"Die Gilde", vor allem Teil 1, ist Fans von Aufbau- und Handelsstrategie-Spielen mehr als bekannt - der Titel von JoWooD erfreute und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, was sich auch in einem eher mittelmäßigen zweiten Teil inklusive Add-On niederschlug. Nun hat der österreichische Publisher die Namensrechte an RTL Playtainment weitergegeben, die wiederum Independent Arts, eine deutsche, auf NDS-Spiele spezialisierte Entwicklerschmiede mit der Umsetzung eines NDS-Titels beauftragten. Das Spiel ist nun seit vergangenen Freitag im Handel erhältlich - und wir werfen einen kritischen Blick auf das Machwerk.
Wenig Story
Die Hintergrundgeschichte ist rasch erklärt: Sie übernehmen die Rolle eines jungen Mannes, dessen Vater gestorben ist. Der Vorfahr war für eine "Gilde", also eine Vereinigung der Kaufleute, eingetreten, war aber mit seinem Vorhaben abgeblitzt. Nun liegt es an Ihnen, den Ruf der Familie wieder herzustellen. Wie das gehen kann? Entweder Sie überzeugen die rund zehn Städte davon dass die Gilde eine super Idee ist, steigen so weit im Staus auf, dass Sie die Gilde per Gesetz einführen können oder versetzen Ihre Konkurrenten in Angst und Schrecken, bis diese ihren Handel stilllegen und Sie als einziger das Monopol innehaben.
Diese drei Wege zum Sieg gibt es - und Sie können gleich zu Spielbeginn der Kampagne neben dem Namen auswählen, ob Sie rhetorisch gut sein möchten, um Rededuelle zu gewinnen, besser kämpfen möchten oder gute Preise in Verhandlungen erzielen (doch glauben Sie nicht, dass es eine Charakterentwicklung ähnlich jener in einem Rollenspiel geben könnte - die gibt es nicht!). Dann beginnt das Spiel: Sie sehen die Karte aus der Vogelperspektive und müssen zwischen den rund zehn Städten (die zwar Namen tragen, aber schwer geografisch einzuordnen sind - immerhin fehlt eine Karte des Gebiets wie bei "Grand Theft Auto - Chinatown Wars") herumreisen, Handel treiben (mit leicht schwankenden Preisen - wo genau die Logik darin liegt, dass Nahrungsmitteln in Großstädten teuer sind und Luxusgüter in Kleinstädten billig, ist mir nicht eingegangen) und sich gegen Gauner zur Wehr setzen.