"Anno 1701" bietet wieder das, was alle "Anno"-Fans so sehr liebten - ein reines, wohldurchdachtes Aufbau-Spiel und eine perfekte Wirtschaftssimulation. Kriegerische Strategien werden wieder ganz klein geschrieben und dadurch verzettelt sich das Spiel auch nicht. Natürlich ist auch diesmal wieder die Grafik traumhaft schön, aber sie täuscht nicht über Spielmängel hinweg - muss sie auch nicht, denn diese gibt es (so gut wie) nicht ...
Der Start
Nach dem Start des Spiels kommt man ins Hauptmenü, wo man die prinzipielle Entscheidung über Einzelspieler- oder Mehrspieler-Modus zu fällen hat. Dann kann man hier zudem noch prinzipielle Optionen festlegen und - das ist wirklich neu - sein Profil festlegen oder einen neuen Charakter erstellen. Nun wählt man hierbei nicht nur einen Namen: Man kann auch sein äußeres Erscheinungsbild festlegen und seine eigene Spieler-Farbe wählen. Außerdem gibt es in diesem Menüpunkt auch Medaillen zu betrachten, die man durch besondere Verdienste bzw. nach erfüllten Aufgaben erhält. Jede Medaille gibt es in Bronze, Silber und Gold. Die erste Medaille erhält man bereits nach Abschluss des Tutorials - und das motiviert natürlich, weitere Medaillen zu sammeln! Man kann auch ein Spielerprofil "schriftlich" festlegen und dieses steht im Mehrspieler-Modus Ihren Mitspielern im Diplomaten-Menü zur Verfügung.
Im Menüpunkt "Profilverwaltung" gibt es auch die Unterkategorie "Bonustaler". Diese Bonustaler können Sie im "Anno 1701 mobile"-Handyspiel gewinnen und im Endlosspiel gegen Waren eintauschen.
Im Einzelspieler-Modus gibt es die Möglichkeit des Endlosspiels - darauf kommen wir noch später ausführlich zu sprechen - dies ist die so genannte "Spielwiese", wo man mit wenigen ausgewählten Gebäuden startet und sich immer weiter ausdehnen kann und muss. Zudem gibt es ide ingesamt zehn Szenarien in den verschiedenen Schwierigkeitsstufen und natürlich gibt auch ein Tutorial, das man - egal ob Einsteiger oder bereits "Anno"-Fan - auf jeden Fall spielen sollte, da man hier mit den Neuerungen vertraut gemacht wird.
Der Mehrspieler-Modus funktioniert diesmal gut, hat aber sein größtes Problem in der Länge einer Partie. Es dauert halt nun einmal eine ganze Weile, bis man seine Siedlung aufbaut - und eine Zeitbeschleunigung gibt es leider nicht. Da jeder sozusagen bei Null anfängt, zieht sich die Angelegenheit schon sehr in die Länge. Andererseits würden bereits vorgefertigte Anfangssiedlungen den Aufbauspaß sehr stark beeinträchtigen und viel von der Individualität jedes einzelnen Spielers nehmen. Auch "Anno 1701" ist (wie bereits die Vorgänger) eben doch das perfekte Einzelspieler-Spiel, obwohl jetzt der Mehrspieler-Modus gut und relativ problemlos funktioniert.
Es gibt in "Anno 1701" keine Kampagne, was ja auch bei einem Aufbauspiel nicht unbedingt notwendig ist. In den einzelnen Szenarien lernt man dann bereits die "Spezialitäten" des Spiels kennen und steigert schrittweise den Schwierigkeitsgrad. Jede einzelne Mission hat eine kleine Story und beim letzten Szenario werden Sie sogar auf Grund Ihres Könnens in die Gemeinschaft der Piraten aufgenommen! Auffallend ist bereits hier, dass bei den Computergegnern wirklich jeder virtuelle Charakter anders agiert und gestrickt ist. Jeder hat seine speziellen Vorlieben und Verhaltensmuster und es gibt auch freundliche und weniger entgegenkommende "Mitspieler". Man kann wirklich sagen, dass jeder eine eigene ausgeprägte Persönlichkeit hat.