Das Spiel startet unabhängig vom ersten Teil „Shellshock: Nam‘67“. Als Part einer Frischlingstruppe kommen Sie in den Dschungel von Kambodscha. Beim Durchqueren der Basis, die sich unterhalb einer Bar befindet, wird Ihnen sehr schnell bewusst, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Schließlich werden Sie an ein Bett gebracht, in dem eine Person angekettet ist.
Wie es sich herausstellt ist es Ihr Bruder, der aber nicht ansprechbar ist. Laut Ihrem Vorgesetzten war er Teil einer Spezialeinheit, die im Dschungel die Fracht eines abgestürzten Flugzeugs bergen sollte. Das Ladegut war eine unbekannte Substanz, die schnell den Namen Whiteknight bekam, da alle Personen sehr blass wurden und zu sehr schmerzresistenten Bestien wurden – Stichwort Zombies. Als Sie sich dessen gerade bewusst werden, wird die Bar schon von Vietkong angegriffen. Nach der chaotischen Flucht gilt es mit immer weniger Kameraden sich den Weg nach vorne frei zu kämpfen. Nach einer sehr träge voranschreitenden Story ist das Spiel schließlich soweit, dass es zum beworbenen Zombiemetzeln kommt.
Schlecht umgesetzt
In Zeiten von dem Kriegsepos „Call of Duty: Modern Warfare“ und dem erst kürzlich erschienenen Zombieshooter „
Left 4 Dead“ ist es sehr schwer, sich mit einer Mischung aus den Spielen zu behaupten. Leider kommt es nicht mal annähernd an eines der genannten Games ran. Das Spiel ist sehr linear gehalten und enthält nie mehr als einen Lösungsweg. Lediglich an manchen Stellen kann man ein schweres MG benützen, um die Feinde zu neutralisieren.
Ansonsten stellt jede Türe, durch die Sie nicht gehen müssen, ein unüberwindbares Hindernis dar. Außerhalb der Städte wird das Ziel Ihres Weges mit einer roten Nebelgranate markiert, die aber erst aus mittlerer Distanz zu erkennen sind. Solange Sie noch gegen halbwegs intelligente Vietkongs gegenüberstehen, ist das Spiel extrem unübersichtlich, da die meisten Feinde nur kurz für einen Schuss aus der Deckung spähen und sich gleich wieder zurückziehen.
Ein wenig erleichtert spielt es sich mit den Zombies, da sie nur im Nahkampf bedrohlich werden können. Hier ist wieder Quantität anstatt Qualität das Konzept. Wenn Sie also nicht in einem engen Gang in kompletter Dunkelheit sind, werden sie nie die „weißen Ritter“ einzeln antreffen.
Durchschnittlich kopiert
Die Steuerung wurde wie es für
Ego-Shooter üblich ist gestaltet und ist somit schnell verinnerlicht. Bis auf die Option sich hinlegen zu können ist alles Nötige vorhanden. Trotzdem fallen einem hier auch einige Mängel auf, die klein aber markant sind. Eines der störendsten Elemente zeigt sich, wenn Sie eine schwere MG bemannen. Bei dem fröhlichen Geballere auf Gegnermassen geht der Kontrollblick auf die Munitionsanzeige ins Leere, da keine vorhanden ist.
Üblicherweise ist man es gewohnt, dass man Munition quasi im Vorbeigehen mitnimmt, indem man darüber hinwegläuft. Auch hier tanzt „Shellshock 2“ aus der Reihe, wo jedes Ammo-Päckchen, das im nächsten Eck liegt, aufgesammelt werden muss. Auch bei dem ersten Wurf einer Granate hat man einige kurze Schreckmomente, da Ihr Alterego einen so schwachen Wurfarm hat, dass man nicht sicher sagen kann, ob die Granate nun runter gefallen ist oder ob sie doch zwei oder drei Meter geflogen ist.
Grauenhaft
„Shellshock 2“ auf der nächsten Generation der Konsolen zu veröffentlichen war viel Arbeit, die leider umsonst geblieben ist, da es Spiele auf veralteten Konsolen gibt, die besser aussehen. Einzig allein die Modelle der Zombies sind ansehnlich gestaltet. Aber selten hat man genug Zeit, diese zu begutachten. Innerhalb der Städte ist alles trist und Grau in Grau gehalten und außerhalb alles Grün auf Braun. Es vergeht keine Passage, in der man sich nicht von matschigen Texturen umzingelt sieht.
Aber definitiv am Verzweifeln war ich als ich mir eine Granatendetonation aus nächster Nähe ansehen wollte. Zugegeben ist die Explosion in den meisten Spielen sehr übertrieben, aber so untertrieben habe ich es noch nie wahrnehmen können. Von einer Explosion ist keine Spur vorhanden, ja nicht mal ein Zündfunke offenbart sich. Es fliegen lediglich vier Platten in einem sehr kleinen Radius umher, wo jede einzelne größer ist, als die geworfene Granate.
Um die Sache abzurunden sind auch die Charakteranimationen der berühmten amerikanischen Wardogs so lächerlich und unprofessionell gestaltet, dass man sich nur fragt, was das sein soll. Obendrein zeigt hier auch der Sound seine Qualität. Denn in Animationen, in denen sich ihre Kameraden mit Schusswaffen beweisen müssen, passiert es sehr häufig, dass das Schussgeräusch aus bleibt. Obendrein sind Gespräche, zumindest in der deutschen Sprachausgabe, weit von einem Lippensynchronen sprechen entfernt. Die restlichen Geräusche sind gerade auf dem Standard und im akzeptablen Bereich.