Die Grafik ist wie bereits gesagt, nicht nur für „Battlefield“-Veteranen gewöhnungsbedürftig. Die Charaktere erinnern mit ihrem überzogenen Design und den übertriebenen Proportionen an Valve’s „Team Fortress“-Spiele. Da überrascht es nicht, dass die Levels in einem fröhlich bunten Farbspektrum daher kommen, so dass man spontan an alte amerikanische Werbungen erinnert wird, die mit ungetrübter Familienidylle werben. Dieser Vergleich ist angesichts des kriegerischen Hintergrundes des Spiels zwar etwas unangebracht, doch angefangen bei den Fahrzeugen über die Charaktere bis zu den Umgebungen selber, wirkt einfach alles dermaßen niedlich, lustig und harmlos.
Ein streitbarer Punkt des Spiels ist der Sound, denn manchen mag der lustige militärisch angehauchte Jingle der im Hintergrund läuft gefallen, doch anderen wird das ewige Gedudel sehr bald gehörig auf die Nerven gehen. Auch während des Spiels selbst erinnern alle Sounds und Töne sehr an Comics aus der guten alten Kinderzeit. ‚Boing‘s und ‚Bumm‘s wechseln sich mit ‚Quietsch‘s und ‚Krach‘s ab und passen sich wunderbar in das Gesamtbild von „Battlefield Heroes“ ein.
Was EA DICE uns hier präsentiert, ist trotz der bereits so oft gesehenen Weltkriegsthematik etwas sehr frisches. Denn durch die Entscheidung, dem ganzen Spiel seinen Realismus zu rauben, entsteht hier ein Spiel, das mit einem „Medal Of Honor“ und einem „Call Of Duty“ eigentlich gar nichts mehr gemein hat. Negativ ist nur die Tatsache, dass es als reines Onlinespiel auch langfristig nur eingefleischten Onlinespielern Spaß machen könnte. Ein weiterer Denkanstoß sollte sein, ob es nicht riskant ist, den Krieg und Nationalsozialismus dermaßen zu verharmlosen.