Und nach dem ersten Anspielen wird klar, „skate 2“ spielt sich wie der Vorgänger, sieht aus wie der Vorgänger, fühlt sich genau so an, ist der Vorgänger? Wären, ja, wären da nicht einige kleine, aber sehr feine Neuerungen und Änderungen im ehemaligen Skater-Paradies San Vanelona.
Gameplay
So hat der Protagonist, oder neu möglich, die Protagonistin des Spiels den storybedingten Gefängnisaufenthalt wohl genutzt, um sich einiger längst vergessener Tugenden zu entsinnen. Denn frisch entlassen und zwangsläufig länger nicht geskatet, kann der ehemalige „Skater Of The Year“ plötzlich von seinem Board absteigen und die Umgebung zu Fuß erkunden.
Doch das ist noch längst nicht alles. Erinnern Sie sich an die teilweise steilen Aufwärtspassagen und die damit verbundene, fast fühlbare Anstrengung, eben diese mit dem Skateboard zu bezwingen? Diese Erinnerungen können Sie getrost vergessen, denn in New San Vanelona skitchen Sie einfach, sprich Sie hängen sich kurzerhand an eines der zahlreichen Autos und ersparen sich so den langwierigen Antauchmarathon. Das Skitchen ist auch nützlich um schnell Geschwindigkeit aufzubauen.
Auch das ohnehin schon beeindruckende Trickrepertoire des ersten Teils wurde noch einmal überarbeitet und um einige coole und praktische Stunts erweitert. So gibt es nun unter Anderem lustige ‚Hippy Jumps‘ (der Skater springt in die Luft während das Board weiterfährt) und praktische Footplants (während einem Sprung mit dem Skateboard, steigt man mit einem Fuß auf den Boden um weitere Entfernungen zu überbrücken).
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Die Story präsentiert sich der des Vorgängers ähnlich. Sie haben zwar den Status des ehemaligen „Skater Of The Year“, doch durch Ihren langen Gefängnisaufenthalt sind Sie eingerostet und fast in Vergessenheit geraten. Also heißt es, sich Ihren ehemaligen Ruf aufs Neue zu erarbeiten. Hierzu nehmen Sie an Contests mit lokalen Skatern teil und verschaffen sich so Zugang zu schwereren Wettbewerben und prominenteren Gegnern, um schließlich wieder gesponsert zu werden. Was Ihnen nun sofort auffallen wird, ist, dass sich San Vanelona in Ihrer Abwesenheit sehr verändert hat. Die Skater-unfreundliche Firma ‚Mongo-Corp‘ hat sämtliche coolen Spots gekauft und gesperrt und auch sonst hat sich das Erscheinungsbild von New San Vanelona sehr gewandelt.
Alte Spots sind verschwunden, neue entstanden. Und sollten Sie einmal mit einem Spot nicht zufrieden sein, dann ändern Sie ihn einfach. Denn hier hat sich EA eine tolle Sache einfallen lassen. Überall stehen scheinbar zufällig Absperrungen, Rampen und sonstige Hindernisse herum. Doch all diese Dinge können Sie einfach schnappen, verschieben und drehen und sich so selbst die ultimative Herausforderung basteln.
Wer bereits mit „skate“ seine Daumen bis zur Unkenntlichkeit ‚flicken‘ hat lassen, der wird sich auch bei „skate 2“ sofort heimisch fühlen. Wer jedoch neu einsteigt, wird garantiert seine Schwierigkeiten haben. Zwar wird in der sogenannten Trick-Fibel jeder Sprung und jeder Grind nicht nur vorgezeigt, sondern auch erklärt, trotzdem bleibt die Steuerung sehr gewöhnungsbedürftig. Beherrscht man diese aber, stellt sich sehr schnell fast so eine Zufriedenheit ein, als würde man die Tricks auf der Straße landen.
Steigt man aber zum ersten Mal vom Brett, um ein Hindernis zu verschieben, merkt man leider sofort, dass der Protagonist den gesamten ersten Teil auf Rollen verbracht hat. Plötzlich wird jeder Schritt zur Herausforderung, eine simple Richtungsänderung dauert Minuten und um sein Ziel zu Fuß zu erreichen, braucht es mehr Fingerspitzengefühl als für einen 360 Inward Heelflip (ein sehr komplizierter Sprung;)). Das ist schade, war doch das Gehen schon bei frühen „Tony Hawk“-Teilen sehr gut integriert.
Grafik und Sound
Grafisch hat sich „skate 2“ im Vergleich zu „skate“ nicht sehr verändert. Die Charaktermodelle wirken fein und detailreich, auch die neue, alte Stadt macht schwer was her und die Animationen sind realistisch und sehr flüssig.
Die Musik ist wieder mal ein toller Mix aus vielen verschiedenen Genres und bietet so für fast jeden Skater den richtigen Sound. Nur leider ist die musikalische Untermalung ziemlich leise geschalten und verkommt so zu einer zu selten wahrgenommenen Hintergrundbeschallung. Das ist insofern schade, daein toller, lauter Soundtrack bei einem Skateboard-Spiel sehr viel zur Motivation beitragen würde.
Ein böser Griff ins Klo sind jedoch die deutschen Synchronstimmen. Was sich EA dabei gedacht hat, wird wohl ein Rätsel bleiben. Pubertäres Gangster-Gehabe von Anfang bis Ende. Sätze die vor „Ey“, „Was geht?“ und „Alter“ nur so strotzen, lassen sicher so manchen älteren Skate-Fan neidisch auf die englisch-sprachigen Kollegen schielen. „Ey, das is voll der Banger, Mann!“ 13-jährige Hip-Hopper werden wohl ihre Freude haben…
„skate 2“ ist definitiv ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite stehen einige durchaus sinnvolle Neuerungen, auf der anderen Seite spielt es sich jedoch genau so wie der Vorgänger und schaut auch genau so aus. Das ist zwar zu verschmerzen, da auch „skate.“ ein großartiges Spiel war, allein gibt es dem angeblich vollwertigen Nachfolger doch einen etwas schalen Beigeschmack. Ich plädiere für die Namensänderung in „skate 1.5“. Was bleibt, ist jedoch die Befürchtung, dass die „skate“-Franchise früher oder später das gleiche Schicksal erwartet, wie die Spiele der EA Sports-Reihe und sie so zu einer jährlichen Updateversion verkommt.
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