovage, den Neffe von Larry Laffer. Larry Lovage reist zu seinem Onkel Larry, der ein Filmstudio für Pornoproduktionen besitzt, um einen Maulwurf in den Studios zu entlarven. Um alle Mitarbeiter kennenzulernen und den Widersacher aufzudecken, beschließt Larry Laffer seinen Neffen mit Dienstboten-Tätigkeiten ins Unternehmen einzugliedern.
Gameplay
Die ersten Aufgaben für Larry in den Studios sind Laufbursche, Postbote oder Chauffeur. Hierzu muss man viel auf dem Studiogelände herumlaufen, was im Laufe des Spiels sehr mühsam wird. Eher untypisch für das Genre Adventure kann der Hauptcharakter bei falschem Handeln sein Leben verlieren und Sie müssen die Mission erneut beginnen. Die gestellten Geschicklichkeitsaufgaben sind keine große Herausforderung und verlieren auch schnell ihren Reiz. Es gibt keine Rätsel oder Kombinationsaufgaben die auch die grauen Zellen etwas aktivieren, die man von einem klassischen Adventure-Spiel erwartet, auch bei einer Altersfreigabe ab zwölf Jahren.Steuerung
Die Steuerung ist einfach ausgelegt, mit dem linken Controllstick steuern Sie die Bewegungen von Larry und mit dem rechten die Kamera. Larry besitzt zwar die Fähigkeit des schnellen Laufens, doch funktioniert diese Bewegung nur, wenn man ständig auf die Kontrollertaste drückt, was bei den weitläufigen Arealen etwas lästig wird. Die Ansichtskamera ist leider nicht immer steuerbar, so wird diese bei bestimmten Aufgaben, sowie Indoor-Szenen fixiert und es kommt oft vor, dass Larry hinter Kisten oder ähnlichem verschwindet und aus dem Sichtfeld gerät. Gerade diese Fixierung der Kamera ist sehr nervig, da sie nur hin und wieder auftritt und man plötzlich die Kamera nicht mehr steuern kann. Eine einheitliche Lösung der Kameraführung wäre hier sicherlich vorteilhafter gewesen.
Grafik und Sound:
Rein optisch entspricht Larry Lovage einem sechszehnjährigen Casanova der jedem Rockzipfel hinterherjagt. Man nimmt Larry nicht ab, dass er vom Gesetz überhaupt schon Pornos sehen darf, geschweige denn für eine Pornoproduktion zu arbeiten. Die Concept Art des Spiels ist wirklich hervorragend, jedoch ist die Umsetzung der Charaktere in 3D eine wahre Qual. Die weiblichen Pornodarstellerinnen, die man im Laufe des Spiels trifft, sind schlecht umgesetzt, sowohl Texturen und Modeling weisen Ungenauigkeiten auf. Sehr verwundert war ich über die Umsetzung des Spiels mit der Unreal
Engine 2003, denn diese kann ihr Potenzial hier überhaupt nicht ausschöpfen.
Wenn das Spiel auch im Cartoon-Stil ausgelegt ist und keine hochrealistischen Objekte rendert, zeigte sich am Beispiel „
Jack Keane“, dass sich Comic-Style und 3D Grafik durchaus gut kombinieren lassen. Die Kosten für diese 3D-
Engine wäre besser in ausreichendem Modeling und Leveldesign investiert gewesen. Gerade in den Indoor-Räumen des Studios passiert es häufig, dass Larry durch das unsaubere Leveldesign bei Gegenständen hängen bleibt oder sich plötzlich nicht mehr von der Stelle rührt.
Hingegen die Musik ist ansprechend zu den jeweiligen Missionen gestaltet und hält sich dezent im Hintergrund. Die Dialoge haben leider nicht die gewohnt elegant provokanten Witze, sondern wirken oft sehr forsch und beleidigend.