Die Geschichte des Coyoten ist eigentlich die Geschichte zweier Schwestern, welche während eines Mexiko-Urlaubes die Aufgabe erhalten, unsere Welt zu retten. Besagte wird von diversen Plagen wie Hochwassern, Erdbeben oder rasant steigenden Öl- und Gaspreisen heimgesucht, und um sie wieder ins Gleichgewicht zu bringen, benötigen Sie die Hilfe von fünfzehn Aztekengöttern.
Erklärt wird Ihnen dieser bedauerliche Sachverhalt von einem Herrn mexikanischer Herkunft in Begleitung eines sprechenden (und unterhaltsamen) Coyoten. Mit Rat und Tat stehen diese Ihnen während des Spiels zur Seite und helfen Ihnen wo es geht. Gleich zu Beginn erfahren wir, dass besagter Herr einige Gegenstände besitzt, die Sie ihrem Ziel, der Rettung der Erde, näher bringen sollen. Anstatt aber die benötigten Dinge einfach rauszurücken, schickt er Sie lieber durch alte Ruinen, die quer durch das alte Aztekenreich verstreut sind. In den alten Gemäuern sammeln Sie allerlei wichtiges Utensil, dass man normalerweise als Unrat oder Sperrmüll bezeichnet, um nach jedem erfolgreich abgeklappertem Gebiet einem der Götter gegenüberstehen zu dürfen.
Wimmelbildspiel?
Stehen Sie nun endlich einer der Entität gegenüber, heißt es ein mehr oder minder spannendes Minispiel zu absolvieren. Diese besitzen meist einen ausgeprägten Knobelcharakter und zeigen auch Witz und Kreativität. So geht es im Ersten beispielsweise darum, einen Krug mit exakt vier Litern Wasser zu befüllen. Zur Verfügung stehen Ihnen, neben einem unendlichen Vorrat des kostbaren Nasses, zwei weitere Krüge die jeweils drei bzw. fünf Liter fassen. Cineasten wissen die Lösung im Handumdrehen, aber jeder, der „Stirb Langsam 3“ nicht kennt, wird wohl einige Minuten gefordert sein.
Da die Minispiele immer verschieden und durchwegs unterhaltsam sind, wird man als Spieler genügend motiviert, um auch die langweilige Sucherei nach den Gegenständen mitzumachen. Den Großteil von „Coyote's Tale“ verbringen Sie nämlich damit, Haushaltskrempel wie Löffel oder Bürsten in Standbildern mit mehreren Ebenen zu suchen. Alles was Sie hierbei tun können ist, auf das Bild zu klicken. Mit jedem Klick auf ein gesuchtes Item, die übrigens in einer Liste inkl. Abbildung aufgeführt werden, wandert dieses in Ihr Inventar. Zwar können Sie mit dem gefundenen Kram nicht wirklich etwas anfangen außer vielleicht einen Flohmarkt zu eroffnen, aber mit jedem Gott, den Sie besiegen, erhalten Sie eine neue Spezialfähigkeit, die Ihnen die Suche erleichtern wird.
Dieses Spielprinzip fällt neuerdings in das Genre „Wimmelbildspiele“ und ist vor allem auf kostengünstigen Downloadseiten sehr beliebt. Es erfüllt den Casual-Bedarf an legerer Unterhaltung für Zwischendurch und ist im Fall von „Coyote's Tale“ mit sehr viel Humor gespickt. Die Charaktere sind allesamt witzig und wirken, obwohl sich Animationen auf ein Minimum beschränken, sympathisch.
Wildes Rumgeklicke
...führt Sie auf den meisten Bildern zu etwa der Hälfte aller Gegenstände. Das liegt zum einen daran, dass Sie Dinge wie Eimer oder Krawatten am richtigen Punkt treffen müssen, zum anderen sind die gesuchten Objekte wirklich gut versteckt. Vor allem im späteren Spielverlauf ist man für die erworbenen Hilfen dankbar, denn die Verstecke der Entwickler lassen den Osterhasen oft vor Neid erblassen.
Die zu Beginn des Spiels ausgewählte Schwester (eine steht für den Modus auf Zeit) wird mittels kleidsamer Accessoires zur wahren Schatzsuchern. Neben Anzeigehilfen für schwer auffindbare Gegenstände gibt es noch die Fähigkeit, sämtliche gesuchten Teile schon im Vorhinein zu kennen.
Grafisch bietet das Spiel keine wirklichen Anreize. Die Hintergründe sind verhältnismäßig unscharf, die Objekte dürftig freigestellt. Charaktere werden als zweidimensionales Zeichentrickbild über die Szenerie gelegt und bewegen nur Mund und Augen. Auch „Spezialeffekte“ wie Funkenflug oder Nebel vermögen nicht vom Hocker zu reißen. Natürlich ist es absolut unfair,diesen Titel mit „echten“ Spielen zu vergleichen, aber selbst unabhängige Flashgames haben teilweise mehr optischen Anspruch.
Um seine Nerven zu schonen sollte man außerhalb von geschichtsrelevanten Konversationen auf den Sound verzichten, denn die Hintergrundberieselung und das „Erfolgs“-Geräusch beim Auffinden von Zeug ist alles andere als erträglich. Die Vertonung in englischer Sprache hingegen ist zwar keineswegs als professionell zu bezeichnen, aber zumindest vorhanden und leichter anzuhören als so mancher japanische Animefilm.
Da es sich hierbei um ein Spiel aus einer völlig anderen Liga handelt, passen wir auch das Wertungssystem an. Aufgrund der großen Erfahrung, die sowohl Entwickler „GO! Games“ als auch Publisher „Merscom“ in diesem Bereich haben, erscheint mit „Coyote's Tale“ ein durchwegs solides Produkt mit dem Prädikat „Gut und Günstig“. Seinen Reiz zieht es vor allem aus den motivierenden Minispielen und den humorigen Unterhaltungen, die vor Selbstironie nur so strotzen. Verglichen mit anderen Spielen die „BigFischGames.com“ (wo Coyote's Tale exklusiv vertrieben wird) offeriert, bietet sich mit diesem Titel eine Menge Umfang für schmales Geld. Außerdem lässt sich eine kostenlose Version herunterladen, die Ihnen einen kleinen Blick ins Spiel ermöglicht.
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