Sobald man die Installationszeit hinter sich gebracht hat, bekommt man ein traumhaft vorgerendertes Video zu sehen, welches auch bei Kinofilmen zu sehen sein könnte. Sobald das Video allerdings vorbei ist, wundert man sich, um was es eigentlich geht, da nur eine kurze Action-Sequenz zu sehen ist und das Video überhaupt keine Story beinhaltet. Anschließend werden Sie sofort hinter das Steuer eines Mechs gesetzt, um die Kontrolle zu erlernen.
Erst nach den einfachen Trainingseinheiten wird die Story in einem erneuten Video geschildert: Die Erde ist durch einen Zwischenfall so gut wie unbewohnbar geworden, da sich ein giftiges Gas an der Erdkruste abgesetzt hat. Tüftler stellten fest, dass die Luft erst ab 7.000 Metern Höhe wieder giftfrei ist - und so bauten sie auf dieser Höhe Plattformen, die die Menschheit tragen sollen. Natürlich baut man so etwas nicht auf Stelzen und so werden die Plattformen mittels ausgefeilter Technik am Himmel gehalten. Natürlich muss das Ganze ständig gewartet werden, um den Antrieb, der für permanenten Auftrieb sorgt, am Leben zu erhalten. Das Konstrukt braucht natürlich auch eine Energiequelle, die noch immer als Rohstoff auf der Erde zu finden ist - und um diesen Rohstoff geht es im Prinzip. Da diese Ressource jeder haben will, um damit Massen an Geld zu verdienen, haben sich verschiedene Organisationen in die Haare bekommen und es herrscht Krieg. Im Game verkörpern Sie einen Söldner, der hier den Weg zum Reichtum wittert - und so springen Sie für die verschiedenen Organisationen als Problemlöser ein.
gestaltet sich das ganze Spiel. Zuerst wählt man eine Organisation, mit der man startet. Diese Wahl beeinflusst die Story oder die Missionen in keinster Weise, sondern definiert nur die Grundausstattung Ihres Mechs. Über ein lieblos gestaltetes Menü sucht man sich eine von mehreren Missionen aus. Durch ein kleines Briefing, welches nicht wirklich Aufschluss über das Kriegsgebiet gibt, startet man die sehr monotonen Missionen. Es gibt im Grunde vier verschiedene Missionstypen: Einer der einfachsten ist das „Hinkommen und alles zerstören“-Prinzip, weiters steht noch ein ebenso anspruchsloses „Verteidigen eines Konvois“ zur Auswahl. Diese zwei Szenarien sind nur eher neben der Story platziert und ausschließlich dazu da, Credits im Spiel zu verdienen.
Die Hauptkämpfe gestallten sich eigentlich auch immer gleich: Sie starten mit einem Raketenantrieb auf den Rücken geschnallt und rasen einer Basis unter heftigen Plasmabeschuss entgegen. Wenn Sie nahe genug sind, wird das Raketenpack automatisch abgeworfen und Sie müssen die oft beeindruckenden Gebilde in Schutt und Asche verwandeln. Da dies eindeutig den Hauptteil des Spieles ausmacht, ist auch wegen der sehr anspruchsvollen Schlacht zu merken. Hier reicht es nicht, nur einfach wild um sich zu schießen, sondern erfordert auch ein gewisses Maß an Vorbereitung, Geschick und Können.
Weiters gibt es noch Mech-Duelle, die eher wenig Gewinn abwerfen, dafür aber durch den errungenen Sieg eine neue Waffe zugänglich machen. Leider bewegt sich die Qualität der gewonnen Utensilien meist unter der der bereits gekauften Stücke und ist somit überflüssig. So eignen sich diese Duelle eher als Training für die Mechs in der Story und für Kämpfe zwischen zwei menschlichen Spielern.
ist die Steuerung der Mechs. Zwar erkennt man bereits im Training, dass es wenige Aktionen gibt, aber wenn man schon wenig machen kann, sollte das Bisschen wenigstens gut funktionieren - das denkt man sich. Die Entwickler denken hier anscheinend anders. Von der üblichen Analogstick-Steuerung so abzukommen, wird jeden Spieler, der Shooter gewohnt ist, anfangs sicherlich verwirren. Man bewegt den Mech mit dem linken Analogstick nach vorne und dreht ihn lediglich nach links oder rechts. Mit dem rechten Stick sieht man nach oben und unten - und dreht sich auch nach links und rechts, sodass eigentlich die beiden Bedienelemente dieselbe Funktion haben.
Der Unterschied kommt erst ans Tageslicht, wenn man den Boost dazu nimmt. Wenn man den linken Stick zum Beispiel nach links drückt und gleichzeitig den Boost betätigt, macht der Mech das, was er gleich tun sollte und schießt ein paar Meter zur Seite. Wenn man den Boost mit dem rechten Stick kombiniert, führt der Mech auch einen Sprung zur Seite aus, aber er dreht sich auch noch dazu um 90 Grad. Dieses System war zwar sicher gut gemeint, aber ist zu unpraktisch. Besonders bei wilden Feuergefechten und Kämpfen mit anderen Mechs ist die Steuerung so träge, dass es eher eine Herausforderung ist, den Gegner im Blick zu behalten, als ihn zu schrotten. Ansonsten nervt noch die Boost-Anzeige, die sich zwar selbstständig wieder auffüllt, aber wenn man einmal wo hinunter gefallen ist, muss man warten, bis sie wieder einigermaßen gefüllt ist, um wieder hoch zu kommen. Im Schwebezustand kommt einem die ruckartige Steuerung auch in die Quere, falls man auf einer kleineren Plattform landen muss. Ganz katastrophal gestaltet sich das Kämpfen auf engem Raum, besonders in der Luft bzw. auf dem Wasser. Hier wird man völlig im Stich gelassen, da die Steuerung allem Anschein nach komplett eigenmächtig handelt und sehr verzögert reagiert.
ist die veraltete Grafik. Nach dem wirklich genial animierten Intro wird man mit so einem scheußlichen Pixelhaufen konfrontiert. Alles ist grau in grau, sehr steril und detailarm dargestellt. Einzig das Wasser ist wirklich schön gemacht - mit ordentlichen Spiegelungen und allem, was dazu gehört. Leider muss man auch hier eine Kritik aussprechen, da das Wasser nur auf Ihren Mech reagiert, indem es ein paar mickrige Wellen schlägt. Ein totales „No Go“ sind die Explosionen: Diese sind nicht nur hässlich, da sie wie gelbrote Kartons aussehen, nein, auch bei großen Explosionen kann man zusehen, wie die PlayStation mit der Bildrate ins Bodenlose sinkt, wenn man nicht gleich einige Sekunden mit einem Standbild beglückt wird. Mit Texturen und Effekten, die man noch von der PlayStation 2 gewohnt ist, darf das eigentlich nicht passieren!
Ein kleiner Wehmutstropfen ist der Sound. Zwar ist er nicht überragend, kann aber mit einen stimmungsvollen Soundtrack wenigstens ein wenig unterhalten.
“Armored Core: For Answer“ kann leider auf keiner Ebene überzeugen. Die Story ist nicht relevant und wird auch unzureichend präsentiert. Die Missionen werden schnell eintönig und auch sehr schnell schwieriger. Auf der grafischen Seite ist es schon eher eine Beleidigung, das Spiel in eine Next-Gen-Konsole einzulegen. Aber man merkt, dass die Entwickler doch einige Zeit investiert haben, da das Tuningmenü und das Arsenal schon unübersichtlich groß ausgefallen sind. Ein netter Bonus ist auch die Möglichkeit, seinen Mech nach Herzenslaune zu gestalten, sowohl waffentechnisch als auch vom Design her. Es ist vor allem online reizvoll, sein eigenes Design zu präsentieren. Da sich fast jede Mission kooperativ spielen lässt, bietet sich die Gelegenheit hier sowie in Duellen, in denen es um die Weltrangliste geht, online anzutreten. Aber auch beim Testen waren die Spiele online schon recht selten und die Lobbies spärlich besucht.
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